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DAS OBERLAND UNTER DRUCK
Die Tagung widmet sich im Schwerpunkt dem „langen“ ersten Jahr der nationalsozialistischen Herrschaft von der „Machtergreifung“ am 30. Januar 1933 bis zum „Röhm-Putsch“ am 30. Juni 1934. Bayern wurde als letztes Land – am 9. März 1933 – unter eine von Berlin eingesetzte NS-Regierung gestellt. Davor zeigen die Befunde der Wahlforschung für die katholisch geprägten agrarischen Gebiete Süddeutschlands eine deutliche Resistenz gegenüber dem faschistischen Vormarsch, v.a. im Vergleich mit den evangelisch geprägten ländlichen Regionen in Mittel- und Norddeutschland. Wie aber reagierten Politik und Gesellschaft im Oberland, als auch Bayern „gefallen“ war? Wie vollzog sich die Gleichschaltung in Institutionen, Wirtschaft und Gesellschaft vor Ort? Wer bereitete den Boden, wer zeigte sich widerständig?
Die Tagung wird anhand von Lokaluntersuchungen die Bedeutung von Vereinen, Presse, Kirche und weiteren Milieuagenturen für die Durchsetzung des Nationalsozialismus herausarbeiten. Andererseits hielten sich im Oberland auch Kräfte, die die Umsetzung nationalsozialistischer Maßnahmen zumindest eindämmten und begrenzten.
Neben den sozialen und wirtschaftlichen Faktoren spielten Wohnsitze oder Aufenthaltsorte von NS-Lokalmatadoren oder bekannten „Führern“ eine erhebliche Rolle. Nicht zuletzt wurde der erste entscheidende Schlag Hitlers gegen die SA im sog. Röhm-Putsch in Bad Wiessee geführt.
In Zeiten, in denen viele von der NS-Vergangenheit nichts mehr wissen wollen, setzt die Tagung bewusst auf Erinnerung im lokalen Kontext: dort, wo es konkret und manchmal auch schmerzhaft wird.
Herzliche Einladung zur Teilnahme an einer Debatte, die uns sicher manches Mal von der Geschichte in die Gegenwart führen wird.
Dr. Ulrike Haerendel
Historikerin, München
Anreise ab 16.00 Uhr
Beginn mit dem Abendessen
Gespräche in den Salons