
Aktuelles Bundesverdienstkreuz für Martin Held
Dorothea GrassHohe Ehre für einen ökologischen Pionier: Dr. Martin Held hat am 12. Mai 2026 im Ortsmuseum Tutzing das Bundesverdienstkreuz erhalten. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber überreichte die höchste Auszeichnung des Landes.
„Unser Land kann dankbar für jemanden wie Sie sein! Für einen Pionier einer neuen Wirtschaftsordnung, die ökologische und soziale Gerechtigkeit verbindet.“ Mit diesen Worten überreichte der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber im Namen des Bundespräsidenten am 12. Mai das Bundesverdienstkreuz an Dr. Martin Held.
Der langjährige Studienleiter der Evangelischen Akademie Tutzing erhielt das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, wie es offiziell heißt, für ein Lebenswerk, das seiner Zeit oft weit voraus war. Als Vordenker für Umwelt- und Klimaschutz prägt er seit mehr als vier Jahrzehnten die Debatten um nachhaltige Entwicklung, Umweltpolitik, Zeit- und Wirtschaftsethik. Seine Verdienste liegen vor allem in der wissenschaftlichen, bildungspolitischen und gesellschaftlichen Vermittlung zukunftsweisender Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.
1984 fand der promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschafter seine berufliche Heimat als Studienleiter für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung in der Evangelischen Akademie Tutzing – „eine der bedeutendsten Denkwerkstätten in Deutschland“, wie Glauber bei der Überreichung im Tutzinger Ortsmuseum sagte.
Impulsgeber für die Wirtschaft
Helds Wirken strahlt weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Er initiierte und steuerte mehr als 400 Tagungen, Symposien und Praxisprojekte. Bereits im Jahr 1988 setzte er mit der „Tutzinger Erklärung zur umweltorientierten Unternehmenspolitik“ Maßstäbe für die Wirtschaft.
Umweltminister Glauber charakterisierte Helds Arbeit mit diesen Worten: „gesellschaftlich relevante Themen auswählen, frühzeitig Probleme wahrnehmen und gezielt nachhaltige Netzwerke aufbauen.“
Martin Helds Tagungen hätten so zum Beispiel „einst wichtige Gespräche über die geplante Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf ermöglicht.“ Auch Kooperationen mit japanischen Umweltinitiativen, vor allem nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, hatten eine besondere Bedeutung.
Von 1992 bis 1994 war Martin Held Mitglied der Bundestags-Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“. Zuletzt bewies er mit dem Projekt „Tutzing klimaneutral 2035“, wie sich globales Klimabewusstsein direkt vor Ort in kommunales Handeln übersetzen lässt.
Ein Leben im Dienst der Ökologie
„Wir sehen Ihr Wirken mit großer Dankbarkeit und Hochachtung. Es ist für uns als kleine Gemeinde etwas ganz Besonderes, dass ein solch engagierter Bürger in unserer Mitte lebt und arbeitet.“, so Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn bei seiner Begrüßung.
Auch Akademiedirektor Udo Hahn zollt den Verdiensten des Ordensträgers Respekt: „Als Studienleiter hat Dr. Martin Held die Evangelische Akademie Tutzing über 31 Jahre geprägt. Als freier Mitarbeiter unterstützt er unsere Arbeit dankenswerterweise bis heute. So verleiht er vielen Impulsen, die sich mit seiner innovativen Arbeit auf dem Feld der Ökologie verbinden, Nachdruck.“
Umweltminister Thorsten Glauber bezeichnete das Lebenswerk von Martin Held als wegweisend. Sein Engagement fülle das Prinzip „global denken – lokal handeln“ mit Leben. Das habe auch eine der letzten Ausstellungen im Ortsmuseum Tutzing eindrucksvoll gezeigt, in der sich Martin Held mit der Arbeitsgemeinschaft „Moore“ der Geschichte des kleinen Ortes Kampberg annahm: in Verbindung mit den Mooren, der Torfstecherei und der Eisenbahn.
Tutzings Bürgermeister freute sich über die besondere Symbolik der Ortswahl für die Ordensübergabe. Er sagte: „Hier, wo Sie im Kontext Tutzing über gesellschaftliche Entwicklungen und ökologische Verantwortung kuratiert haben, erhalten Sie nun die Auszeichnung für ihr jahrzehntelanges Engagement für genau diese gesellschaftlichen Herausforderungen und Zukunftsfragen.“
Martin Held bedankte sich in seiner Rede und bezeichnete die Auszeichnung als Ehre in vielerlei Hinsicht: „Sie ist eine Würdigung der Themen, für die ich aktiv bin. Sie ist zugleich für mich persönlich eine Ehre. Sie ist ebenso eine Ehre für die Evangelische Akademie Tutzing. Und sie ebenso eine Ehre für die Netzwerke, mit denen ich zu den Aufgaben der sozial-ökologischen Transformation zusammenarbeite.“
Der Bundesverdienstorden wird für außergewöhnliche Leistungen um das Gemeinwohl verliehen. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden.