Ein Fest mit Wunde(r)
17. – 19. Dezember 2021
TagungInhalt
Alles perfekt. Ein Fest ohne Makel, das wäre es! Zum Glück gibt es den Advent. Vier Wochen Vorbereitung. Fast wie für eine Hochzeit… Noch immer und immer wieder neu setzt Weihnachten viele Energien frei. Alle Sinne sollen auf ihre Kosten kommen. Im Lauf der Zeit verblasst zwar der Grund des Feierns. Dafür wird die Form zum Inhalt. Der Rahmen ersetzt das Bild. Jahr für Jahr erwacht der Traum einer heilen Welt.
Die Geschehnisse der Geburt Jesu können bei solchem Perfektionismus nicht mithalten. Es ging nicht festlich zu damals in Bethlehem. Die Hochschwangere irrt ohne Nachtasyl umher. Eine mordende Soldateska radiert die Neugeborenen aus. Von Anfang an ähnelt Weihnachten einer klaffenden Wunde. Und wird zugleich als Wunder verstanden. Frierende Hirten beginnen zu singen. Erforscher des Weltalls beugen sich über einen Säugling.
Unsere Tagung wagt den Blick auf beide Wirklichkeiten. Menschen erzählen von ihren Verwundungen. Psychotherapie und Theologie fragen nach Heilung und Heil. Werke der Kunst – Theater, Musik, Malerei – suchen und finden eine Dimension der verborgenen Tiefe.
Die im Film portraitierten chassidischen Juden New Yorks vereinen auf einzigartige Weise Erfahrungen der Verwundung und des Wunderbaren. Dietrich Bonhoeffer deutet Weihnachten zwischen Dunkelheit und Licht. Verwundung und Verwandlung werden als wesentliche Motive der Gegenwartsliteratur vorgestellt. Die Psychotraumatologie entdeckt Perspektiven in verblüffender Nähe zur Heilung körperlicher Wunden.
Im Jubiläumsjahr Wolfgang Borcherts zeigt die Tagung eine aktuelle, unter den Bedingungen der Corona-Pandemie entstandene Inszenierung und ermöglicht Gespräche mit dem Regisseur und dem Komponisten.„Bergkristall“ erzählt in der geheimnisvollen Sprache Adalbert Stifters von der weihnachtlichen Rettung zweier Kinder aus einem Winter-Inferno. Die Deckenmalerei in Zillis (Graubünden) hebt mit Humor und überraschenden Details Szenen der Weihnachtsgeschichte hervor.
An der Schwelle zum Fest erwarten Sie Entschleunigung, faszinierende Stimmungen am Ufer des Sees, kulinarische Köstlichkeiten und ein achtsames Miteinander. Die Gestaltung der Tagung berücksichtigt alle Anforderungen für die Gesundheit – damit Sie gestärkt den Heiligen Abend erleben.
Wir freuen uns auf Sie!
Pfr. Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Elisabeth Kohler, Ärztliche Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin
Dr. Oliver Kohler, Historiker und Schriftsteller
Anreise ab 16.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
Begrüßung und Einführung
und
Die Juden von New York
Film und Reflexion
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Pfr. Udo Hahn
AkademiedirektorReferat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Referierende
Prof. Dr. Michael Albus, Theologe, Filmemacher und Autor, Mainz
Christoph Bernewitz, Musiker, Komponist und Sänger, Berlin Pfr. Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing Dr. med. Elisabeth Kohler, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Psychoanalyse Mainz Marcel Kohler, Schauspieler und Regisseur, Deutsches Theater Berlin Dr. phil. Oliver Kohler, Historiker und Schriftsteller, Mainz Linn Reusse, Schauspielerin, Deutsches Theater BerlinWir danken
Der Andreas-Felger-Kulturstiftung für das Titelbild.
Dem Künstler Udo Mathee für eine Gestaltung, die zum Titel der Tage führte.
Dem Deutschen Nationaltheater Weimar für die Erlaubnis, den Film „Draußen vor der Tür" zu zeigen.
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Isabelle Holzmann
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
holzmann@ev-akademie-tutzing.de