°Digital und demokratisch
29. April 2020
TagungInhalt
DER VORTEIL VON COMPUTERN IST, DASS SIE TUN, WAS MAN IHNEN SAGT. DER NACHTEIL IST, DASS SIE TUN, WAS MAN IHNEN SAGT.
Theodor Holm Nelson
(Philosoph und Pionier der Informationstechnik)
(Philosoph und Pionier der Informationstechnik)
Der digitale Wandel ist tiefgreifend, er verändert unser Verständnis von Mensch und Welt, Bildung und Kultur, Freiheit und Demokratie. Dabei gehen Euphorie und Verunsicherung für viele Menschen Hand in Hand. Denn wo für die einen neue Möglichkeiten warten, sind die Veränderungen für andere zu komplex und schwer zu durchschauen. Dies verhindert, dass wir die Transformation unserer Gesellschaft selbst gestalten.
Aber gerade weil die Veränderungen so umfassend sind, ist es notwendig, sie nicht nur geschehen zu lassen, sondern sie kritisch zu begleiten und aktiv zu gestalten.
Informatiker*innen haben dabei eine besondere Rolle. Sie verfügen über das technische Hintergrundwissen, um zu verstehen, was passiert. Sie haben die praktischen Fähigkeiten, selbst aktiv zu werden. Von ihrer Programmierung hängt es ab, welche Daten wie zusammengeführt werden, auf welchen Grundlagen eine KI lernt, welche Anwendungen welche Informationen preisgeben.
Dabei hat das, was aus Entwickler-Perspektive machbar, spannend oder vom Auftraggeber gewollt ist, oft weitere Dimensionen, die an die Grundlagen freiheitlich-demokratischer Werte rühren: Der Rohstoff „Daten“ führt zu neuen Machtverhältnissen, Diskriminierungen und Gefahren. Oft genug bleiben dabei Grundrechte wie das Recht auf Privatsphäre, freie Meinungsäußerung und Freiheit auf der Strecke.
Während des Studientags wollen wir diesen Aspekten nachgehen und im Gespräch mit Expert*innen fragen: Was haben KI, Digitalisierung und Big Data mit Demokratie zu tun, was bedeutet Mensch-Sein in einer digitalisierten Welt und welche Rolle kommt den Informatiker*innen bei der Gestaltung von Zukunft zu?
Wir laden Sie herzlich dazu ein!
Prof. Dr. Christoph Skornia, Dekan, Fakultät für Informatik und Mathematik der OTH Regensburg
Julia Wunderlich, Studienleiterin für das Junge Forum, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Thomas Zeilinger, Beauftragter für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft, Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern
Julia Wunderlich, Studienleiterin für das Junge Forum, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Thomas Zeilinger, Beauftragter für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft, Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern
Programm
13.30 Uhr
Ankommen
14.00 Uhr
Begrüßung & Einführung
Prof. Dr. Christoph Skornia, Prof. Dr. Thomas Zeilinger & Julia Wunderlich
14.30 Uhr
Zwei Anwendungsbeispiele
Wem gehört die digitale Zukunft? Künstliche Intelligenz und der Schutz geistigen Eigentums
Prof. Dr. Axel Doering
Moderation: Julia Wunderlich
15.45 Uhr
Digitalisierung im Gesundheitswesen. Potentiale, ethische und gesellschaftliche Herausforderungen.
Prof. Dr. Georgios Raptis
Moderation: Prof. Dr. Thomas Zeilinger
16.15 Uhr
Pause
16.30 Uhr
Mensch 4.0: Frei bleiben in einer digitalen Gesellschaft
Alexandra Borchardt
Moderation: Prof. Dr. Thomas Zeilinger
17.00 Uhr
Macht und Verantwortung der Informatik
Fishbowl-Diskussion mit allen Referierenden und Studierenden
Moderation: Julia Wunderlich & Prof. Dr. Thomas Zeilinger
18.00 Uhr
Tagesabschluss und Einladung zum Get-together für alle Teilnehmer*innen mit kleinem Imbiss
Veranstaltungsleitung
Judith Stumptner
Referierende
Dr. Alexandra Borchardt, geb. 1966, arbeitet am Reuters Institute for the Study of Journalism an der University of Oxford als Director of Strategic Development. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war sie im tagesaktuellen Journalismus tätig, zuletzt als Chefin vom Dienst bei der Süddeutschen Zeitung. Als Expertin für digitale Transformation und Qualitätsjournalismus ist sie eine gefragte Keynote-Speakerin und Autorin.
Prof. Dr. Axel Doering, geb. 1967, hat nach einem Studium der Technischen Informatik zur Biosignalverarbeitung mit Neuronalen Netzen promoviert und war 15 Jahre lang in der Softwareentwicklung bei der Carl Zeiss Meditec AG tätig. Seit 2011 vertritt er an der OTH Regensburg das Lehrgebiet Softwareentwicklung für Medizingeräte. Er ist als European Patent Attorney für Verfahren vor dem Europäischen Patentamt zugelassen und berät Mandanten zum Schutz von computer-implementierten Erfindungen.
Yvonne Hofstetter, geb. 1966, Juristin, begann 1999 ihre Karriere in international führenden Unternehmen der Informationstechnologie. Von 2009 bis 2019 war sie Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH, eine auf die intelligente Auswertung von Big Data spezialisierte Firma. Sie veröffentlichte mehrere Bücher im Spannungsfeld Digitalisierung und Demokratie. 2018 wurde sie mit dem 53. Theodor Heuss Preis ausgezeichnet und 2019 zum Mitglied der Chatham House Kommission zu Demokratie und Technologie in Europa ernannt.
Prof. Dr. Georgios Raptis, geb. 1972, hat Medizin in Leipzig und Informatik in Darmstadt studiert. Nach zehnjähriger Tätigkeit als Referent für eHealth und IT-Sicherheit bei der Bundesärztekammer in Berlin ist er 2016 als Professor für eHealth an der OTH Regensburg berufen worden. Seine Schwerpunkte liegen in der Konzeption von elektronischen Patientenakten, Interoperabilität, Informationssicherheit und Identity Management in der Medizin.
Ort & Infos
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Fakultät für Informatik und Mathematik
Raum K001
Galgenbergstraße 32 / 93053 Regensburg
www.oth-regensburg.de/fakultaeten/informatik-und-mathematik.html
Kontakt
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de