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Blickwechsel

Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft – „Die Sucht“

18. November 2025

Abendveranstaltung reise info Tutzing reise info Ethik & Gesundheit, Kunst & Kultur, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

MIT DIESEM EINSATZ STAND MEIN GANZES LEBEN AUF DEM SPIEL!                       
Der Spieler (Fjodor Dostojewski)                                           
Der Spieler in Fjodor Dostojewskis Roman gesellt sich zu denjenigen, die am Kurort „vom Morgen bis in die Nacht hinein spielen und womöglich auch noch die ganze Nacht über bis zum Morgengrauen würden spielen wollen, wenn es gestattet wäre.“ Wie von Sinnen eilt er von Gewinn zu Gewinn, streicht Münzen und Scheine ein, setzt immer wieder alles ein: „gedankenlos, aufs Geratewohl, wie es sich gerade traf, ohne jede Berechnung!“ Ein zwischenzeitlicher Verlust macht ihn rasend vor Wut: ein Augenblick, „in welchem meine Empfindung eine gewisse Ähnlichkeit gehabt haben mag mit der Empfindung der Madame Blanchard, als sie in Paris vom Luftballon herabfiel und auf die Erde zustürzte.“ Nur einmal an diesem Abend kommt er kurz zur Besinnung und erkennt das existenzielle Risiko, im Spiel alles zu verlieren.
Wann wird der Rausch zur Sucht? Auf der Suche nach dem Kick geraten Menschen in verhängnisvolle Abhängigkeiten: von Stoffen und Substanzen, wie Alkohol und Medikamenten, aber auch von Verhaltensweisen. Das Glücksspiel gilt als eine solche, besonders verheerende Sucht, die leicht Existenzen vernichtet. Heute ist mit der Internet- und Computerspielsucht eine weitere dazugekommen. Das Internet macht den Traum der Spieler in Dostojewskis Roman wahr: vom Morgen bis in die Nacht und die ganze Nacht bis zum Morgengrauen zu spielen. Das weltweite Netz ist 24/7 verfügbar, stets zu Diensten, Sie zu ruinieren. Was am Ende der Sucht bleibt, ist die Sehnsucht nach dem Glück, wenn sich der Rausch schon längst nicht mehr einstellt.
Wie verbreitet sind Süchte, welche Formen gibt es? Was macht Menschen anfällig für Suchtverhalten, wo dockt eine Sucht psychosomatisch an? Ist das berühmtberüchtigte Glas Rotwein am Abend gesund oder der Einstieg in eine Abhängigkeit? Wie lässt sich individuell und gesellschaftlich vorbeugen? Und können und wollen wir uns umgekehrt eine Gesellschaft vorstellen, die immer nur „nüchtern und wachsam“ (1. Petrus 5,8) ist? Hat nicht der Genuss von Rauschmitteln in der Kunst, Literatur und Musik zu großen Werken beigetragen? Beflügelt der Rausch nicht Geist und Seele, um inspiriert alltägliche Probleme neu in den Blick zu nehmen und visionär konstruktiv Lösungen zu suchen? Zwischen Horizonterweiterung und dem Tunnelblick der Abhängigkeit – wo liegt das Maß? Im Blickwechsel zwischen Literatur und Wissenschaft betrachten wir das Phänomen „Sucht“ – zwischen Rausch, Risiko und Resilienz. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Pfr. Dr. Hendrik Meyer-Magister
stellvertretender Direktor und Studienleiter Evangelische Akademie Tutzing
Barbara Greese
Rezitatorin und Rhetoriktrainerin, München

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Programm

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18.30 Uhr

Einlass

19.00 Uhr
Poetischer Anklang
Barbara Greese
Begrüßung und Einführung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
DIE SUCHT
EIN BLICKWECHSEL
sehnsüchtig
Barbara Greese
wirklich
PD Dr. med. Bert te Wildt
bedenklich
Barbara Greese
menschlich
PD Dr. med. Bert te Wildt
20.00 Uhr
Pause mit Getränken an der Bar im Foyer
verspielt
Barbara Greese
perspektivisch
PD Dr. med. Bert te Wildt
Verabschiedung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Poetischer Nachhall
Barbara Greese
21.00 Uhr

Ende der Veranstaltung

Möglichkeit zu Begegnungen und Gesprächen in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

UNSERE GÄSTE
Barbara Greese ist Rezitatorin und Rhetoriktrainerin. Nach dem Studium u.a. der Sprechwissenschaft und Psychologie in München ließ sie sich von Cornelia Krawutschke an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zur Rezitatorin ausbilden und belegte
Meisterkurse in sprecherischer und sängerischer Körperschulung an den Konservatorien Basel und Luzern bei Burga Schwarzbach.
Sie arbeitet heute in den Bereichen Rhetoriktraining, Sprecherziehung sowie Stimmbildung und bietet insbesondere Kommunikationscoachings für Wissenschaftler:innen an. Sie tritt als Rezitatorin etwa bei Konzertlesungen und literarisch-tänzerischen Programmen auf, die sie auch selbst konzipiert. Gert Westphal, der „König der Vorleser“ ist dazu eine bleibende Inspiration. Das Motto von Barbara Greese ist: „Wirken mit dem Wort“.
Bert Theodor te Wildt ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Er begründete er Anfang 2018 die Psychosomatische Klinik Kloster Dießen am Ammersee und führt sie seither als Chefarzt. Zuvor leitete er die Ambulanz der LWL-Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum, wo er als außerplanmäßiger Professor weiterhin in Forschung und Lehre tätig ist.
Bert te Wildt wurde 2009 mit einer Arbeit über Internetabhängigkeit habilitiert und war von 2010 bis 2012 Jahre erster Vorsitzender des von ihm mitbegründeten Fachverbands Medienabhängigkeit, für den er sich weiterhin engagiert. Er ist für seine Arbeit mehrfach mit Preisen
ausgezeichnet und betätigt sich intensiv als Autor von wissenschaftlicher Literatur und als Publizist von Sachbüchern, etwa „Digital Junkies – Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder“ (2015).
Seit Sommer 2024 ist te Wildt zudem an der Medizinischen Fakultät der Technischen Hochschule München tätig.

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de