
„Sehnsucht nach Freiheit“ – Gespräch mit Leslie Mandoki
26. November 2026
AbendveranstaltungInhalt
Leslie Mandoki
Gesellschaftliche Spaltung, der Einfluss sozialer Medien und Kriege machen Leslie Mandoki zu schaffen. 1989, im Jahr des Mauerfalls war er gerade Vater geworden: „Es regnete in Berlin eigentlich Glück vom Himmel“. In einem Interview sagt der heute 73-Jährige: „Ich habe nie gedacht, dass wir eines Tages, zum 70. Jahrestag des ungarischen Volksaufstands gegen die russische Unterdrückung, wieder Krieg mitten in Europa haben würden“.
„Ohne 1956 hätte es 1989 nie gegeben“, schreibt Leslie Mandoki in seinem eben erschienenen Buch „Sehnsucht nach Freiheit“, aus dem auch ein Film sowie eine Konzertreihe entstanden sind. Thema: Der Aufstand im Herbst 1956, der Ende Oktober in den Budapester Universitäten friedlich begann und Anfang November mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen gewaltsam endete. Hunderte Menschen wurden hingerichtet, Zehntausende interniert, viele Menschen flohen daraufhin in den Westen. Leslie Mandoki flüchtete im Jahr 1975, zu Fuß. Für seine Recherchen sprach er mit Zeitzeugen, Weggefährten und Freunden – von Altbundespräsident Christian Wulff über Peter Maffay bis hin zu Michail Gorbatschow.
Mandoki ist heute deutscher Staatsbürger – und nur das. „Man darf auch als Einwanderer wie ich darauf stolz sein, hier anzukommen und Deutscher zu werden, auch wenn mein Herz manchmal immer noch ungarisch denkt“, sagt er. „Aber Integration ist eindeutig eine Bringschuld von uns Eingewanderten.“ Dass die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft am Anfang ihres Lebens gleiche Chancen bekommen, ist Mandoki wichtig.
Mit seinem Projekt hofft Mandoki, auch junge Menschen zu erreichen. „Ausgelöst haben den Aufstand 17-, 18-, 19-Jährige.“ Gleiches gelte für den Mauerfall.
In der Evangelischen Akademie Tutzing sprechen wir mit ihm über seine Erinnerungen an 1956, seinen persönlichen Weg sowie über die Herausforderungen der heutigen Zeit in Gesellschaft, Politik und Medien.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Pfr. Udo Hahn
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Programm
Einlass ab 18.30 Uhr
Leslie Mandoki im Gespräch mit Udo Hahn
Wir bitten um Ihre Anmeldung.
———————————————————————–
Der Band „Sehnsucht nach Freiheit: 1956 – 1989 – 2026“ ist im Verlag Herder (384 Seiten, 48 Euro) erschienen.
Begegnungen und Gespräche in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Pfr. Udo Hahn
AkademiedirektorReferat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Referierende
Leslie Mandoki, geboren in Budapest, gehörte Mitte der 1970er Jahre zu den führenden musikalischen Stimmen der antisowjetischen Studentenbewegung in Ungarn. Zusammen mit zwei Freunden floh er 1975 nach Deutschland, um „seinen Traum zu leben und nicht sein Leben zu träumen“. Hier traf er auf seine Idole, die er schon seit seiner Jugend hinter dem Eisernen Vorhang verehrte und begann, mit ihnen Musik zu machen.
Er gründete vor über drei Jahrzehnten die Mandoki Soulmates, zu denen Weltstars wie Ian Anderson (Jethro Tull), John Helliwell (Supertramp), Bobby Kimball & Steve Lukather (Toto), Jack Bruce (Cream) und New Yorker Jazz-Rock-Star Al Di Meola gehören. Die Mandoki Soulmates vereinen legendäre Ikonen der anglo-amerikanischen Musikszene ergänzt durch den inzwischen verstorbenen Mentor Leslie Mandokis, Klaus Doldinger, sowie auch Till Brönner und Peter Maffay. Im Laufe der Jahre schrieb Mandoki eine Vielzahl von Alben, die Gold- und Platinstatus erreichten.
Mit dem aktuellen Album der Mandoki Soulmates „A Memory Of Our Future“ werden Mandoki und seine musikalische Wertegemeinschaft ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung als Künstler mit direktem Draht zum Publikum gerecht, was ihm eine Einladung in die American Rock and Roll Hall of Fame einbrachte.
Preise & Infos
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de
Ort & Anreise
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S-Bahn S6 bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße / Marienstraße.
Mit dem Pkw
Von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.
E-Mobilität
Die E-Ladesäulen der Akademie befinden sich auf dem Parkplatz P2. Die Karten dafür erhalten Sie an der Rezeption.
Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 65 €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass. Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!