Boden und Bodenschutz in Europa – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
13. – 15. April 2016
TagungInhalt
DAS JAHR 1 NACH DEM INTERNATIONALEN WELTBODENJAHR 2015: BODEN UND BODENSCHUTZ IN EUROPA – ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT
Boden ist eine der zentralen Lebensgrundlagen. Mehr als 90 % unserer Lebensmittel werden auf oder im Boden erzeugt. Böden filtern und speichern Wasser. Sie spielen eine wesentliche Rolle in den Stoffkreisläufen. Global gesehen befi ndet sich mehr organischer Kohlenstoff in den Böden als in allen Wäldern der Erde. Boden ist eine begrenzte Ressource und kurzfristig nicht erneuerbar.
Böden werden massiv degradiert: Erosion durch Wind und Wasser, Verbauung, Verdichtung, Verlust der organischen Substanz, Einträge von Schadstoffen und vieles mehr schädigen und zerstören Böden. Jahr für Jahr nimmt die nutzbare Fläche dramatisch ab: In Europa entspricht der Verlust von 1.000 km² der Fläche von Berlin.
Angesichts dieser massiven Probleme hat die FAO, die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, das Weltbodenjahr 2015 (IYS – International Year of Soils) ausgerufen. Erstmals wurde dem Boden damit eine breite Aufmerksamkeit entgegen gebracht. In zahlreichen Ländern auf verschiedenen Kontinenten wurden Initiativen zum Bodenschutz und zur Stärkung des Bodenbewusstseins gestartet und konkrete Projekte ins Leben gerufen.
Das Bodenbündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden (European Land and Soil Alliance ELSA e.V.) hat im Jahr 2000 in Bozen sein Gründungsmanifest veröffentlicht. Es engagiert sich mit derzeit rund 200 Mitgliedern in 10 europäischen Ländern insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene für den Bodenschutz. Städte und Gemeinden nehmen in den Bereichen Siedlung, Industrie und Gewerbe, Infrastruktur, Hochwasserrückhalt, Erholung und Freizeit, etc. entscheidenden Einfluss auf die Nutzung der Böden.
Die Tagung wendet sich insbesondere an VertreterInnen von Städten und Gemeinden, an Planer, Bodenkundler und an alle an diesen Themen Interessierte. Mit Vertretern der Europäischen Kommission, von Ministerien aus Deutschland, Österreich und Tschechien sollen unter anderem folgende Fragen diskutiert werden: Hat das Weltbodenjahr den Boden nachhaltig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt? Welche Initiativen werden fortgesetzt und wie können sie unterstützt werden? Wie geht es weiter mit dem Bodenschutz auf europäischer Ebene?
Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Beispiele sollen Anregungen liefern und zu konsequentem Handeln über das Jahr 2015 hinaus ermutigen. Wir heißen Sie in der Evangelischen Akademie in Tutzing am Starnberger See herzlich willkommen.
Udo Hahn, Direktor Evangelische Akademie Tutzing
Christian Steiner, Vorstandsvorsitzender ELSA e.V., St. Pölten
9.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Dr. Martin Held
Grußworte
Christian Steiner / MR Christina von Seckendorff-Aberdar
Bodenschutz in Europa und in der Welt: Wie weit sind wir?
Dr. Luca Montanarella
10.30 Uhr
Kaffeepause
11.00 Uhr
Die Sustainable Development Goals – ein neuer Impuls für den Bodenschutz in Deutschland und Europa?
Dr. Jörg Rechenberg
Nationale Aktivitäten im Jahr des Bodens in Österreich
Andrea Spanischberger
Bodenschutz in den Europäischen Strategien für den Donau- und Alpenraum – vom politischen Konzept zur Umsetzung
Dr. Peter Eggensberger
Moderation: Dr. Martin Held
13.00 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Zukunftsthema Boden. Förderkulisse der DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Dr. Heinrich Bottermann
14.30 Uhr
Drei parallele Workshops
(mit Kaffeepause 15.30-15.45 Uhr)
Workshop 1: Aktionen für die Basis – Das Jahr der Böden von und für Bürgerinnen und Bürger
(1) Wettbewerb „BodenWertSchätzen“ des Rates für Nachhaltigkeit der Bundesregierung und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
Dr. Heinrich Bottermann
(2) Boden für Bürger – Aktionen in Oberösterreich
Renate Leitinger
(3) Der Bodenaktionsplaner: Ein neues Instrument für Akteure in der Bodenbewusstseinsbildung
Norbert Niedernostheide
Moderation: Reinhard Gierse
Berichterstattung: Christian Steiner
Workshop 2: Aktivitäten und Initiativen von NGOs im Jahr des Bodens
(1) People4Soil. A European campaign to protect our soils
Tiziano Cattaneo
(2) International Year of Soils 2015 – EU Scoping Study
Pierre Portugaels
(3) Aktivitäten im Jahr des Bodens – Bodenschutzprojekte in der Region Südmähren
Vit Hrdousek
Moderation: Detlef Gerdts
Berichterstattung: Prof. Dr. Gabriele Broll
Workshop 3: Geplante Bodenschutzaktivitäten auf nationaler Ebene und Erwartungen an die EU
(1) IYS +1 Wie geht es weiter in Deutschland?
Thomas Straßburger
(2) IYS +1 Wie geht es weiter in Österreich?
Andrea Spanischberger
(3) IYS +1 Wie geht es weiter in Tschechien?
Helena Bendová
Moderation: Martina Nagl
Berichterstattung: Wilfried Hager
17.00 Uhr
Pause
17.15 Uhr
Abschlussplenum: Ergebnisse aus den Workshops
18.00 Uhr
Schlussworte
Dr. Martin Held und Christian Steiner
18.15 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Informelle Gespräche in den Salons von Schloss Tutzing
Veranstaltungsleitung
Pfr. Udo Hahn
AkademiedirektorReferat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Referierende
Referierende / Moderation / Berichterstattung
Ministerialrätin Helena Bendová, Umweltministerium der Tschechischen Republik, Leiterin der Abteilung Boden, Prag (CZ)
Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU, Osnabrück (D)
Prof. Dr. Gabriele Broll*, Professorin für Geoökologie und Bodenforschung, Leiterin des Instituts für Geographie, Universität Osnabrück (D)
Tiziano Cattaneo, Koordinator der Initiative „People4Soil“, Milano (I)
Ministerialrat Dr. Peter Eggensberger, Leiter des Referats Alpenraum-Netzwerke, Makroregionale Strategien und Förderangelegenheiten, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, München (D)
Detlef Gerdts*, Fachbereichsleiter Umwelt und Klimaschutz, Stadt Osnabrück (D)
Reinhard Gierse*, Stabsstelle Umweltplanung und Artenschutz, Stadt Wuppertal (D)
Wilfried Hager*, Leiter der Abteilung Umweltmanagement, Linz (A)
Dr. Martin Held, Studienleiter a.D., Tutzing (D)
Vít Hrdoušek, Manager der Lokalen Aktionsgruppe Stá�nicko, Tvaro�ná Lhota, (CZ)
Renate Leitinger*, Abteilung Umweltschutz, Bundesland Oberösterreich, Linz (A)
Dr. Walter Martin, Referatsleiter Bodenkundliche Landesaufnahme, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg(D)
Dr. Luca Montanarella, Europäische Kommission, Joint Research Center, Europäisches Bodenbüro, Vorsitzender FAO Intergovernmental Technical Panel on Soils, Ispra (I)
Martina Nagl*, Leitung des Bereichs Bodenschutz beim Klimabündnis Österreich, Wien (A)
Norbert Niedernostheide, Leiter des Museums am Schölerberg, Osnabrück (D)
Pierre Portugaels, Senior Project Manager im Public Relations-Unternehmen Pracsis, Brüssel (B)
Dr. Jörg Rechenberg, Umweltbundesamt, Abteilung II 2 „Wasser und Boden“, Leiter des Fachgebietes „Übergreifende Angelegenheiten Wasser und Boden“, Dessau-Roßlau (D)
Ministerialrätin Christina von Seckendorff-Aberdar, Leiterin des Referats Bodenschutz, Altlasten und Geologie, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, München (D)
Andrea Spanischberger, Abteilung Pflanzliche Produkte,Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft , Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien (A)
Christian Steiner*, Leiter der Fachabteilung Landentwicklung, Bundesland Niederösterreich, St. Pölten (A)
Thomas Straßburger, Referat Bodenschutz und Altlasten, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bonn (D)
* Mitglied im Vorstand der European Land and Soil Alliance(ELSA) e.V.
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Susanna Satzger
Telefon: 08158 / 251-142
Fax: 08158 / 251-137
satzger@eatutzing.de