Als ob kein Gott sei
03. – 05. April 2020
TagungInhalt
Diese Veranstaltung muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausfallen.
VON GUTEN MÄCHTEN WUNDERBAR GEBORGEN ERWARTEN WIR GETROST WAS KOMMEN MAG ….
Dietrich Bonhoeffer (4.2.1906 – 9.4.1945)
So will es uns die 7. Strophe von Dietrich Bonhoeffers Gedicht vergewissern. Er hatte es am 19. Dezember 1944 geschrieben und seiner Verlobten zu Weihnachten geschickt. Gleichsam auf der Schwelle vom Alten ins Neue, vom Bekannten ins Offene, ins Ungewisse, ja: ins Barbarische. Denn am 9. April 1945 wird Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg umgebracht.
Vertont von Siegfried Fietz, ist das Gedicht längst zum spirituellen Anker geworden, in sensiblen Momenten, prekären Situationen, schreiender Not und lähmender Gefahr den Ängsten, Schmerzen, Abgründen eine Stimme, ein Gesicht, eine Gegenwelt zu stiften.
Doch woher nahm Bonhoeffer die Kraft, gefangen von den Schergen des Bösen, den Handlangern des Todes ausgeliefert, mit den Versen seiner Poesie dem Trauma mit einem Traum zu widersprechen? Wie kann jemand in größter Ohnmacht aus der Chiffernschrift von Bibel und Glaube noch so etwas wie Hoffnung durchschimmern sehen? Was kann uns solche Haltung heute sagen, die wir uns in einer entzauberten oder kunterbunt wieder verzauberten Welt, unterm leeren Himmel oder voller himmlischem Konsumglück wähnen?
Dietrich Bonhoeffer, ein Kosmopolit in Barcelona, London, Rom und New York und ein deutscher Widerständler, ist als Person wie in seinem Werk unerschöpflich. Von frommer Zuversicht bis zur Verzweiflung, von Christen bis Heiden, vom Reich Gottes statt der Kirche, vom diffusen Ich bis zum gewissen Selbst, von der nicht-religiösen Interpretation des Evangeliums bis zur gottlosen, darin mündigen, gottnahen Welt und mehr handeln seine Schriften. Trost und Einspruch, Widerstand und Ergebung – in allem scheinen die Extreme sich nicht nur zu berühren: Sie bündeln sich zu einer Haltung, nicht korrumpierbar, nicht gottlos, aber auch nicht bigott zu werden.
Für dieses schwache Denken, jenes pensiero debole (Gianni Vattimo), jenes Leben in der Nachfolge Jesu ohne dogmatische Absolutheiten braucht es viel Mut. Für Bonhoeffer schwang in Bildern profanen Glücks unveräußerlich die sakrale Kunde von Erlösung mit. Er hat sie im Diesseits gesucht. – Und wir? Wie aktuell, vertraut oder auch fremd erscheint uns Bonhoeffer heute?
Brigitte Grande M.A.
Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Anreise ab 16:00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 Uhr
Etsi deus non daretur / Als ob es Gott nicht gäbe
Wie aktuell ist Dietrich Bonhoeffer heute?
Begrüßung und Einführung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
12.30 Uhr
und
Brigitte Grande M.A.
19.30 Uhr
Jesu Ruf in die Nachfolge. Wie Dietrich Bonhoeffer und Karl Barth ihn verstanden haben.
Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Busch
20.30 Uhr
Dietrich Bonhoeffer – Die Lebensreise eines Grenzgängers
Prof. Dr. Renate Wind
21.30 Uhr
Gespräche und Geselligkeiten in den Salons
Veranstaltungsleitung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Ehem. Studienleiter, Evangelische Akademie TutzingReferierende
Referierende
Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. mult. Eberhard Busch em., Reformierte Theologie, Dogmatik und Ethik, Universität Göttingen, eh. Leiter der Karl Barth-Forschungsstelle
Pfr. Dr. Matthias Flothow, eh. Direktor der Evangelischen Akademie Meißen, Leiter des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing in Landshut
Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Studiendekan der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften, Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie, Ludwig-Maximilians-Universität München
StR René Hurtienne, Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte und Informatik, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach
Anna-Lena Malter, Journalistin, Studentin der Geschichte und Literatur, Universität Erfurt; Stipendiatin der journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad Adenauer Stiftung, Nürnberg
Pfr. Dr. Rainer Oechslen, Beauftragter für den Interreligiösen Dialog der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, München
Prof. Dr. phil. Hartmut Rosenau, Systematische Theologie mit Schwerpunkt Dogmatik, Evangelisch-Theologische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 1. Vorsitzender der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, deutschsprachige Sektion (ibg)
Prof. Dr. Bernd Scheffer, Germanistik und Medienwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dana Sindermann, M.A., Cand.prom., Wissenschaftliche Assistentin, Institut für Wirtschaftsethik, Universität St. Gallen
Pfr. Heiner Weniger, Systematische Theologie, Kunst + Kirche, St. Egidien, Nürnberg
Prof. Dr. Renate Wind em., Biblische Theologie und Kirchengeschichte, Evangelische Hochschule Nürnberg
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Anja Böhm
Telefon: 08158 / 251-123
Fax: 08158 / 99 64 0
boehm@eatutzing.de