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Bild „Landschaft ohne Zeugen“ – Lesung und Gespräch mit Ines Geipelinfo Icon© Gaby Gerster

„Landschaft ohne Zeugen“ – Lesung und Gespräch mit Ines Geipel

23. November 2026

Abendveranstaltung reise info Tutzing reise info Geschichte, Politik
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Inhalt

ERINNERN – ABER WIE?

Buchenwald ist ein historischer Ort und ein politischer Erinnerungsraum. In „Landschaft ohne Zeugen“ untersucht Ines Geipel, wie sich über die Geschichte des Lagers Deutungen gelegt haben, die bis heute bestimmen, was sichtbar wird, was erinnert werden kann und was aus dem Gedächtnis verschwindet.
Für diese Arbeit wird Ines Geipel mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2026 ausgezeichnet. Stifter sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. und die Landeshauptstadt München.
In der Jury-Begründung heißt es: „Im Zentrum steht das antifaschistische Gründungsnarrativ der DDR. Ines Geipel rekonstruiert, wie widersprüchliche Erfahrungen in eine politisch brauchbare Geschichte überführt wurden, wie sich das Bild des Widerstands verfestigte und wie andere Opfergeschichten und unbequeme Zeugnisse darin ihren Ort verloren.
 
Das Buch gewinnt seine Überzeugungskraft aus der Nähe zum Material. Archive, Dokumente und Biografien öffnen einen Blick auf jene Brüche, die politische Erinnerungserzählungen geschlossen erscheinen lassen.“
Damit reiche „Landschaft ohne Zeugen“, so die Jury, „unmittelbar in unsere Gegenwart hinein. (…) Ines Geipel zeigt, wie lange Diktaturerfahrungen und staatlich gelenkte Formen des Erinnerns nachwirken. Am Beispiel Ostdeutschlands wird sichtbar, wie solche Kontinuitäten die Gegenwart mitprägen und von autoritären und nationalistischen Kräften für ihre Geschichts- und Gesellschaftsbilder genutzt werden. Darin liegt die besondere aufklärerische Kraft ihres Buches – in einer Zeit, in der erneut darüber gestritten wird, welchen Stellenwert die deutsche Verbrechensgeschichte für das Selbstverständnis dieses Landes haben soll.“
Der Geschwister-Scholl-Preis wird seit 1980 vergeben. Am Vorabend der diesjährigen Preisverleihung kommt Ines Geipel zu einer Lesung & Gespräch in die Evangelische Akademie Tutzing. Wir freuen uns auf die Begegnung mit der Schriftstellerin und Sachbuchautorin!

Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Klaus Beckschulte, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V.

Programm

icon button icon button Programm

Einlass ab 18.30 Uhr

19.00 Uhr
Begrüßung
Pfr. Udo Hahn

und

Dr. Klaus Beckschulte
"Landschaft ohne Zeugen - Buchenwald und der Riss der Erinnerung"

Lesung und Gespräch mit

Ines Geipel

Moderation

Pfr. Udo Hahn
20.30 Uhr

Begegnungen und Gespräche in den Salons des Schlosses

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Eine Anmeldung ist erforderlich.

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HINWEISE

Der Band „Landschaft ohne Zeugen – Buchenwald und der Riss der Erinnerung“ ist im Verlag S. Fischer (336 Seiten, 25 Euro) erschienen.

Es wird ein Büchertisch der Buchhandlung Eselsohr, Tutzing, angeboten.

Veranstaltungsleitung

Pfr. Udo Hahn
Akademiedirektor
Referat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien

Referierende

DIE AUTORIN
Ines Geipel (geboren 1960) wuchs im Dresdner Viertel „Weißer Hirsch“ auf. Mit 14 Jahren ging sie ins Schulinternat Wickersdorf im Thüringer Wald. Mit 17 wechselte sie in eine Kinder- und Jugendsportschule in Jena und wurde dort beim Sportclub Motor Leistungssportlerin im Weitsprung und Sprint. Ab 1980 war sie Mitglied der DDR-Nationalmannschaft und lief etliche Jahresweltbestleistungen in der Staffel. Im Zusammenhang mit einem geplanten Fluchtversuch 1985 fiel sie politisch in Ungnade, musste den Sport beenden, studierte in Jena Germanistik, floh 1989 in die Bundesrepublik und studierte in Darmstadt noch einmal Philosophie und Soziologie. 1996 erschien ihr erstes Buch. Von 2001 – 2025 war sie Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Sie lebt in Berlin und Zürich.
Das zentrale Thema ihres literarischen Werks ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. In diesem Kontext stehen ihre Romane „Das Heft“ (1999), „Heimspiel“ (2005), „Tochter des Diktators“ (2017), ihre Essays „Generation Mauer. Ein Porträt“ (2015), „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ (2019), „Schöner Neuer Himmel. Aus dem Militärlabor des Ostens“ (2022), „Fabelland. Der Osten, der Westen, der Zorn und das Glück“ (2024) oder auch ihre literarischen Reportagen „Verlorene Spiele. Journal eines Dopingprozesses“ (2001), „Für heute reicht’s. Amok in Erfurt“ (2004) und „Seelenriss“ (2010), die immer wieder öffentliche Debatten anregen konnten.
Seit 2005 gab sie zusammen mit Joachim Walther die „Verschwiegene Bibliothek“ heraus, eine auf zehn Bände angelegte Edition von Autor:innen und Texten, die in der DDR nicht erscheinen durften. Als Herausgeberin sorgte Ines Geipel insbesondere für die Wiederentdeckung von vergessenen ostdeutschen Dichterinnen. 2015 erschien der Analyseband zur unveröffentlichten Literatur in der DDR „Gesperrte Ablage. Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945 – 1989“.
2011 erhielt Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis, 2023 den Erich-Loest-Preis und 2024 den Deutschen Hörbuchpreis für „Jahrhundertstimmen“, Kategorie „Das besondere Hörbuch“.

Preise & Infos

Anmeldungen erbitten wir bis spätestens 20. November 2026 entweder online oder direkt an: niedermaier@eatutzing.de
 
Eintritt frei.
 
Eine Anmeldung ist erforderlich.
 
Bildnachweis: © Gaby Gerster / ma eat Archiv
Kontakt

Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S-Bahn S6 bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße / Marienstraße.

Mit dem Pkw
Von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.

E-Mobilität
Die E-Ladesäulen der Akademie befinden sich auf dem Parkplatz P2. Die Karten dafür erhalten Sie an der Rezeption.

Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 65 €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!