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Udo Hahn, Dr. Min-Mi Hackelsberger-Lian und Edigna Hackelsberger vor der Gedenktafel des Bildhauers Fritz Koenig im Innenhof von Schloss Tutzing.info Icon© dgr / eat archiv

Aktuelles Erinnerung an Albert Hackelsberger

Dorothea Grass zeit info 25. September 2026

Am 25. September 1940 starb der damalige Besitzer von Schloss Tutzing in Gestapo-Haft. Jedes Jahr kommen Mitglieder der Familie Hackelsberger Ende September in die Evangelische Akademie Tutzing, um an der bronzenen Wandtafel im Innenhof des Schlosses Albert Hackelsberger zu gedenken – so auch in diesem.

Eine brennende Kerze, eine kleine Zusammenkunft, ein Moment des Gedenkens, des Gebets und der Stille. So ist es seit vielen Jahren Tradition in der Akademie, jedes Jahr am 25. September. In diesem Jahr fand die kleine Gedenkzeremonie für Dr. Dr. Albert Hackelsberger, Unternehmer, Politiker der Zentrumspartei und früherer Besitzer von Schloss Tutzing, aus Termingründen schon einen Tag zuvor statt.

Akademiedirektor Udo Hahn zitierte den rumänisch-US-amerikanischen Schriftsteller, Hochschullehrer und Publizisten Elie Wiesel: „Die Erinnerung ist ein wesentlicher Teil des Lebens und des Lebenssinns. Ohne Erinnerung wird das Vergangene in den Abgrund gerissen, wodurch es sämtliche Bezüge zum Hier und Jetzt verliert. Ohne Erinnerung gäbe es keine Geschichte, keine Kultur, keine Zivilisation, weder Moral noch Pflichtbewusstsein. Wer die Opfer vergisst, tötet sie als zweites Mal.“

Am 20. September 1938 wurde Hackelsberger im Innenhof von Schloss Tutzing von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet. Vorgeworfen wurden ihm „Volksverrat“ und „Devisenvergehen“, zu einer Anklage kam es jedoch nicht. Im August 1940, nach zweijähriger Einzelhaft und zahlreichen Verhören, erkrankte Hackelsberger und wurde in eine Freiburger Klinik gebracht. Dort galt er weiter als Untersuchungsgefangener, der in einem Einzelzimmer „stets unter Verschluß zu halten“ war. Sechs Wochen später starb er an den Folgen der Haftbedingungen in Verbindung mit einer Krankheit aus dem Ersten Weltkrieg.

Das Gedenken an Hackelsberger löse immer Entsetzen aus, so Hahn bei der Gedenkveranstaltung am Donnerstag. Zugleich lasse es verstummen und auch einen Aufschrei entstehen. „Der Schmerz über den Tod von Dr. Dr. Albert Hackelsberger, die Bedrückung über den Verlust, den seine Frau und die Kinder,  die Familie erfahren haben und die Bitterkeit über das Unrecht und das millionenfache Leid, das die Diktatur des Nationalsozialismus über die Welt gebracht hat, dieser Schmerz und die Bitterkeit werden im Augenblick der Erinnerung und des Gedenkens wach.“

Akademiedirektor Hahn dankte der Familie Hackelsberger im Beisein von Edigna Hackelsberger (einer Enkelin) sowie Dr. Min-Mi Hackelsberger-Lian (Hackelsberger-Schwiegertocher) für die große Treue zur Akademie und das alljährliche gemeinsame Gedenken.

Bild: Udo Hahn, Dr. Min-Mi Hackelsberger-Lian und Edigna Hackelsberger vor der Gedenktafel des Bildhauers Fritz Koenig.