Politische Satire im Schloss
Wir blicken auf die letzte Sendung zurück und sprechen mit ihren Macher/innen und Expertinnen/en.
Kabarettisten sind die moderne Form der Hofnarren. Zu einer Zeit, als es noch keine unabhängige Presse gab, bildeten sie an den Höfen der Könige die einzige Instanz, die frei war, Kritik zu äußern. Allein der Hofnarr durfte dem Herrscher widersprechen – und konnte ihm den Spiegel vorhalten. Das war einerseits lustig. Lachen hat eine befreiende Funktion. Andererseits aber blieb einem manchmal das Lachen buchstäblich im Hals stecken, wenn die vorgebrachte Kritik die offensichtlichen Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungen aufspießte. Während andere Untertanen durch ihre Kritik den Herrscherzorn auslösten und zu spüren bekamen, blieb der Hofnarr ungestraft – Sinnbild seiner Unabhängigkeit, die ihn geradezu unantastbar machte. In demokratischen Staaten sind an die Stelle der Hofnarren eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien getreten. Gott sei Dank! Hofnarren gibt es aber immer noch. Sie heißen heute Kabarettisten. Sie spüren auf, spitzen zu, mahnen und kritisieren. Satire wie „Die Anstalt“ nimmt in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen sogar einen Bildungsauftrag wahr. Jede Sendung widmet sich einem Thema. Und wer sich die Augen reibt vor lauter Verwunderung oder die Tränen vor lauter Lachen abwischt, der kann noch einmal nachlesen: „Die Anstalt“ bietet zu jeder Sendung den Faktencheck.
Max Uthoff und Claus von Wagner präsentieren zusammen mit anderen Kabarettistinnen und Kabarettisten die Recherchen, die Redakteur und Mitautor der Sendung Dr. Dietrich Krauß zusammengestellt hat.
Diesmal diskutieren wir mit Dr. Dietrich Krauß, einem Macher der Sendung, und Hamado Dipama, Vorstand des Netzwerkes Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern.
Lachen und diskutieren Sie mit!
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Online-Diskussion mit
und
Moderation:
anschließend Begegnungen und Gespräche in den Salons
Dr. Dietrich Krauß, Studium der Journalistik in München und Promotion in Politischer Theorie. Er arbeitete u.a. beim SWR als Autor für „Plusminus" und „Monitor" und produzierte Dokumentationen für die ARD. Seit 2014 ist er Redakteur und Autor der „Anstalt" beim ZDF und schreibt auch für die „heute-show". Krauß erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a. den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis.
Hamado Dipama, aus Burkina Faso als Geflüchteter nach Deutschland geflohen, seit 2007 Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats, Gründer des Arbeitskreises Panafrikanismus München e.V., Mitbegründer des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, seit 2010 Mitglied des Migrationsbeirats der Landeshauptstadt München, von 2011 bis Januar 2019 im Vorstand der Dachverband der Migrationsbeiräte in Bayern – AGABY (Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns) tätig und seit Februar dessen Referent für Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit, Vorstand des Netzwerkes Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern, München
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Literaturhinweis: Dietrich Krauß (Hg.), Die Rache des Mainstreams an sich selbst. 5 Jahre Die Anstalt, Westend Verlag, Frankfurt am Main, 312 Seiten, 20 Euro.Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
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Isabelle Holzmann
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