Ethik zwischen Labor und Lebenswelt
04. – 05. Oktober 2022
TagungInhalt
Zur Zukunft der ethischen Begleitforschung
Das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft wird gegenwärtig neu vermessen. Eine „transformative Wissenschaft“ erhebt den Anspruch, gesellschaftliche Veränderungen nicht nur zu beschreiben, sondern selbst mitanzustoßen. Im Kern geht es um die politische Ordnung des Wissenschaftsbetriebs. Demokratische Entscheidungen sollen bürgernah und zugleich wissenschaftsbasiert ausfallen. Dazu wird ein Forschungsethos gefordert, das nicht nur den wissenschaftlichen Zweifel honoriert, sondern auf eine „gute“ Wissenschaft abzielt. Aber kann und soll eine unabhängige Wissenschaft das alles leisten?
Der Wunsch der Veränderung von Praxis durch Wissen ist auch ein zentrales Anliegen der praktischen Philosophie. Als anwendungsorientierte Ethik widmet sie sich Problemen, für die der Fortschritt der Wissenschaft Lösungen eröffnet, die aber manchmal erst durch diesen Fortschritt hervorgerufen werden. Ethische Begleitforschung soll dabei Brücken bauen zwischen Forschung und Öffentlichkeit, zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Zugleich ist das Wissen der ethischen Begleitforschung kontextabhängig. Welchen Einfluss haben dabei die verschiedenen Orte von Labor und Lebenswelt, die auch unterschiedliche Formen des Wissens adressieren?
Seit drei Jahrzehnten arbeiten am Institut TTN Forschende aus den Natur- und Technikwissenschaften mit Expertinnen und Experten aus Theologie, Philosophie, Recht, Soziologie und Medizin daran, die Forschungsfragen der Zukunft in ihrer Relevanz für die Lebensführung der Menschen zu thematisieren. Auf der Tagung diskutieren wir Methoden und Ziele einer solchen ethischen Begleitforschung. Anlässlich der Gründung des neuen Zentrums Technik-Theologie-Naturwissenschaften der LMU München fragen wir nach den normativen Herausforderungen bei der Anwendung wissenschaftlicher Innovationen. Wofür braucht man heute noch Ethik? Dient sie als Akzeptanzbeschleuniger oder aber zur Reflexion einer Wissenschaftsfreiheit, die den Unterschied zwischen Labor und Lebenswelt zu wahren sucht?
Zur Diskussion dieser Fragen laden wir alle Interessierten herzlich ein in das Schloss Tutzing!
Udo Hahn
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Stephan Schleissing
Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. Stephan Schleissing
Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München
11.45 Uhr
Dr. Stephan Schleissing
Dr. Therese Feiler
Arne Dreßler
Dr. Yannick Schlote
ab 11:30 Uhr Anreise
14.45 Uhr
Begrüßung & Einführung
Dr. Stephan Schleissing
15.00 Uhr
Wie neutral ist die Normativiät der Technikfolgenabschätzung?
Dr. Helge Torgersen
16.00 Uhr
Kaffeepause
16.30 Uhr
Translationale Genommedizin: Was leistet die ELSI Forschung?
Prof. Dr. med. Dr. phil. Eva Winkler
17.30 Uhr
25 Jahre "ELSA"-Forschung:
Der Beitrag der Forschungsförderung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten in den Lebenswissenschaften
MinR Dr. Stephan Roesler
18.30 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Ethik des Wissens. Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft
Prof. Dr. Markus Vogt
20.30 Uhr
Geselliger Ausklang in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Dr. Stephan Schleissing
Freier MitarbeiterDr. Therese Feiler
Arne Dreßler
Dr. Yannick Schlote
Referierende
REFERIERENDE
Prof. Dr. Reiner Anselm, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik, Evangelisch-Theologische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorsitzender des Vorstands des Vereins TTN
Prof. Dr. Oliver Dimbath, Institut für Soziologie, Universität Koblenz-Landau
Arne Dreßler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie, Universität Koblenz-Landau und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt DigiMed Bayern am Institut TTN, Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Herwig Grimm, Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Veterinärmedizinische Universität Wien, Medizinische Universität Wien, Universität Wien
Prof. Dr. Fruzsina Molnár-Gábor, Nachwuchsgruppenleiterin an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Lehrbeauftragte an der Juristischen Fakultät und am interdisziplinären Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg
MinR Dr. Stephan Roesler, Referat „Ethik und Recht in den Lebenswissenschaften“, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin
Dr. Peter M. Steiner, Project Director E-Leaming, Ethics, Exhibitions, Communication Department, Max Planck Society Administrative Headquarters, München
Dr. Helge Torgersen, Molekularbiologe, Senior Scientist, ehem. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Markus Vogt, Lehrstuhl für Christliche Sozialethik, Katholisch-Theolo-gische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Dr. Eva Winkler, Heisenberg-Professorin für Translationale Medizinethik & Geschäftsführendes Direktorium, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsklinikum Heidelberg
TAGUNGSLEITUNG
Arne Dreßler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt DigiMed Bayern,
Dr. Therese Feiler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei DigiMed Bayern,
Dr. Stephan Schleissing, Leiter des Programmbereichs „Ethik in Technik und Naturwissenschaften“,
Dr. des. Yannick Schlote, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Bavarian Genomes – alle Institut TTN an der LMU München
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de