Politische Satire im Schloss
Wir blicken auf die letzte Sendung zurück und sprechen mit ihren Macher/innen und Expertinnen/en.
Sie ist die wohl politischste Kabarettsendung im deutschen Fernsehen. Und sie ist unter den Sendungen, die sich mit politischen Themen befassen, die, über die am wenigsten berichtet wird: „Die Anstalt“ im ZDF.
Kabarettisten sind die moderne Form der Hofnarren. Zu einer Zeit, als es noch keine unabhängige Presse gab, bildeten sie an den Höfen der Könige die einzige Instanz, die frei war, Kritik zu äußern. Allein der Hofnarr durfte dem Herrscher widersprechen – und konnte ihm den Spiegel vorhalten. Das war einerseits lustig. Lachen hat eine befreiende Funktion. Andererseits aber blieb einem manchmal das Lachen buchstäblich im Hals stecken, wenn die vorgebrachte Kritik die offensichtlichen Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungen aufspießte. Während andere Untertanen durch ihre Kritik den Herrscherzorn auslösten und zu spüren bekamen, blieb der Hofnarr ungestraft – Sinnbild seiner Unabhängigkeit, die ihn geradezu unantastbar machte. In demokratischen Staaten sind an die Stelle der Hofnarren eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien getreten. Gott sei Dank! Hofnarren gibt es aber immer noch. Sie heißen heute Kabarettisten. Sie spüren auf, spitzen zu, mahnen und kritisieren. Satire wie „Die Anstalt“ nimmt in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen sogar einen Bildungsauftrag wahr. Jede Sendung widmet sich einem Thema. Und wer sich die Augen reibt vor lauter Verwunderung oder die Tränen vor lauter Lachen abwischt, der kann noch einmal nachlesen: „Die Anstalt“ bietet zu jeder Sendung den Faktencheck.
Diesmal diskutieren wir mit Dr. Dietrich Krauß, einem Macher der Sendung, und mit Ministerialrat a.D. Michael Findeisen, Fellow beim Verein Bürgerbewegung Finanzwende e. V.
Lachen und diskutieren Sie mit!
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Diskussion mit
und
Moderation:
Ende der Veranstaltung
Dr. Dietrich Krauß, Studium der Journalistik in München und Promotion in Politischer Theorie. Er arbeitete u.a. beim SWR als Autor für „Plusminus“ und „Monitor“ und produzierte Dokumentationen für die ARD. Seit 2014 ist er Redakteur und Autor der „Anstalt“ beim ZDF und schreibt auch für die „heute-show“. Krauß erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a. den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis.
Michael Findeisen war über viele Jahre als Referatsleiter im Bereich Geldwäsche und Zahlungsverkehr im Bundesministerium der Finanzen (BMF) tätig. Vor 2000 war er in der Bankenaufsicht (BAKred, jetzt BaFin) ebenfalls als Referatsleiter für Grundsatzfragen der Geldwäschebekämpfung zuständig. Er ist ein Experte auf den Gebieten Finanzkriminalität bzw. Organisierte Kriminalität und Finanzmarktregulierung. Mit seinem Fachwissen unterstützt er den Verein Bürgerbewegung Finanzwende e.V. seit 2020 als Fellow.
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Literaturhinweis: Dietrich Krauß (Hg.), Die Rache des Mainstreams an sich selbst. 5 Jahre Die Anstalt, Westend Verlag, Frankfurt am Main, 312 Seiten, 20 Euro.Evangelische Akademie Tutzing
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