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Bleibt bei mir! – Depression und Beziehung

27. – 28. November 2017

Tagung reise info Tutzing reise info Ethik & Gesundheit, Psychologie & Lebensfragen
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Inhalt

DER MENSCH WIRD ERST AM DU ZUM ICH
Martin Buber
 
Wenn Menschen und ihre Familien von der Krankheit Depression betroffen sind, suchen sie Hilfe und Behandlung. Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte und andere Behandelnde sind dazu meist kompetent ausgebildet. Sie bemühen sich um die Kranken und Familien. Allerdings wird diese Krankheit und ihre Entstehung bis heute unterschiedlich erklärt. Es gibt überwiegend biologische Ansätze ebenso wie überwiegend tiefenpsychologische.  Dies führt zu einem unterschiedlichen Verständnis der Krankheit und der kranken Menschen; es führt auch zu unterschiedlichen Ansätzen in der Behandlung.
 
Je nach Erklärungsansatz wird die Rolle der Beziehungserfahrung von depressiv erkrankten Menschen  sehr unterschiedlich gesehen. Mag der eine Blickwinkel die Sehnsucht nach konstanter und dauerhafter Beziehung und große Angst vor Trennung als zentralen Faktor für das Entstehen von Depression bezeichnen, gibt es andere Ansätze, die solche sozialen Faktoren bestenfalls als reinen Auslöser ansehen und Depression lieber neurologisch bzw. biochemisch erklären. Wieder andere erkennen in depressiven Episoden nur ein falsch erlerntes Handlungs- oder Verhaltensmuster. Die Frage nach der Bedeutung von Beziehungen in der Entstehung und Behandlung von Depressionen ist also zentral für therapeutische Konzepte, von denen heute mehrere um gesellschaftliche  Anerkennung und Finanzierung ringen.
 
Ein erweiterter Blickwinkel wird nun auch die Familie und Freunde von Erkrankten in den Fokus rücken. Egal nämlich, ob Beziehungserfahrungen und aktuelle Beziehungswünsche als Teil der Krankheitsgeschichte oder gar als ihre Ursache angesehen wird, hat die Erkrankung Auswirkungen auf die soziale Umwelt. Somit ist also nicht nur die Frage der Beziehung zwischen Patienten und Behandelnden bedeutsam, sondern auch der Blick auf das gesamte Beziehungsgeflecht der erkrankten Person und die Wechselwirkung zwischen den Kranken und ihren gesunden Bezugspersonen.
 
Diese Tagung wird sich der Frage der Beziehung im Verständnis und der Behandlung von Depressionen unter dem Blickwinkel des Menschen als sozialem Wesen – mit einer Disposition und einem Bedürfnis nach Beziehungen – widmen. Ein reger und angeregter Austausch zwischen Fachleuten, Behandelnden, Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ist garantiert! Wir laden dazu herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein.
 
Dr. med. Joachim Hein, Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München
Prof. Dr. med. Peter Henningsen, Klinikum rechts der Isar der TU München, München
Frank Kittelberger, Evangelische Akademie Tutzing

  

Programm

Mo, 27.11.2017 Di, 28.11.2017
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Dr. med. Joachim Hein
Prof. Dr. med. Peter Henningsen
9.30 Uhr

Anreise & Kaffee / Tee

10.15 Uhr

Begrüßung und Einführung

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
10.30 Uhr
Grußwort und Vortrag
Leitlinienorientierte Behandlung von Depressionen – ist diese in der Praxis angekommen?
Dr. med. Iris Hauth
11.30 Uhr
Bindung und Beziehung in der Behandlung: Konzepte, Vorgehen und Beispiele
Univ.-Prof. Dr. med. Harald J. Freyberger
12.30 Uhr

Mittagessen

14.00 Uhr
Das depressive Ich braucht ein Du: Betroffene und Angehörige melden sich zu Wort

Podium mit Impulsen …

Dr. Karolina De Valerio & Jürgen Karres & Eva Ziegler-Krabel & Karl Heinz Möhrmann

Moderation:

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
15.30 Uhr

Kaffeepause

16.00 Uhr
Lasst uns reden – egal wie! Erfahrungen mit einer internetbasierten Kommunikation als Baustein eines regionalen Gesundheitsnetzes
Dr. phil. Sarah Liebherz
17.00 Uhr
Nicht ohne meine Gruppe! Ein gruppenanalytisch-familiendynamischer Blick auf Therapiesettings
Dr. phil. Alfred Walter
18.00 Uhr

Abendessen

19.30 Uhr
„Morgen ist leider auch noch ein Tag – irgenwie hatte ich von meiner Depression mehr erwartet“

Tobi Katze liest aus seinem Buch

20.30 Uhr

Gespräche in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Freier Mitarbeiter
Dr. med. Joachim Hein
Prof. Dr. med. Peter Henningsen

Referierende

Dr. theol. Karolina De Valerio, EX-IN-Genesungsbegleiterin; Mitarbeiterin im Münchner Bündnis gegen Depression, München
Univ.-Prof. Dr. med. Harald J. Freyberger, Direktor der Klinik für Psychiatrie u. Psychotherapie an der Uni Greifswald; Wissenschaftlicher Beirat der Lindauer Psychotherapiewochen, Greifswald
Dr. med. Iris Hauth, Past Präsidentin DGPPN; Chefärztin des Alexianer St. Joseph Krankenhauses Berlin Weißensee
Dr. med. Joachim Hein, Arzt; Vorstandsvorsitzender Münchner Bündnis gegen Depression e.V., München
Prof. Dr. med. Peter Henningsen, Ärztlicher Direktor; Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Rechts der Isar der Technische Universität München; Dekan der Fakultät Medizin der Technischen Universität München; Wiss. Leitung „Lindauer Psychotherapiewochen“, München
Madalina Hostiuc, Medizinstudentin, LMU, München
Prof. Dr. med. Dr. phil. Dorothea Huber, Chefärztin Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Harlaching; Professur für Klinische Psychologie und Psychosomatik an der Internationalen Psychoanalytischen Universität in Berlin, München
Jürgen Karres, Dipl.-Psychologe, Langjährig von Depressionen Betroffener; Leiter von „SEPRO-Landsberg“ (Selbsthilfegruppe für Menschen mit seelischen Problemen, Ängsten, Depressionen), Landsberg
Tobi Katze, Poetry Slam-Künstler, Autor, Kabarettist, Bochum
Dr. phil. Dipl. Psych. Sarah Liebherz, Wiss. Mitarbeiterin am Zentrum für Psychosoziale Medizin & Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Karl Heinz Möhrmann, Vorsitzender Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e.V., München
Prof. Dr. rer. soc. Anne-Maria Möller-Leimkühler, Diplom-Sozialwissenschaftlerin; Psychiatrische Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU, außerplanmäßige Professur für Sozialwissenschaftliche Psychiatrie an der Med. Fakultät der LMU München
Prof. Dr. med. Frank Padberg, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Facharzt für Nervenheilkunde; Leiter der Sektion für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychotherapiestation B1b und Spezialambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Innenstadt des Universitätsklinikums der LMU München
Dr. phil. Alfred Walter, Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Gruppenanalytiker, Paar- und Familientherapeut, niedergelassen in Augsburg
Angela Zapp, Central Institute of Mental Health Mannheim, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie; Generation PSY, Mannheim
 

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de