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Blickwechsel

Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft -„Das Auge“

18. Februar 2025

Tagung reise info Tutzing reise info Kunst & Kultur, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

UND ICH ÖFFNE STILL IM HERZEN ALLES, ALLES DIESEM BLICK.                             
                                                                                                                           Joseph von Eichendorff                  

Das Auge, dieser Blick! Etwas Besonderes liegt darin. Was, ist schwer zu ergründen. Dass das unbekannte „Mädchen mit dem Perlenohrring“ zur Mona Lisa des Nordens werden konnte, ist sicher auch diesem, über die Schulter geworfenen Blick zu verdanken: wach, überrascht und doch nicht verschreckt. Etwas Aufforderndes und zugleich Abweisendes spricht daraus: Blicken wir in sie hinein oder sie in uns? Halb zugewandt, halb abgewandt friert der niederländische Meister sein Modell in der Bewegung ein. Ein Blickwechsel, so flüchtig wie ein Wimperschlag. Ein Augenblick nur – für die Ewigkeit in Öl auf Leinwand gebannt.
„Wie in einem Spiegel gewahrt man in den Augen das Innere des Menschen.“ Das wusste nicht zuletzt der Bruder Sissis, Carl Theodor Herzog in Bayern. Er machte sich als renommierter Augenarzt einen Namen, wurde Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina. Ende des 19. Jahrhunderts gründete er zusammen mit seiner Frau Marie José von Portugal die bis heute bestehende Augenklinik Herzog Carl Theodor in der Münchner Maxvorstadt. Hier operierte er bereits um 1900 tausendfach Starerkrankungen – bei Menschen, die sich das nicht leisten konnten, auch kostenlos.
Das Auge als „Spiegel der Seele“, wie Carl Theodor meint? Können wir wirklich in das Innere eines Menschen hineinsehen? Oder sehen wir am Ende doch nur, was vor Augen ist, und – wenn überhaupt – Gott allein das Herz an? Wie Thomas, der zweifelnde Jünger, glauben wir aufgeklärte Menschen nur, was wir mit eigenen Augen gesehen haben. Gut, wenn wir uns nicht hinters Licht führen lassen! Und doch können unsere Augen trügen. Was sehen wir und was davon nehmen wir überhaupt wahr? Was nicht? Halten wir alles, was wir sehen, für wahr?
Der Mensch verlässt sich auf seinen stärksten Sinn. Umso tragischer, wenn das Augenlicht nachlässt. „Augenlicht“ – noch so eine Metapher: das Auge ist gar das Licht des Leibes, geht es nach Matthäus. Unsere Augen leuchten. Als ginge von ihnen selbst ein Licht aus in diese Welt, geradezu taschenlampengleich – wo doch nur Licht durch ein Loch auf lichtempfindliche Nervenzellen fällt und in elektrische Impulse umgewandelt wird. Aber kann das das Geheimnis erklären, wenn Kinderaugen zur Advents- und Weihnachtszeit im Schein der Kerzen leuchten?
Woher kommt er, dieser Glanz in den Augen, dieser ganz besondere Augenblick? Wir laden Sie ein zu einem Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft, der da anhebt, wo jeder Blickwechsel seinen Anfang nimmt: im Auge.
Pfr. Dr. Hendrik Meyer-Magister
Stellv. Direktor und Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Barbara Greese
Rezitatorin und Rhetoriktrainerin, München

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Programm

icon button icon button Programm

Einlass ab 18:30 Uhr

19.00 Uhr
Poetischer Anklang
Barbara Greese
Begrüßung und Einführung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
DAS AUGE - EIN BLICKWECHSEL
zärtlich
Barbara Greese
sichtbar
Prof. Dr. med. Christos Haritoglou
scharf
Barbara Greese
verklärt
Prof. Dr. med. Christos Haritoglou

Pause mit Getränken an der Bar im Foyer

weitsichtig
Barbara Greese
hoffnungsvoll
Prof. Dr. med. Christos Haritoglou
Verabschiedung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Poetischer Nachhall
Barbara Greese

ca. 21.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

UNSERE GÄSTE
Barbara Greese ist Rezitatorin und Rhetoriktrainerin. Nach dem Studium u.a. der Sprechwissenschaft und Psychologie in München ließ sie sich von Cornelia Krawutschke an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zur Rezitatorin ausbilden und belegte Meisterkurse in sprecherischer und sängerischer Körperschulung an den Konservatorien Basel und Luzern bei Burga Schwarzbach. Sie arbeitet heute in den Bereichen Rhetoriktraining, Sprecherziehung sowie Stimmbildung und bietet insbesondere Kommunikationscoachings für Wissenschaftler:innen an. Sie tritt als Rezitatorin etwa bei Konzertlesungen und literarisch-tänzerischen Programmen auf, die sie auch selbst konzipiert. Gert Westphal, der „König der Vorleser“ ist dazu eine bleibende Inspiration. Das Motto von Barbara Greese ist: „Wirken mit dem Wort“.
www.barbaragreese.de
Prof. Dr. Christos Haritoglou leitet seit 2015 die Augenklinik Herzog Carl Theodor in der Münchener Maxvorstadt, eine der ältesten und tradi-tionsreichsten Augenkliniken in Bayern. Der habilitierte Facharzt für Augenheilkunde ist außerplanmäßiger Professor an der Ludwig-
Maximilians-Universität München, wo er von 2003 bis 2014 auch als Oberarzt an der Augenklinik tätig war. Der Schwerpunkt seiner ärztlichen Tätigkeit liegt in der chirurgischen sowie konservativen Behandlung von Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen, unter anderem bei Grauem Star, bis hin zur Laserbehandlung bei Erkrankungen der Netzhaut und bei Nachstar. Christos Haritoglou ist als Referent, Fachgutachter, Autor und Herausgeber von Fachpublikation viel gefragt und hat zahlreiche Preise gewonnen, zuletzt die Medaille in Silber der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC). Ihn treibt an, den Patienten und Patientinnen tagtäglich eine individuell zugeschnittene, und bestmöglichste Behandlung anbieten zu können.
https://www.augenklinik-muenchen.de/prof-dr-christos-haritoglou

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de