Die Kraft der Frauen
28. Februar – 01. März 2020
TagungInhalt
MAN KOMMT NICHT ALS FRAU ZUR WELT, MAN WIRD ES.
Simone de Beauvoir
Ist das so? Kultur kommt vor Natur, Gender vor Sex? Schöpfen die Frauen, deren Kraft wir bewundern, möglicherweise ihre Energie eher aus ihren Erfahrungen und dem Reichtum ihres Lebens als aus den Genen? Wir wissen es nicht und es ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, wie sie ihre Kraft einsetzen, an welchen Stellen und für wen.
In vielen Kulturen haben Frauen nach wie vor wenig Gelegenheit, außerhalb ihres häuslichen und nachbarschaftlichen Umfelds zu wirken. In Deutschland sind Frauen gleichberechtigt. In einem mehr als 200 Jahre währenden Prozess haben sie sich das seit der Aufklärung erkämpft. Viele Frauen verbinden heute noch starke lebensgeschichtliche Erfahrungen mit dem Kampf um Emanzipation in den siebziger und achtziger Jahren. Auf der anderen Seite ist nicht alles, was de jure erreicht ist, auch de facto umsetzbar. Oder warum ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen noch immer so marginal? Warum verdienen sie weniger als Männer? Und warum müssen sie sich mehr als Männer um Altersarmut sorgen?
Realität ist auch: Heute stehen die Geschlechter vielfach Seite an Seite, wenn es darum geht, Vorurteile abzubauen, Diskriminierungsfallen zu entlarven und mehr Partnerschaftlichkeit bei der Aufteilung von Berufs- und Familienarbeit durchzusetzen. Überhaupt, was soll das noch, Mann- Frau? Wir wissen doch längst, dass es mehr Geschlechter gibt. Macht es noch Sinn, die Kategorie „Frau“ aufzurufen?
Wir finden: Ja. Und uns interessiert: Woher schöpfen Frauen ihre Kraft? Lösen gerade die Hindernisse im Frauenleben manches Mal einen besonderen Willen zu ihrer Überwindung aus? Agieren und solidarisieren sich Frauen anders als Männer? Und was finden Frauen ihrer Kraft wert: Wo setzen sie sich ein und machen sich stark?
Wir haben Frauen aus der Politik und aus ganz unterschiedlichen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen. Die Auswahl repräsentiert nur ein winziges Segment von Frauenleben, wie es sich in der Bundesrepublik entfaltet. Aber schon an diesen Ausschnitten können wir etwas lernen über Hürden und wie man sie überwindet, über Fallen und wie man sie vermeidet sowie über Kräfte und wie man sie gewinnt.
Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!
Dr. Ulrike Haerendel, Studienleiterin für Soziales, Familie und Generationen, Geschlechter- und Gleichstellungsfragen, Geschichte
Dr. Ulrike Haerendel, Studienleiterin für Soziales, Familie und Generationen, Geschlechter- und Gleichstellungsfragen, Geschichte
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Studienleiter für Theologie und Gesellschaft, Religion, Philosophie und Recht Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Ulrike Haerendel
Anreise ab 16:00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 Uhr
Begrüßung
Dr. Ulrike Haerendel
und
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
19.30 Uhr
Die zweite Welle: Die deutsche Frauenbewegung zwischen Schwarzhaupt und Schwarzer
Prof. Dr. Miriam Gebhardt
20.30 Uhr
Feminismus im Zeitalter der Digitalisierung
Barbara Streidl
21.30 Uhr
Gespräche in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Dr. Ulrike Haerendel
Referierende
REFERENTINNEN
Meike Folkerts, Bürgermeisterin von Titisee-Neustadt
Prof. Dr. Miriam Gebhardt, Historikerin, Journalistin und Autorin
Dr. med. Sonja Herzberg, Chefärztin der orthopädischen Abteilung, Benedictus-Krankenhaus Feldafing
Valerie Holsboer, Juristin, bis September 2019 Vorstand für Personal und Finanzen der Bundesagentur für Arbeit, München
Karoline Labitzke, Pfarrerin und Lehrsupervisorin DGfP-KSA, Beauftragte der Evang.-Luth. Kirche in Bayern für Palliativarbeit, Seelsorgezentrum, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Klinikum der LMU München, Campus Großhadern
Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski, Professur für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht, Schwerpunkt Umweltrecht, Universität Kassel
Prof. Dr. Merith Niehuss, Präsidentin, Universität der Bundeswehr München
Monika Roscher, Komponistin, Gitarristin, Bandleaderin, Gastdozentin für Komposition Hochschule Osnabrück, München
Kerstin Schreyer, MdL, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, München
Dr. Kirsten Schrick, Unternehmerin, Münchener Stifterinnen Netzwerk
Christine Singer, 1. stv. Landesbäuerin, Bayerischer Bauernverband, Hauswirtschaftsmeisterin, Garten- und Erlebnisbäuerin, Hofheim am Riegsee
Barbara Streidl, Journalistin, Lila Podcast, Frauenstudien München
Una Szeemann, Künstlerin: Performance, Objekte, Installationen, Plastiken, visual arts, Schrift, Licht; Tegna/Centovalli und Zürich, Schweiz
Mesale Tolu, Journalistin, Schwäbische Zeitung, Ulm
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Anja Böhm
Telefon: 08158 / 251-123
Fax: 08158 / 99 64 0
boehm@eatutzing.de