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Blickwechsel

Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft: Die Begeisterung

23. Juli 2024

Tagung reise info Tutzing reise info Kunst & Kultur, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

BEGEISTERUNG ALLEIN IST NICHT GENUG; MAN FORDERT DIE BEGEISTERUNG EINES GEBILDETEN GEISTES.     
                                                                                                                                                                                                                      Friedrich Schiller
  
Geschafft! Oben! Auf dem Gipfel, den Anstieg bewältigt. Was für eine Aussicht! Außer … Atem, … voller … Glück. Die Hände zum Himmel, der so nah erscheint. Der bezwungene Berg, das Tor in der Nachspielzeit, das Fotofinish bei den olympischen Spielen, das Rockkonzert oder auch Beethovens Neunte: das begeistert! Seele, Geist und Körper geraten miteinander in Ekstase. Endorphine sorgen für pure Euphorie!
Der Geist verbindet Menschen. Pfingsten berichtet davon. Begeisterung lässt einen guten Spirit zwischen Menschen entstehen. Kräfte für eine gemeinsame Sache werden frei. Die Jünger tragen die frohe Botschaft in die Welt. Aber bisweilen entsteht ein Sog, der in Massenhysterie zu kippen droht. Im Sommer vor 110 Jahren stiegen die deutschen Soldaten unter „Hurra!“-Rufen in die Züge. „Für Gott und Vaterland! An Weihnachten sind wir zu Hause!“ Viele kamen nie zurück.
Vielleicht nicht von ungefähr, dass schon der alte Goethe geistreich mahnte: „Laßt mich bei meinem Becher Wein! Begeistert wird man nur allein.“ Manch anderes, großes Genie machte die Begeisterung erst kreativ. Künstler malen wie im Rausch, Schriftstellerinnen schreiben wie besessen. Schöpfergeist und manische Euphorie liegen eng beisammen und haben Großes hervorgebracht.
Gepackt werden wir von Geist und Ungeist gleichermaßen. Daher: Begeisterung allein ist nicht genug! In allem Sturm und Drang muss der Geist gebildet werden, wusste schon Schiller. Denn wer von einem Geist ergriffen ist, blickt allzu leicht verächtlich auf all die „Geistlosen“ herab. Wer wüsste das besser als die Religion? Am Ende ist es der Begeisterte, der die Welt ins Unheil stößt. Fanatismus ist die Karikatur einer ungeformten Begeisterung.
Und doch: Ohne Geist kein Leben, keine Welt und keine Freiheit! Es ist der Geist, der zu Beginn über dem Wasser schwebt. Es ist der Geist, von dem Paulus schreibt: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Was wäre der Mensch, ohne begeistert zu sein? Tot. Der Geist ist der Lebensatem des Menschen. Er ist frei und bedrohlich: Er schöpft und zerstört, er treibt zum Schönen, Hohen und Guten, stürzt ins Fanatische. Was wäre der Mensch ohne Geist?
Wir laden Sie ein, zu einem Blickwechsel zwischen Literatur und
Wissenschaft. Lassen Sie sich begeistern!
Pfr. Dr. Hendrik Meyer-Magister
Stellv. Direktor und Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Barbara Greese
Rezitatorin und Rhetoriktrainerin, München

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Programm

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18.30 Uhr

Einlass

19.00 Uhr
Poetischer Anklang
Barbara Greese
Begrüßung & Einführung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
DIE BEGEISTERUNG
zwiespältig
Barbara Greese
gottvoll
Dr. Markus Buntfuss
trunken
Barbara Greese
tatkräftig
Dr. Markus Buntfuss
20.00 Uhr

Pause mit Getränken an der Bar im Foyer

20.30 Uhr
schöpferisch
Barbara Greese
kunstschön
Dr. Markus Buntfuss
Verabschiedung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Poetischer Nachhall
Barbara Greese
21.30 Uhr

Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

LITERATUR

Barbara Greese ist Rezitatorin und Rhetoriktrainerin. Nach dem Studium u.a. der Sprechwissenschaft und Psychologie in München ließ sie sich von Cornelia Krawutschke an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zur Rezitatorin ausbilden und belegte Meisterkurse in sprecherischer und sängerischer Körperschulung an den Konservatorien Basel und Luzern bei Burga Schwarzbach. Sie arbeitet heute in den Bereichen Rhetoriktraining, Sprecherziehung sowie Stimmbildung und bietet insbesondere Kommunikationscoachings für Wissenschaftler:innen an. Sie tritt als Rezitatorin etwa bei Konzertlesungen und literarisch-tänzerischen Programmen auf, die sie auch selbst konzipiert. Gert Westphal, der „König der Vorleser“ ist dazu eine bleibende Inspiration: Barbara Greese will wirken mit dem Wort.

Mehr unter: www.barbaragreese.de

WISSENSCHAFT

Prof. Dr. Markus Buntfuß ist Professor für Systematische Theologie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau, deren Rektor er zudem von 2010 bis 2012 war. Er wurde an der Ludwig-Maximilians-Universität promoviert und habilitiert und forscht unter anderem zur protestantischen Theologie unter den Bedingungen der Moderne. Hier interessiert ihn besonders die ästhetische Transformation des neuzeitlichen Christentums und eine Theologie der Kultur. Er ist im besonderen Maße an Hermeneutik, Sprachphilosophie sowie an Metapherntheorie interessiert und mit dem theologisch-philosophischen Denken des 19. Jahrhunderts gut vertraut. Als geborenem Garmisch-Partenkirchener ist ihm die Begeisterung für die Berge nicht fern.

 

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de