Tutzinger Salon
In Anlehnung an die Salons des 18./19. Jahrhunderts erleben Sie Persönlichkeiten aus Kultur und Gesellschaft, die etwas Besonderes zu präsentieren haben.

Marie Luise Kaschnitz hat einen Zyklus von Gedichten eigens für die Tagung „Wozu Dichtung?“ der Evangelischen Akademie Tutzing im Jahre 1951 verfasst. Im Programm selbst war er dann zwar nicht erwähnt, doch er erzeugte große Resonanz. Für das Werk der Autorin – sie gab ihm den Titel „Tutzinger Gedichtkreis“ – wurde er in zweifacher Hinsicht zu einem Schlüsseltext. Er bricht radikal mit der traditionellen religiösen Rede von Gott nach dem Zivilisationsbruch von Krieg und Holocaust und er eröffnet eine neue Phase ihres Dichtens.
Geboren 1901 in Karlsruhe, absolvierte Marie Luise Kaschnitz nach dem Abitur eine Lehre als Buchhändlerin in Weimar, bereiste mit ihrem Ehemann, einem Archäologen, viele Länder Europas und lebte von 1941 bis zu ihrem Tod 1974 vornehmlich in Frankfurt. 1933 erschien ihr erstes Buch „Liebe beginnt“, ein Roman. Ihre bekanntesten Werke sind „Beschreibung eines Dorfes“, „Tage, Tage, Jahre“ und „Orte“. Sie wurde unter anderem mit dem bedeutendsten deutschen Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet. 1984, zehn Jahre nach dem Tod der Autorin, wurde der von der Evangelischen Akademie Tutzing gestiftete Marie-Luise-Kaschnitz-Preis zum ersten Mal verliehen – an Ilse Aichinger. Mit dem Preis werden deutschsprachige Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, deren erzählerisches, lyrisches und/oder essayistisches Werk im Geist der Namensgeberin gewürdigt wird.
Der Anlass für diesen Tutzinger Salon ist ein Doppeljubiläum: der 125. Geburtstag der Dichterin sowie die Veröffentlichung des „Tutzinger Gedichtkreises“ vor 75 Jahren. Dabei hören wir Texte aus ihrem Werk – buchstäblich über Gott und die Welt – und möchten über ihre Bedeutung heute sprechen.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Pfr. Udo Hahn
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Barbara Greese
Rezitatorin und Rhetoriktrainerin
Einlass ab 18.30 Uhr
Lesung & Resonanz
Barbara Greese & Udo Hahn
Begegnungen und Gespräche in den Salons
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Eine Anmeldung ist erforderlich.
Sie arbeitet heute in den Bereichen Rhetoriktraining, Sprecherziehung sowie Stimmbildung und bietet insbesondere Kommunikationscoachings für Wissenschaftler:innen an. Sie tritt als Rezitatorin etwa bei Konzertlesungen und literarisch-tänzerischen Programmen auf, die sie auch selbst konzipiert. Gert Westphal, der „König der Vorleser“ ist dazu eine bleibende Inspiration. Das Motto von Barbara Greese ist: „Wirken mit dem Wort“.
Mehr unter www.barbaragreese.de
Udo Hahn, Pfarrer, Publizist, Autor, leitet seit 2011 die Evangelische Akademie Tutzing.
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
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