
Aktuelles Brücken bauen zwischen Generationen
Nadja Bürgle„Generationengespräche – Was uns verbindet“ heißt das Format, das kurz vor Weihnachten 2025 an der Evangelischen Akademie Tutzing gestartet ist und 2026 und 2027 fortgeführt wird. Das Ziel: Menschen unterschiedlichsten Alters miteinander ins Gespräch zu bringen, Perspektiven zu wechseln und Gemeinschaft entstehen zu lassen.
„Das Gespräch ist die Brücke zwischen den Menschen.“ Diesem Gedanken von Albert Camus folgen auch die Generationengespräche. Die Fragen sind altersunabhängig: Was wolltest Du einen Menschen, der viele Jahre älter oder jünger ist als Du, schon immer mal fragen? Zum Beispiel: Hast Du einen Lebenstraum? Wie blickst Du in die Zukunft? Welche Themen beschäftigen Deine Generation? Was würdest Du in unserer Gesellschaft verändern?
Fragen wie diese können Teil eines Gesprächs zwischen den Generationen sein. Dabei kommen jüngere und ältere Menschen zusammen, um Lebenserfahrungen, Herausforderungen und Überzeugungen miteinander zu teilen. Wünsche, Sorgen, Fragen nach Glück und Sinn haben hier einen Platz ebenso wie aktuelle gesellschaftliche und politische Themen, die die Teilnehmenden beschäftigen. Indem wir miteinander reden, lernen wir die Lebenswirklichkeiten anderer Generationen kennen, nehmen neue Blickwinkel ein und finden heraus, was uns über Altersgrenzen hinweg verbindet.
Demokratischer Dialog zwischen den Generationen fördert Vertrauen und Zusammenhalt, bündelt Ressourcen und Kräfte, unterstützt Verantwortungsübernahme und schafft die Grundlage für echte Generationengerechtigkeit. Wir laden ein zu einem Nachmittag mit vielen Fragen und Antworten!
TERMINE
4. Dezember 2025, 15-18 Uhr, Evangelische Akademie Tutzing
3. Dezember 2026, 15-18 Uhr, Evangelische Akademie Tutzing
24. Juni 2027, 15-18 Uhr, Evangelische Akademie Tutzing
Weitere Termine werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
Aktuelle Veranstaltungsangebote finden Sie auf unserer Homepage unter „Veranstaltungen“.
„Mich hat positiv überrascht, wie offen und interessiert die älteren Leute waren. Die Gespräche waren viel entspannter und lustiger, als ich gedacht hätte. Auch, dass die ältere Generation uns versteht und mit uns fühlt.“
Anonym
„Die Offenheit der älteren Generation gegenüber der jüngeren hat mich überrascht. Ich nehme einige Tipps der Älteren mit – zum Beispiel ‚Ja sagen‘ oder ‚Spring über deinen Schatten.‘“
Lisa-Marie Langguth
„Ich nehme mit, dass die älteren Generationen gar nicht so verschiedene Weltansichten haben, wie ich es immer gedacht habe.“
Moritz Schäfer
„Ich fand es sehr interessant, mich über Themen wie Politik, Gesellschaft, die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile unserer Generationen zu unterhalten und die Lebensweisheiten erfahrener Menschen kennenzulernen. Mich hat es positiv überrascht, dass die ältere Generation gar nicht so schlecht über unsere denkt, wie man dies manchmal mitbekommt und alle sehr aufgeschlossen waren und den Dialog gesucht haben.“
Anonym
„Besonders überrascht hat mich, wie offen, locker und ehrlich alle miteinander umgegangen sind. Man kannte sich zwar nicht, aber trotzdem sind authentische und tiefgründige Gespräche entstanden, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.
Die verschiedenen Gespräche zeigten mir, wie unterschiedlich Lebensläufe sein können und dass es mehr als in Ordnung ist, sich nicht an vorgegebenen Erwartungen oder den Vorstellungen anderer zu orientieren. Man sollte seinen eigenen Weg gehen, seine eigenen Ziele erreichen und sich nicht vergleichen oder hindern lassen, seine Wünsche zu erfüllen. Dies und vieles mehr innerhalb der Gespräche hat mir die Kraft gegeben, das zu verfolgen was ich wirklich will bzw. gezeigt, dass ich mir die Zeit nehmen darf, herauszufinden was das ist. Schließlich ist es mein Leben und ich entscheide, wie ich es gestalte.
Die Generationengespräche sind eine bereichernde Erfahrung, die neue Blickwinkel eröffnet und evtl. auch Vorurteile abbaut. Es zeigte sich, dass man in jedem Alter und auch von jedem Alter voneinander lernen kann.“
Julia Semmler
„Vor kurzem saß ich mit Menschen zwischen 17 und 95 Jahren zu ‚Generationengesprächen‘ im Musiksaal der Evangelischen Akademie Tutzing. Die meisten von uns kannten sich nicht. Es ging um große Fragen, ‚deeptalk‘, wie junge Menschen es heute gerne nennen. Welche Träume hast du? Was ist dir wichtig im Leben? Was hättest du gerne früher gewusst? Was macht dir Sorgen? Das Format dauerte nur drei Stunden, aber in dieser Zeit geschah etwas ganz Besonderes. Ein warmes Gefühl breitete sich in mir aus: Es war die Entstehung eines Gemeinschaftsgefühls über Altersgrenzen und Erfahrungshorizonte hinweg. Menschen, die ihre Freuden und Nöte, Sorgen, Gedanken, Beobachtungen teilten. Die Handys durften sich währenddessen in Rucksäcken und Taschen langweilen, auch das tat unglaublich gut.
Während wir miteinander sprachen, schmolzen Altersunterschiede und Vorurteile gegenüber der anderen Generation wie Eis auf dem Kamin. Wir hörten einander zu und vergaßen uns dabei selbst ein bisschen. Wir haben uns ausgetauscht, uns zugehört, miteinander geredet – auf Augenhöhe.
Gesellschaftliche Fragen und politische Themen wurden aufgegriffen von Wehrpflicht über soziale Medien bis hin zu demokratischen Werten und Möglichkeiten, sich zu engagieren. Wir haben kommuniziert, im wortwörtlichen Sinn. Im Wort Kommunikation steckt das lateinische ‚communio‘ – Gemeinschaft. Das Verb ‚communicare‘ lässt sich mit teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen oder vereinigen übersetzen. Das verdeutlicht: Kommunikation ist eine soziale Handlung. Und sie hat ein Ziel: etwas Gemeinsames entstehen zu lassen. Gemeinschaften immer wieder neu zu begründen, zu beleben und zu erleben, sehe ich als große Aufgabe für uns alle. Die Kraft, die es dazu braucht, steckt in jedem einzelnen Menschen.“
Dorothea Grass, Studienleiterin/Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in ihrem Newsletter-Editorial im Januar 2026
Dr. Nadja Bürgle, Studienleiterin für Soziales und Bildung, Wirtschaft und Arbeitswelt, Nachhaltige Entwicklung