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Bild Als ob kein Gott sei – Zum  75. Todestag Dietrich Bonhoeffers

Als ob kein Gott sei – Zum 75. Todestag Dietrich Bonhoeffers

23. – 25. Oktober 2020

Tagung reise info Tutzing reise info Philosophie, Politik, Religion
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Inhalt

VON GUTEN MÄCHTEN WUNDERBAR GEBORGEN ERWARTEN WIR GETROST WAS KOMMEN MAG … .

Dietrich Bonhoeffer (4.2.1906 – 9.4.1945)
 
So will es uns die 7. Strophe von Dietrich Bonhoeffers Gedicht vergewissern. Er hatte es am 19. Dezember 1944 geschrieben und seiner Verlobten zu Weihnachten geschickt. Gleichsam auf der Schwelle vom Alten ins Neue, vom Bekannten ins Offene,  ins Ungewisse, ja: ins Barbarische. Denn am 9. April 1945 wird Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg umgebracht.
 
Vertont von Siegfried Fietz, ist das Gedicht längst zum spirituellen Anker geworden, in sensiblen Momenten, prekären Situationen, schreiender Not und lähmender Gefahr den Ängsten, Schmerzen, Abgründen eine Stimme, ein Gesicht, eine Gegenwelt  zu stiften.
 
Doch woher nahm Bonhoeffer die Kraft, gefangen von den Schergen des Bösen, den Handlangern des Todes ausgeliefert, mit den Versen seiner Poesie dem Trauma mit einem Traum zu widersprechen? Wie kann jemand in größter Ohnmacht aus der Chiffrenschrift von Bibel und Glaube noch so etwas wie Hoffnung durchschimmern sehen? Was kann uns solche Haltung heute sagen, die wir uns in einer entzauberten oder kunterbunt wieder verzauberten Welt, unterm leeren Himmel oder voller himmlischem Konsumglück wähnen?
 
Dietrich Bonhoeffer, ein Kosmopolit in Barcelona, London, Rom und New York und ein deutscher Widerständler, ist als Person wie in seinem Werk unerschöpflich. Von frommer Zuversicht bis zur Verzweiflung, von Christen bis Heiden, vom Reich Gottes statt der Kirche, vom diffusen Ich bis zum gewissen Selbst, von der nicht-religiösen Interpretation des Evangeliums bis zur gottlosen, darin mündigen, gottnahen Welt und mehr handeln seine Schriften. Trost und Einspruch, Widerstand und Ergebung – in allem scheinen die Extreme sich nicht nur zu berühren: Sie bündeln sich zu einer Haltung, nicht korrumpierbar, nicht gottlos, aber auch nicht bigott zu werden.
 
Für dieses schwache Denken, jenes pensiero debole (Gianni Vattimo), jenes Leben in der Nachfolge Jesu ohne dogmatische Absolutheiten braucht es viel Mut. Für Bonhoeffer schwang in Bildern profanen Glücks unveräußerlich die sakrale Kunde von Erlösung mit. Er hat sie im Diesseits gesucht. – Und wir? Wie aktuell, vertraut oder auch fremd erscheint uns Bonhoeffer heute?
 
Pfr. Heiner Weniger, St. Egidien, Nürnberg
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing

Programm

Fr, 23.10.2020 Sa, 24.10.2020 So, 25.10.2020
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Anreise ab 16.00 Uhr

18.00 Uhr

Beginn der Tagung mit dem Abendessen

19.15 Uhr
Etsi deus non daretur / Als ob es Gott nicht gäbe

Wie aktuell ist Dietrich Bonhoeffer heute?

Begrüßung und Einführung

Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Dietrich Bonhoeffer – Die Lebensreise eines Grenzgängers
Prof. Dr. Renate Wind
21.00 Uhr

Gespräche und Geselligkeit in den Salons

Veranstaltungsleitung

Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Ehem. Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing

Referierende

Gabriele Dannert, Ökumenischer Unterstützerkreis Tutzing
Pfr. Dr. Matthias Flothow, eh. Direktor der Evangelischen Akademie Meißen, Leiter des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing in Landshut
Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Studiendekan der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften, Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie, Ludwig-Maximilians-Universität München
StR René Hurtienne, Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte und Informatik, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach
Anna-Lena Malter, Journalistin, Studentin der Geschichte und Literatur, Universität Erfurt; Stipendiatin der journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad Adenauer Stiftung, Nürnberg
Prof. Dr. Bernd Scheffer, Germanistik und Medienwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München
Claudia Steinke, Ökumenischer Unterstützerkreis Tutzing
Pfr. Heiner Weniger, Systematische Theologie, Kunst + Kirche, St. Egidien, Nürnberg
Prof. Dr. Renate Wind em., Biblische Theologie und Kirchengeschichte, Evangelische Hochschule Nürnberg
 
 
 
Literaturhinweise:
Eberhard Bethge, Dietrich Bohoeffer, rororo Bildmonographie, Hamburg 2006
Renate Wind, Dem Rad in die Speichen fallen, Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffer, Weinheim und Basel, 1990 und Gütersloh 1995

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Anja Böhm
Telefon: 08158 / 251-123
Fax: 08158 / 99 64 0
boehm@eatutzing.de