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Blickwechsel

Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft: Das Böse

05. März 2024

Tagung reise info Tutzing reise info Kunst & Kultur, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

DAS BÖSE BEDINGT DAS GUTE.
                                                                                                                                                                                                                                                                               
Die Spannung zwischen Gut und Böse steht am Anfang der biblischen Literatur. Aus dem Chaos schöpft Gott die Welt und sieht, dass es gut ist. Nur ein paar dutzend Verse später erschlägt Kain seinen Bruder Abel. Dazwischen verlieren die Menschen ihre Unschuld, indem sie von der verbotenen Frucht naschen, die klug macht: einfach zu verlockend zu wissen, was gut und böse ist! Mit der Klugheit kommen die Ausflüchte: Die Frau war’s! Die Schlange war’s! Soll ich der Hüter meines Bruders sein? Schuldig, listig, sündig und böse – das sind immer die anderen.
 
Erkenntnis heißt Verantwortung und prompt wächst die menschliche Verantwortungslosigkeit. Sie durchzieht die biblische Literatur bis ins Neue Testament. Die Frau, die Jesus mit Öl salbt und seine Füße mit ihren Tränen benetzt, heißt nur „die Sünderin“. Auf ihr wird alles Übel abgeladen, damit Jesu Gastgeber reinen Gewissens am Tisch sitzen können. Jesus vergibt der „Sünderin“ und bringt das Schwarz-Weiß-Denken durcheinander.
 
Wäre es da nicht schön, wirklich wieder jenseits von Gut und Böse zu leben? Wir sehnen uns nach der Unschuld des Paradieses. Welch eine Entlastung wäre es, die Verantwortung für Gut und Böse nicht mehr tragen zu müssen! Es wirkt wie eine Sehnsucht nach Unmündigkeit und Einfachheit. Aber es würde letztlich den Verlust des Menschlichen bedeuten. Denn es ist niemals einfach, wirklich Mensch zu sein. Mensch zu sein bedeutet, zu erkennen, zu unterscheiden, sich zu entscheiden. Gut oder Böse – wir haben immer die Wahl!
 
Kein Menschsein ohne das Böse, kein Gutes ohne Böses: Das Böse bedingt das Gute, es braucht am Ende beide Gegenspieler. „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ antwortet Mephistopheles Goethes Faust. Nur ein Beispiel unter vielen: Seit biblischen Zeiten hat das Böse die Literatur nicht losgelassen. Wie auch? Schließlich ist ihr doch nichts Menschliches fremd!
 
Und es hält die Welt in Atem: Krieg und Krisen bedrohen nicht nur die Sicherheit in Europa, sie erschüttern unser Weltbild. Durften wir nicht glauben, dass in aller Dialektik der Weltgeschichte am Ende alles gut wird? Lüge und Postfaktizität, Antisemitismus und Hatespeech – wir starren wie gebannt auf unsere neue Wirklichkeit. Offenbar lässt sich mit dem Bösen trefflich Politik treiben! Der Teufel ist immer der andere.
 
Wir setzen uns auf die Spur des Bösen in Literatur und Politik. Woher das Böse? Der alten Menschheitsfrage nähern wir uns aus literarischer und politikwissenschaftlicher Perspektive neu an. Wir laden Sie herzlich ein zu unserem Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft!
 
 
Pfarrer Dr. Hendrik Meyer-Magister
Stellvertretender Direktor und Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Barbara Greese
Rezitatorin und Rhetoriktrainerin, München

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Programm

icon button icon button Programm
18.30 Uhr

Einlass

19.00 Uhr
Poetischer Anklang
Barbara Greese
Begrüßung & Einführung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Schweifende Blicke
Barbara Greese
Prof. Dr. Karsten Fischer
Intensive Einsichten

Literatur: Barbara Greese

Vortrag: Prof. Dr. Karsten Fischer

20.00 Uhr

Pause

20.30 Uhr
Neue Horizonte

Literatur: Barbara Greese

Vortrag: Prof. Dr. Karsten Fischer

Verabschiedung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Poetischer Nachhall

Literatur: Barbara Greese

Vortrag: Prof. Dr. Karsten Fischer

ca. 21.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

LITERATUR
Barbara Greese ist Rezitatorin und Rhetoriktrainerin. Nach dem Studium u.a. der Sprechwissenschaft und Psychologie in München ließ sie sich von Cornelia Krawutschke an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zur Rezitatorin ausbilden und belegte Meisterkurse in sprecherischer und sängerischer Körperschulung an den Konservatorien Basel und Luzern bei Burga Schwarzbach. Sie arbeitet heute in den Bereichen Rhetoriktraining, Sprecherziehung sowie Stimmbildung und bietet insbesondere Kommunikationscoachings für Wissenschaftler:innen an. Sie tritt als Rezitatorin etwa bei Konzertlesungen und literarisch-tänzerischen Programmen auf, die sie auch selbst konzipiert. Gert Westphal, der „König der Vorleser“ ist dazu eine bleibende Inspiration: Barbara Greese will wirken mit dem Wort.
Mehr unter: www.barbaragreese.de
WISSENSCHAFT
Prof. Dr. Karsten Fischer, Politikwissenschaftler, Ludwig-Maximilians-Universität München

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de