Für eine Stadtkultur der Resilienz!
02. – 04. März 2018
TagungInhalt
STADTLUFT MACHT FREI, KRIMINELL UND KRANK?
Klimawandel, rasante technische Entwicklungen, wachsende soziale Ungerechtigkeit, Migration… Wir leben in Zeiten der Krisen, deren Ausmaß uns nicht nur in den Medien vor Augen geführt wird. Auch im städtischen Alltag sind die Auswirkungen deutlich zu spüren: Verkehrschaos, steigende Preise, ausufernder Mietmarkt, Leistungsdenken und Anpassungsdruck, hohe Erwartungen an Mobilität und Flexibilität des Einzelnen – Überforderung ist zum Dauerzustand geworden, der mensch-liches Miteinander und soziale Gemeinschaftsstrukturen bedroht.
Diese aber sind notwendig, damit auch Städte im Gleichgewicht bleiben. Städte und ihre Stadtgesellschaften brauchen Pflege, damit sie nicht verwahrlosen, damit die Stadt als Ort der Freiheit erlebt werden kann und nicht als Ort der Isolation und Vereinsamung oder der Bedrohung und Angst.
Hinzu kommt: Die Art unseres Zusammenlebens ist entscheidend dafür, wie wir Krisen bewältigen. Das gilt für einzelne Menschen wie auch für Organisationen und Städte. Die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, nennt man Resilienz. Sechs Faktoren tragen zur Krisenbewältigung bei: Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Netzwerkorientierung, Lösungsorientierung.
Wir unternehmen in der Tagung den Versuch, den aus der Psychologie stammenden Begriff auf Städte und ihre Stadtgesellschaften zu übertragen und gleichzeitig zu fragen: Welche Rolle spielen dabei Kunst und Kultur? Helfen sie Stadtgesellschaften, sich von den Verletzungen ihrer ökologischen, ökonomischen, sozialen oder institutionellen Systeme zu erholen? Tragen sie dazu bei, ihre Widerstandskraft für die Krisen der Zukunft zu fördern?
Herzliche Einladung zum Kulturpolitischen Forum in der Evangelischen Akademie Tutzing!
Dr. Christine Fuchs
STADTKULTUR – Netzwerk Bayerischer Städte e.V.
Dr. Dieter Rossmeissl
Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Judith Stumptner
Studienleiterin, Stellevertretende Akademiedirektorin, Evangelische Akademie Tutzing
Judith Stumptner
Anreise ab 14.00 Uhr
15.00 Uhr
Ankommen und Willkommenskaffee im Foyer
15.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Judith Stumptner & Christine Fuchs
16.00 Uhr
WORKSHOP – Sichten und Zeigen
Ein urbanes Spiel zwischen Monopoly, Mülldeponie und Monotonie
Sandra Freygarten & Peter Sinapius
18.00 Uhr
Abendessen
19.00 Uhr
Resilienz - Kompetenz der Zukunft
Widerstandskraft und Flexibilität für Mensch, Organisationen und Gesellschaft
Dipl.-Ing. Sylvia Kéré Wellensiek
20.30 Uhr
Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Judith Stumptner
Referierende
Referentinnen und Referenten / Moderation:
PD Dr. med. Mazda Adli, Psychiater, Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen an der Charité – Universitätmedizin Berlin, Chefarzt der Fliedner-Klinik Berlin
Jürgen Enninger, Leiter des Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, München
Martin Heyn, Leiter des Bayerischen Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung, München
Beate Frankenberger, Pfarrerin Kulturkirche St. Lukas, München
Prof. Sandra Freygarten, Professorin für Kunst in sozialen Organisationen und Veränderungsprozessen an der MSH Medical School Hamburg
Dr. Christine Fuchs, Leiterin, STADTKULTUR – Netzwerk Bayerischer Städte e.V., Ingolstadt
Dr. Johannes Luff, Leiter der Kriminologischen Forschungsgruppe im Bayerischen Landeskriminalamt, München
Dr. Dieter Rossmeissl, Stadtrat und Kulturdezernent der Stadt Erlangen a.D.
Prof. Dr. Thomas Sieverts, Architekt und Stadtplaner, München
Prof. Peter Sinapius, Professor für Kunsttherapie, Arts und Social Change an der MSH Medical School Hamburg
Judith Stumptner, Studienleiterin, Evangelische Akademie Tutzing
Nobert Tessmer, Oberbürgermeister der Stadt Coburg
Dipl.-Ing. Sylvia Kéré Wellensiek, Coach, Trainerin, Therapeutin, Autorin, Geschäftsführerin HBT Akademie, Riegsee
Notfallkonzerte des Treppenhausorchesters
Das Orchester im Treppenhaus rettet die Welt. Mit Musikstücken, die Benjamin Scheuer für Orte in und um Hannover komponiert hat, wurden bisher die Luft an der Hannoverschen Stadtautobahn musikalisch von Feinstaub gesäubert, die Abhörstörung durch die NSA beseitigt und bislang ungeahnte musikalische Wege für erneuerbare Energien und eine menschenfreundlichere Flüchtlingspolitik aufgezeigt. In Tutzing spielt das Orchester ein Konzert für die ganz persönlichen Notfälle des Publikums.
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de