
Am Ende…? Hospiz zwischen Prävention und Assistenz
02. – 03. Juni 2026
TagungInhalt
„PALLIATIVMEDIZIN BEABSICHTIGT WEDER DIE BESCHLEUNIGUNG NOCH VERZÖGERUNG DES TODES“
aus der WHO-Definition von Palliative Care
Die Definition der Weltgesundheitsorganisation beschreibt zwei Pole, die gegenwärtig sowohl Spannung als auch Ratlosigkeit erzeugen. Es war ein großer Gewinn in den 1990er Jahren erfolgreich für die Patientenverfügung gekämpft zu haben. Oft wurde das Sterben von Menschen unnötig und unsinnig verzögert oder gar verhindert – was meist den Wünschen Dritter und Außenstehender entsprach. Die Hospizbewegung konnte zeigen, dass Menschen gut umsorgt und in Würde sterben können und dürfen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
aus der WHO-Definition von Palliative Care
Die Definition der Weltgesundheitsorganisation beschreibt zwei Pole, die gegenwärtig sowohl Spannung als auch Ratlosigkeit erzeugen. Es war ein großer Gewinn in den 1990er Jahren erfolgreich für die Patientenverfügung gekämpft zu haben. Oft wurde das Sterben von Menschen unnötig und unsinnig verzögert oder gar verhindert – was meist den Wünschen Dritter und Außenstehender entsprach. Die Hospizbewegung konnte zeigen, dass Menschen gut umsorgt und in Würde sterben können und dürfen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Doch der andere Teil des obigen Zitats, das gelegentlich Cicely Saunders zugeschrieben wird, macht uns heute zu schaffen. Längst gehört es zum Verständnis einer modernen Gesellschaft, die freiverantwortlich getroffene Entscheidung zum Suizid zu respektieren, statt sie in Bausch und Bogen zu verdammen. Unsere Rechtsprechung hat inzwischen hinreichend Klarheit geschaffen. Dabei ist auch die Freiheit eingeschlossen, beim Suizid Hilfe zu erbitten, anzunehmen und zu gewähren.
Für die Hospizbewegung beginnt damit ein Problem. Zu Zeiten von Cicely Saunders (1918-2005), der Begründerin der modernen Hospizbewegung, war Suizidassistenz noch kein großes Thema. Saunders wandte sich vehement gegen Formen der aktiven Sterbehilfe und Euthanasie. Heute dagegen diskutieren wir den Wunsch von Menschen, beim Suizid Hilfestellung zu erhalten – verstärkt auch in Hospizen, auf Palliativstationen oder in der ambulanten Hospizbegleitung.
Juristisch ist alles geklärt – doch klar ist damit noch längst nicht alles. Das Angebot, Menschen bis zum Ende beizustehen wirkt genau dann „löchrig“, wenn begleitende Personen versprechen, sich radikal am Wunsch der Patient:innen zu orientieren – und dann genau diesen letzten Wunsch verweigern, weil sie sich in einem Dilemma befinden. Dilemmata sind nicht lösbar. Jedoch: Der Umgang mit ihnen lässt sich einüben.
Wie könnte ein Umgang der Hospizbewegung mit diesem Dilemma aussehen? Und welche Rolle spielen wir im Konzert mit anderen Partnern beim Aufbau einer guten Suizidprävention? Antworten suchen wir in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Beirat des DHPV (Deutscher Hospiz- und PalliativVerband) und dem BHPV (Bayerischer Hospiz- und Palliativverband) beim 10. Tutzinger Hospizgespräch, zu dem wir herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing einladen.
TAGUNGSTEAM
Pfr.i.R. Frank Kittelberger, Theologe, Pastoralpsychologe; ehem. Vorsitzender des BHPV; freier Mitarbeiter der Evangelischen Akademie Tutzing
Prof. Dr. Helen Kohlen, Klinik für Palliativmedizin, Leitung des Bachelor-Studiengangs Klinische Pflegepraxis an der Uniklinik/RWTH Aachen; Sprecherin im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Prof. Dr. Andreas Heller, Emeritierter Professor der Abteilung für Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Graz; Sprecher im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Willy Knödlseder, Vorstandsvorsitzender des BHPV; Ethikratsvorsitzender Malteser Wohnen und Pflegen in Bayern
Prof. Dr. Helen Kohlen, Klinik für Palliativmedizin, Leitung des Bachelor-Studiengangs Klinische Pflegepraxis an der Uniklinik/RWTH Aachen; Sprecherin im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Prof. Dr. Andreas Heller, Emeritierter Professor der Abteilung für Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Graz; Sprecher im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Willy Knödlseder, Vorstandsvorsitzender des BHPV; Ethikratsvorsitzender Malteser Wohnen und Pflegen in Bayern
10.00 Uhr
Anreise
10.45 Uhr
Begrüßung
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
11.00 Uhr
Was wir wissen: Suizid, Suizidassistenz, und Suizidprävention
Prof. Dr. med. Ute Lewitzka
Suizidassistenz - nicht ohne Prävention denken!
Cornelia Coenen-Marx
Kommentar aus palliativmedizinischer Sicht
Prof. Dr. Karin Oechsle
Diskussion mit Publikumsbeteiligung
Moderation:
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
12.30 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Kaffee im Foyer
14.30 Uhr
Plädoyer für eine Resonanzethik des Sterbens: in Achtung vor sich selbst und den anderen
PD Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr
Autonomie und (Für-)Sorge
Prof. Dr. Helen Kohlen
Kommentar aus pflegewissenschaftlicher Sicht
PD Dr. Sabine Pleschberger MPH
Diskussion mit Publikumsbeteiligung
Moderation:
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
16.00 Uhr
Zwischenreflexion: „wandernde Murmelgruppen“
Einführung
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
17.30 Uhr
Sammlung im Plenum
Moderation:
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
18.00 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Selbstoptimierung bis in den Tod. Aktive Lebensendplanung in Japan
Dr. Dorothea Mladenova
20.30 Uhr
Begegnungen und Gespräche in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Freier MitarbeiterReferierende
Oberkirchenrätin i.R. Cornelia Coenen-Marx, Pastorin, Publizistin; langjährig Theologischer Vorstand der Kaiserswerther Diakonie; bis zum Ruhestand Oberkirchenrätin im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Prof Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, Theologe, Soziologe, emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Gießen, Mitglied im wissen schaftlichen Beirat des DHPV
Prof. Dr. med. Ute Lewitzka, Humanmedizinerin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; Inhaberin der ersten Professur in Deutschland für Suizidologie und Suizidprävention an der Goethe Universität Frankfurt am Main; Vorstandsvorsitzende der Deutschen
Gesellschaft für Suizidprävention (DGS); Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Pfr. Dr. Hendrik Meyer-Magister, Theologe; ehemals Studienleiter und stellvertretender Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing; Rektor des Theologischen Studienseminars der VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands) in Pullach
PD Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr, Promoviert und habilitiert im Fach Philosophie; aktuell Vertretung der Professur für Philosophiedidaktik der Universität Vechta; Privatdozentin für Philosophie an der Universität Potsdam; assoziiertes Fellow am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt; ehem. Dozentur für philosophische Anthropologie an der Hochschule für Philosophie München
Dr. Dorothea Mladenova, Studium Japanologie, Bulgaristik und Soziologie; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ostasiatischen Institut, Japanologie, Universität Leipzig
Prof. Dr. Karin Oechsle, Professur für Palliativmedizin mit Schwerpunkt Angehörigenforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Prof. Dr. Sabine Pleschberger MPH, Sozial-, Pflege und Gesundheitswissenschaftlerin; Stiftungsprofessorin für Pflegewissenschaft am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de