Politische Satire im Schloss
Wir blicken auf die letzte Sendung zurück und sprechen mit ihren Macher/innen und Expertinnen/en.
Sie ist die wohl politischste Kabarettsendung im deutschen Fernsehen. Und sie ist unter den Sendungen, die sich mit politischen Themen befassen, die, über die am wenigsten berichtet wird: „Die Anstalt“ im ZDF.
Kabarettisten sind die moderne Form der Hofnarren. Zu einer Zeit, als es noch keine unabhängige Presse gab, bildeten sie an den Höfen der Könige die einzige Instanz, die frei war, Kritik zu äußern. Allein der Hofnarr durfte dem Herrscher widersprechen – und konnte ihm den Spiegel vorhalten. Das war einerseits lustig. Lachen hat eine befreiende Funktion. Andererseits aber blieb einem manchmal das Lachen buchstäblich im Hals stecken, wenn die vorgebrachte Kritik die offensichtlichen Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungen aufspießte. Während andere Untertanen durch ihre Kritik den Herrscherzorn auslösten und zu spüren bekamen, blieb der Hofnarr ungestraft – Sinnbild seiner Unabhängigkeit, die ihn geradezu unantastbar machte. In demokratischen Staaten sind an die Stelle der Hofnarren eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien getreten. Gott sei Dank! Hofnarren gibt es aber immer noch. Sie heißen heute Kabarettisten. Sie spüren auf, spitzen zu, mahnen und kritisieren. Satire wie „Die Anstalt“ nimmt in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen sogar einen Bildungsauftrag wahr. Jede Sendung widmet sich einem Thema. Und wer sich die Augen reibt vor lauter Verwunderung oder die Tränen vor lauter Lachen abwischt, der kann noch einmal nachlesen: „Die Anstalt“ bietet zu jeder Sendung den Faktencheck.
Max Uthoff und Claus von Wagner präsentieren zusammen mit anderen Kabarettistinnen und Kabarettisten die Recherchen, die Redakteur und Mitautor der Sendung Dr. Dietrich Krauß zusammengestellt hat.
Diesmal diskutieren wir mit Max Uthoff!
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
im Gespräch mit
anschließend Begegnungen und Gespräche in den Salons
Max Uthoff studierte Rechtswissenschaften und absolvierte 2002 das zweite Staatsexamen. Mit der Welt der Kleinkunst kam er bereits früh in Kontakt. Sein Vater Reiner Uthoff gründete 1965 das Münchner Rationaltheater und leitete es 30 Jahre lang gemeinsam mit Sylvia Uthoff. Dort sammelte Max Uthoff erste Erfahrungen auf und hinter der Bühne. Ab 2006 nahm er den Betrieb des Rationaltheaters wieder auf, gab die Leitung im Juli 2008 jedoch ab, da seine zahlreichen Auftritte an anderen Spielstätten für einen regelmäßigen Theaterbetrieb immer weniger Zeit ließen. Seit 2007 tritt Max Uthoff als Solokünstler auf und versucht seitdem, „das kapitalistische System mit den Mitteln der Satire aus den Angeln zu heben.“ Von 2011 bis 2013 war er als „Anstaltsanwalt“ regelmäßiger Gast der ZDF-Kabarett-Sendung Neues aus der Anstalt. Seit Februar 2014 präsentiert er gemeinsam mit Claus von Wagner als Gastgeber die Nachfolge-Sendung „Die Anstalt“, die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.
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