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Das vergesellschaftete Tier

01. – 02. Oktober 2018

Tagung reise info Tutzing reise info Nachhaltigkeit, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

GESELLSCHAFT IST DA, WO INDIVIDUEN IN WECHSELWIRKUNG TRETEN  
                                                                                                                                     Georg Simmel 
Tiere sind Teil unserer Gesellschaft. Nicht nur versteckt, wie in der Praxis der Nutztierhaltung oder in Tierversuchen. Auch öffentlich, z.B. als Familienmitglieder, PatientInnen oder TherapeutInnen gestalten und verändern sie unser Verständnis von Institutionen und wirken so auf unsere gesellschaftliche Praxis zurück. In den Human-Animal Studies wird intensiv diskutiert, inwiefern diese Wechselwirkungen dahin tendieren, klassische Unterscheidungen zwischen Mensch und Tier tiefgreifend in Frage zu stellen. Entdifferenzierungen zeigen sich z.B. in der Übertragung von normativen Erwartungen aus der humanmedizinischen auf die veterinärmedizinische Praxis. Der Begriff des Patienten bzw. der Patientin verbindet beide medizinischen Disziplinen. Die Rede von tierlichen PatientInnen ist insofern keine Überraschung mehr, sondern vielmehr zur Norm geworden. Und die Frage, ob Tiere eine Psyche haben, ist praktisch durch die Gabe von Psychopharmaka für Hunde und Katzen entschieden.
Neben diesen Entdifferenzierungen dokumentiert die Rede von liminal animals (Schwellentiere) in den Human-Animal Studies die unterschiedliche gesellschaftliche Zuordnung biologisch ähnlicher Wesen. Bestimmte Tiere, wie etwa Pferde, sind in unserer Gesellschaft entweder Heim- oder Schlachttiere. Dies ist Folge einer Vergesellschaftung, die Zugehörigkeiten und Ausgrenzungen aushandelt und letztlich die möglichen Varianten der Vergesellschaftung festlegt.
Unter dem Blickwinkel der Vergesellschaftung geben zudem die Wildtiere Fragen mit auf den Weg. Ist es bei Wildtieren sinnvoll von einer Vergesellschaftung zu reden und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Oder machen uns Wildtiere deutlich, dass es auch ein „Außerhalb“ der Gesellschaft gibt?
Die Tagung setzt sich mit der Frage der Vergesellschaftung von Tieren als Thema der Human-Animal Studies auseinander. Was heißt es, dass Tiere gesellschaftliche AkteurInnen sind? Was sind die Voraussetzungen, was die Folgen, wenn Tiere mit Menschen in Wechselwirkungen treten?
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Prof. Dr. Herwig Grimm & Prof. Dr. Stefan Rieger & Prof. Dr. Martin Ullrich, Forschungsinitiative Tiertheorien (FITT)
Dr. Stephan Schleissing, Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München

Programm

Mo, 01.10.2018 Di, 02.10.2018
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Dr. Stephan Schleissing
Univ.-Prof. Dr. Herwig Grimm
Stefan Rieger
Prof. Dr. Martin Ullrich

Anreise ab 12.30 Uhr

Imbiss

Imbiss

14.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Univ.-Prof. Dr. Herwig Grimm

&

Dr. Stephan Schleissing
14.20 Uhr
Vergesellschaftung, Sozialgeschichte und Biographie
Gesine Krüger

&

Mieke Roscher
15.20 Uhr
Kaffeepause

Kaffeepause

16.00 Uhr
Roland Barthes' "Wie zusammen leben" weitergedacht am Tier
Sabine Nessel
17.00 Uhr
Animal mainstreaming

Philosophische Überlegungen zur öffentlichen Präsenz von Tieren

Markus Wild
18.30 Uhr
Abendessen

Abendessen

19.30 Uhr
Das vergesellschaftete Tier

Probleme und Perspektiven soziologischer Handlungstheorien

Rainer Wiedenmann
21.00 Uhr

Geselliger Ausklang in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Dr. Stephan Schleissing
Freier Mitarbeiter
Univ.-Prof. Dr. Herwig Grimm
Stefan Rieger
Prof. Dr. Martin Ullrich
Freier Mitarbeiter

Referierende

Prof. Dr. Roland Borgards, Institut für Deutsche Philologie -Neuere Abteilung-, Universität Würzburg
Prof. Dr. Gesine Krüger, Historisches Seminar, Universität Zürich
Prof. Dr. Sabine Nessel, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Mieke Roscher, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel
Apl. Prof. Dr. Rainer Wiedenmann, Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Prof. Dr. Markus Wild, Philosophisches Seminar, Universität Basel
Prof. em. Dr. Clemens Wischermann, Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Konstanz
Prof. Dr. Jessica Ullrich, Gastprofessorin für Ästhetik und Kunstdidaktik an der Kunstakademie Münster

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de