Was haben Ismaning, Mödlareuth, Wunsiedel, München, Nürnberg, Traunreut und Tutzing gemeinsam? Das Präsidium des Bayerischen Landtags hat soeben beschlossen, die genannten Gemeinden und Städte als
„Orte der Demokratie in Bayern“ auszuzeichnen. Damit wird das Projekt, das seit sechs Jahren die Geschichte und Bedeutung der Demokratie im Freistaat sichtbar macht, fortgeführt. Der Freistaat Bayern verfolgt damit das Ziel, „demokratische Werte, historische Erfahrungen und gesellschaftliches Engagement im öffentlichen Raum erfahrbar zu machen und das Bewusstsein für den Wert der Demokratie weiter zu stärken“.Die Ehrung Tutzings wird unter anderem mit der Arbeit der Evangelischen Akademie Tutzing begründet. Diese startete 1947, nur zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie steht, so das Präsidium des Bayerischen Landtags, für die „Bedeutung des demokratischen Diskurses“. Gleiches gilt für unsere Nachbarn von der Akademie für Politische Bildung, die zehn Jahre später gegründet wurde.
Wir freuen uns sehr über diese Würdigung. Denn genau das war die Absicht, die sich mit der Gründung unserer Denkwerkstatt verband: die Demokratie zu fördern und die Zivilgesellschaft zu stärken. Zahlreiche Impulse sind von der Evangelischen Akademie Tutzing ausgegangen und haben bundesweit und international Wirkung entfaltet. Wir sehen in der Ehrung eine Bestätigung unseres Auftrags und eine Ermutigung, diesen immer wieder neu zu erfüllen.
Apropos neu: Wir präsentieren uns neu im Netz – mit frischem Design, mehr technischen Funktionen und einem besseren Zugang zu unseren multimedialen Inhalten und vielfältigen Bildungs- und Begegnungsangeboten. Wie ein Tor zur Ideenwelt und als Kraftort am Starnberger See liefert unsere neue Website eatutzing.de einen Eindruck von Schloss Tutzing, dem Sitz der Akademie, sowie von ihren Veranstaltungen und deren Inhalten: in aktuellen Texten und Bildern, Blogartikeln, Videos, Podcasts und weiteren Publikationen.
Freilich: Nichts geht über die persönliche Begegnung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre Beiträge zu den aktuellen Debatten!
Ihr
Udo Hahn
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Gastkolumne
Resilienz statt struktureller Instabilität
Wer in Deutschland in wissenschaftlichen Einrichtungen arbeitet, ist oft über lange Zeit prekär beschäftigt, unterliegt steilen Hierarchien – und wird nicht selten in seiner wissenschaftlichen Freiheit eingeschränkt. Unser Gastautorenteam fordert: Das Wissenschaftssystem sollte sowohl gegenüber vorauseilendem Gehorsam von innen als auch gegenüber Angriffen von außen wehrhafter gemacht werden.
Aus der Akademie
„Das Gefühl, dass einem nichts fehlt in dem Moment“
Wie fühlt sich Glück an? Wann hast Du es zum letzten Mal gespürt? Was bedeutet Glück eigentlich für das Individuum, aber auch für die Gesellschaft? Und wie sehen verschiedene Religionen Glück? Um diese und andere Fragen ging es im Workshop- und Studientag „Glück“ des Jungen Forums.
Aus der Akademie
Jean Asselborn über die Zukunft des Westens
Wir erleben eine Zeit der Willkür der Mächtigen, die alle in Gefahr bringt – diese Wahrnehmung brachte Luxemburgs Außenminister a.D. Jean Asselborn bei seiner Tutzinger Rede Anfang März zum Ausdruck. Zu Bericht und Video.
Aus der Akademie
Gebildet bleiben in der Komplexität
Zu viel Information in einer überladenen Welt? Viele Menschen fühlen sich überfordert und ohnmächtig im Umgang mit der aktuellen Nachrichtenlage und ziehen sich zurück. In ihrem Blogbeitrag geht Studienleiterin Julia Wunderlich der Frage nach: Ist das wirklich eine Option? Und welches Ergebnis zeigt die die U18-Kommunalwahl?
Aus der Akademie
Ausstellung „Engel“
Bilder, die eine Seele haben. Das ist der Anspruch, mit dem die Künstlerin Caro Scharrer zu Werke geht. Ihre Engel-Motive sind bis Mitte Mai in der Evangelischen Akademie Tutzing zu sehen. Teilnehmende von Veranstaltungen und Tagungen können die Ausstellung jederzeit sehen. Für die Öffentlichkeit gibt es drei Besichtigungstermine – bei freiem Eintritt.
Aus der Akademie
Was heißt hier Lebensqualität?
Lebensqualität ist zum Maß der Medizin geworden. Wieviel Leid erträgt das Leben? Muss es überhaupt noch sein? Der Mensch allein weiß, was er sich zumuten kann und will. Welchen Platz hat das Leid in der modernen Medizin? 36. Medizin-Theologie-Symposium vom 24.-26. April 2026.
Aus der Akademie
Prekäres Glück in einer erschütterten Welt
In einem Brief nennt Theodor W. Adorno seine „Negative Dialektik“ kurz nach ihrem Erscheinen unter seinen Schriften „das philosophische Hauptwerk, wenn ich so sagen darf“. Vor sechzig Jahren ist der Band erschienen. Die Tagung am ersten Maiwochenende fragt: Was lässt sich aus ihm für die Krisen und die Hoffnungen unserer Zeit lernen?
Aus dem Freundeskreis
Zivilgesellschaft und Demokratie
Unter diesem Titel lädt der Freundeskreis gemeinsam mit der Akademie vom 5.-7. Juni 2026 zu seiner Jahrestagung ein. Mit dabei sind namhafte Engagierte, Forschende und Intellektuelle wie zum Beispiel Prof. Dr. Daniel Ziblatt, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dr. Lilian Schwalb und Prof. Dr. Swen Hutter. Seien Sie dabei!