Brandherde im arabischen Raum
09. – 11. September 2016
TagungInhalt
40, 50 JAHRE KRIEG – VERGESSEN ODER DAUERPRÄSENT – KEIN FRIEDEN IN SICHT?
Viele Weltregionen und ganze Staatensysteme werden derzeit durch Kriege und Krisen grundlegend erschüttert. Die politischen und wirtschaftlichen Interessen in den Konfliktregionen sind so vielfältig, komplex und verschieden wie die Konfliktakteure, die involvierten Staaten, die gesellschaftlichen Gruppen und Eliten. Die Auseinandersetzungen
spielen sich oftmals über Jahrzehnte hinweg vor der Weltöffentlichkeit ab. Wie kann es auf der anderen Seite möglich sein, dass lang andauernde Kriege bzw. militärische Auseinandersetzungen im öffentlichen Bewusstsein nahezu vollständig verschwunden sind?
Zusammen mit Wissenschaftlern, langjährigen Beobachtern und Akteuren in den Konfliktgebieten werden wir bei der Tagung die Beispiele Israel-Palästina und Westsahara in den Fokus rücken. Seit 1967 sind das palästinensische Westjordanland und Ost-Jerusalem von Israel besetzt. Seit diesem Zeitpunkt ist der Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern dauerhaft und mit großer Vehemenz auf der Weltbühne präsent. Der Konflikt um die Westsahara spielt sich seit über 40 Jahren – vergleichsweise unbeachtet – direkt vor der europäischen Haustür ab. Die 1973 gegründete Befreiungsbewegung „Frente Polisario“, die die Demokratische Arabische Republik Sahara ausrief, und der Staat Marokko stehen sich dabei unversöhnlich gegenüber.
In der Tagung geht es um die Frage nach der Präsenz dieser Konflikte in den internationalen Beziehungen, die entsprechenden Folgen für die politischen Akteure, die Gesellschaften, aber auch für die Lösungschancen. Weder in dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern noch in dem Streitfall um die Westsahara zeichnen sich Lösungen ab. Warum
bleiben die Auseinandersetzungen so hartnäckig sowohl in dem dauerhaft präsenten wie in dem weitgehend vergessenen Fall? Wie leben die Zivilgesellschaften vor Ort mit diesen Dauerkonflikten: Haben sie resigniert oder hoffen sie weiter auf eine Lösung? Wer im In- und Ausland unterstützt sie?
Zu Diskussion, Gespräch und Begegnung laden wir herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein.
Dr. Angelika Baumann, München
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Anreise ab 16.30 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 Uhr
Begrüßung
Dr. Angelika Baumann
und
Dr. Ulrike Haerendel
19.30 Uhr
Europa und die nahen Kriege
PD Dr. Jochen Hippler
20.15 Uhr
"Die letzte Kolonie" (2015)
Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur
Christian Gropper
22.00 Uhr
Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel
Referierende
Dr. Tamar Amar-Dahl, israelisch-deutsche Historikerin; Lehrbeauftragte an der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients an der FU Berlin
Dr. Angelika Baumann, internationale Beobachterin in den palästinensischen Gebieten/2015 im Auftrag des Weltkirchenrates; ehem. Kulturreferat der Landeshauptstadt München
PD Dr. Johannes Maria Becker, Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg
Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international e.V., Frankfurt a.M.
Christian Gropper, Geschäftsführer Gropperfilm, Regisseur, Redakteur, Darmstadt
PD Dr. Jochen Hippler, Politikwissenschaftler und Friedensforscher am Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen
Barbara Lochbihler, MdEP, außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Vizepräsidentin des EP-Menschenrechtsausschusses, Brüssel
Asria Mohamed, Journalistin aus der Westsahara, Oslo, Norwegen
Dr. Annette Mokler, terre des hommes schweiz, Basel
Dr. Martin Pabst, Büro Forschung & Politikberatung, München; stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen/Bayern, München
Ronny Perlman, Machsom Watch, Tel Aviv, Israel
Michael Teutsch, Inhaber filmglas münchen!, Autor, Regisseur, München
Reiner Wandler, Journalist, Auslandskorrespondent für die iberische Halbinsel und Nordafrika, Madrid, Spanien
Prof. Dr. Christoph Weller, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Universität Augsburg
Dr. René Wildangel, von 2012 bis 2015 Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah
Andreas Zumach, Journalist und Publizist, Genf, Schweiz
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de