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Bild Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft – „Der Schmerz“info Icon© Wikipedia Commons CC-BY-SA_40
Blickwechsel

Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft – „Der Schmerz“

17. März 2026

Abendveranstaltung reise info Tutzing reise info Ethik & Gesundheit, Kunst & Kultur, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

MIT DEM LICHT FÄLLT SCHMERZ IN UNS EIN.
                                                                                     Siegfried Lenz

Was spricht aus diesem Gesicht? Der Schmerz einer Mutter, die den Körper ihres gemarterten und ausgemergelten Sohnes im Arm wiegt? Sicherlich. Der Stolz einer „Holdseligen“ (M. Luther), die das Licht der Welt zur Welt gebracht hat? Es ist vollbracht! Vielleicht. Es sind die
schwebenden Ambivalenzen des Schmerzes in Michelangelos römischer Pietà, die den Gottessohn und seine Mutter so voller Schmerz, Leid, Würde und Menschlichkeit zugleich erscheinen lassen.
„Mit dem Licht fällt Schmerz in uns ein.“ Dieser Gedanke mag hinter Marias Stirn von links nach rechts und rechts nach links wechseln. Formuliert hat ihn Siegfried Lenz, der große Nachkriegsschriftsteller, in seinem Essay „Über den Schmerz“. Er umrundet darin den Schmerz, weiß um seine physischen, emotionalen, sozialen und letztlichen spirituellen Dimensionen, benennt den Liebes-, Seelen- und Weltschmerz, der uns umtreibt, genauso wie die Nervenbahnen, die den Schmerz unser Rückenmark hochjagen. Doch was ist nun der Schmerz? Lenz möchte am Ende nicht mehr sagen als: „Er ist ein Seinsereignis, das zum Menschen gehört.“
Lenz, der sich in seinem Werk mit dem unsagbaren Leid des Nationalsozialismus, der schreienden Stille der deutschen Schuld und der schmerzenden Sprachlosigkeit angesichts der gewesenen Monstrosität auseinandersetzte, sucht in seiner Sprachnot Zuflucht in der Literatur. „Kein Leiden, das nicht in ihr aufgehoben, keine Not, die nicht in ihr bewahrt, kein Schmerzerlebnis, das nicht in ihr überliefert worden ist“, schreibt er.
Was ist der Schmerz? Wir machen uns auf die Suche zwischen Medizin und Literatur, zwischen wissenschaftlicher Schmerzforschung und dem Schreiben über das Unsagbare. Zwischen Körper und Seele erkunden wir die Physiologie, Pathologie und Therapie des Schmerzes, genauso wie seine Dimensionen, die die Apparate nicht messen können. Aus der Medizin hören wir Wissenswertes und leihen uns aus der Literatur Worte an den Grenzen des Ausdrückbaren. Schmerz ist… immer mehr, als sich sagen ließe. Er ist grundmenschlich und nicht von dieser Welt. Noch einmal Lenz: „Er verschlägt uns die Sprache und lässt uns tanzen.“
Herzliche Einladung zu einem Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft!
Pfr. Dr. Hendrik Meyer-Magister
Rektor des Theologischen Studienseminars der VELKD Pullach
Barbara Greese
Rezitatorin und Rhetoriktrainerin, München  

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Programm

icon button icon button Programm

Einlass ab 18:30 Uhr

19.00 Uhr
Poetischer Anklang
Barbara Greese
Begrüßung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
DER SCHMERZ - EIN BLICKWECHSEL
existenziell
Barbara Greese
vollständig
Prof. Dr. med. Marcus Schlemmer
leidvoll
Barbara Greese
wund
Prof. Dr. med. Marcus Schlemmer
vergänglich
Barbara Greese
gelindert
Prof. Dr. med. Marcus Schlemmer
Verabschiedung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Poetischer Nachhall
Barbara Greese
21.00 Uhr

Begegnungen und Gespräche in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

UNSERE GÄSTE
Barbara Greese ist Rezitatorin und Rhetoriktrainerin. Nach dem Studium u.a. der Sprechwissenschaft und Psychologie in München ließ sie sich von Cornelia Krawutschke an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zur Rezitatorin ausbilden und belegte Meisterkurse in sprecherischer und sängerischer Körperschulung an den Konservatorien Basel und Luzern bei Burga Schwarzbach. Sie arbeitet heute in den Bereichen Rhetoriktraining, Sprecherziehung sowie Stimmbildung und bietet insbesondere Kommunikationscoachings für Wissenschaftler:innen an. Sie tritt als Rezitatorin etwa bei Konzertlesungen und literarisch-tänzerischen Programmen auf, die sie auch selbst konzipiert. Gert Westphal, der „König der Vorleser“ ist dazu eine bleibende Inspiration. Das Motto von Barbara Greese ist: „Wirken mit dem Wort“.
Mehr unter: www.barbaragreese.de
Prof. Dr. med. Marcus Schlemmer ist seit 2014 Chefarzt der Klinik für Palliativmedizin des Krankenhaus Barmherzige Brüder München. Er leitet damit die größte Palliativstation Deutschlands. Schlemmer studierte Philosophie und katholische Theologie in Bochum und Passau sowie Medizin in Düsseldorf und München, wo er sich später auch als Facharzt für Innere Medizin/Hämatologie und Onkologie spezialisierte. Seine multidisziplinäre Perspektive lassen ihn den Menschen in seiner ganzen Existenz in den Blick nehmen. Entsprechend will Marcus Schlemmer als Arzt und Person eine professionelle Nähe leben: Ihm reicht es nicht, Menschen in Ihrer letzten Lebensphase „ein wenig Morphin zugeben“. Er möchte verstehen, was ihnen wirklich weh tut.
Mehr unter: www.barmherzige-muenchen.de/palliativmedizin/wir-sind-fuersie-da/aerzte-und-stationsleitung.html

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de