
Geschichte und Erfolge sozialer Bewegungen
24. – 26. Oktober 2025
TagungInhalt
SOZIALE BEWEGUNGEN SIND DER MOTOR GESELLSCHAFTLICHEN FORTSCHRITTS.
Dieter Rucht
Viele Fortschritte in der Geschichte wurden durch soziale Bewegungen errungen – von Menschenrechten, Demokratie, Gerechtigkeit, Ökologie bis hin zu Frieden und Dekolonisierung. Soziale Bewegungen gibt es wohl seit Anbeginn der Menschheit. Sie sind Netzwerke von Gruppen, oftmals eher informell organisiert, die sich spezifische politische Ziele setzen und diese durch gemeinsame Aktionen zu erreichen versuchen.
Heute fühlen sich viele Menschen politisch ohnmächtig angesichts von Polykrisen: auf globaler Ebene Klimakrise, Kriege und Menschenrechtsverletzungen, auf nationaler Ebene steigende Mieten und unzulängliches Gesundheitssystem, Diskriminierungen und Aufstieg rechtsradikaler, autoritärer Kräfte. Verschärfend wirkt, dass sich Macht weltweit immer stärker konzentriert – durch finanzielle Ungleichheiten, aber auch verstärkt durch Social Media und den Einfluss großer (Medien-)Konzerne.
Heute fühlen sich viele Menschen politisch ohnmächtig angesichts von Polykrisen: auf globaler Ebene Klimakrise, Kriege und Menschenrechtsverletzungen, auf nationaler Ebene steigende Mieten und unzulängliches Gesundheitssystem, Diskriminierungen und Aufstieg rechtsradikaler, autoritärer Kräfte. Verschärfend wirkt, dass sich Macht weltweit immer stärker konzentriert – durch finanzielle Ungleichheiten, aber auch verstärkt durch Social Media und den Einfluss großer (Medien-)Konzerne.
Doch schon oft in der Geschichte schien die Lage aussichtslos. Immer aber gab es Menschen, die ihren Werten gefolgt sind, die sich zusammengeschlossen haben und Formen und Wege fanden, ihre Überzeugungen auszudrücken und gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Und auch wenn heute einiges ins Wanken gerät, leben viele Menschen hierzulande privi-legiert und inmitten gesellschaftlicher Errungenschaften.
Auf der Tagung analysieren und diskutieren wir, wie gesellschaftlicher Fortschritt durch soziale Bewegungen möglich wird. Was sind ihre Wurzeln, Strukturen und Dynamiken? Wer waren die Menschen, die sich in der Geschichte erfolgreich engagiert haben? Wie haben sie zusammengewirkt? Unter welchen historischen Bedingungen – politisch, ökonomisch oder auch gesellschaftlich – hatte Engagement eine nachhaltige Wirkung? Was waren Hindernisse und Herausforderungen, auch in der Organisation? Wo sind soziale Bewegungen kritisch zu sehen?
„Soziale Bewegungen sind der Motor gesellschaftlichen Fortschritts“, so der Politikwissenschaftler und Soziologe Prof. Dr. Dieter Rucht. Wir wollen uns ein Wochenende lang Zeit nehmen, um uns das genauer an-zuschauen – in Vorträgen, Workshops und mit Musik.
Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing an das Ufer des Starnberger Sees!
Katharina Hirschbrunn, Studienleiterin für Wirtschaft und Arbeitswelt, Nachhaltige Entwicklung, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Stefan Berger, Direktor des Instituts für Soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum
Katharina Hirschbrunn
Anreise ab 13.00 Uhr
15.00 Uhr
Beginn mit einem Imbiss
15.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Katharina Hirschbrunn
16.00 Uhr
Wie erfolgreich waren soziale Bewegungen aus historischer Perspektive?
Prof. Dr. Stefan Berger
17.00 Uhr
Die Kraft der Versöhnung als Weg im Vietnam Krieg 1975
Dr. Nguyen Thuc-Quyen
18.00 Uhr
Abendessen
19.00 Uhr
Erfolge in der Rüstungskontroll- und Abrüstungsgeschichte
Prof. Dr. Götz Neuneck
20.00 Uhr
Von Fridays for Future bis ökologische Gesetzgebung. Was macht Erfolge nachhaltig, was sorgt dafür, dass der Erfolg bleibt?
Petra Pinzler
21.00 Uhr
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Katharina Hirschbrunn
Studienleitung für Wirtschaft und Arbeitswelt, Nachhaltige EntwicklungReferierende
REFERIERENDE
Tamara Banez, Musikerin* und Musikaktivistin* beim Label „Sturm und Klang“ von Konstantin Wecker, Liedermacherin* und Elektro-Pop-Artist, seit der Uni-besetzung stark politisiert, München
Shila Behjat, nach einem Jura-Studium unter anderem als Korrespondentin für den Axel Springer-Verlag in London und als freie Journalistin in Indien tätig. Buch „Frauen und Revolution“, Berlin (angefragt)
Prof. Stefan Berger, Professor für Sozialgeschichte und Direktor des Instituts für soziale Bewegungen an der Ruhr-Universität Bochum, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets, Bochum
Dr. des. Jonas Bokelmann, Komparatistik, Skandinavistik und Neuere und neueste Geschichte, freier Autor, Schwerpunkte Literatur der Arbeit und Arbeiter*innen-Literatur, Utopie und Science-Fiction, Theorie der Popkultur, Mit-Initiator der Unibesetzung in München, Starnberg
Nuria Cafaro, Historikerin, Projekt „Selbstorganisierung von Migrantinnen in Köln“ beim Kölner Frauengeschichtsverein, Dissertationsprojekt „Wilde Streiks und Betriebsbesetzungen. Arbeitskämpfe in Westdeutschland, Italien und Frankreich um 1968″, Universität zu Köln
Abdou-Rahime Diallo, Mitgründer & Geschäftsführer von Diaspora Policy Interaction , stammt aus Guinea, berät Institutionen zu Migration, Entwicklungspolitik, Partizipation, Vernetzung von Diasporaorganisationen; berät u.a. Ministerien afrikanischer Staaten und ECFR (European Council on Foreign Relations), Band „Sauti é Haala“, Potsdam
Indigo Drau und Sina Reisch, Podcasterinnen, seit 2023 verfolgen die beiden in ihrem Podcastformat „Geschichte der kommenden Welten“ Spuren von Menschen, die die Welt verändert haben und sind seit vielen Jahren politisch aktiv in sozialen Bewegungen. Sina Reisch ist freie Mitarbeiterin des Konzeptwerk Neue Ökonomie. Indigo Drau ist Co- Autorin des 2024 erschienen Buches „Alles für Alle – Revolution als Commonisierung“. Beide wohnen in Leipzig
Prof. Dr. Michael Gehler, Leiter des Instituts für Geschichte der Stiftung Universität Hildesheim, Jean Monnet Chair für vergleichende europäische Zeitgeschichte und Geschichte der europäischen Integration, gilt als einer der profiliertesten Kenner des europäischen Integrationsprozesses, Hildesheim
Reiner Hoffmann, Vorsitzender Rat für Nachhaltige Entwicklung, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, seit Dezember 2022 stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin
Dr. theol. Julia Lis, Geschäftsführerin des Instituts für Theologie und Politik, Münster
Prof. Dr. Götz Neuneck, Physiker und Friedensforscher, Senior Research Fellow Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), ehem. wissenschaftlicher Mitarbeiter unter Egon Bahr, Hamburg
Dr. Thục-Quyên, Zahnärztin, Mitglied des Intersein-Ordens von Thich Nhat Hanh, seit dem Vietnamkrieg engagiert für Sozial Engagierten Buddhismus, heute mit Schwerpunkt Menschenrechte in Vietnam, München
Petra Pinzler, Korrespondentin in der Hauptstadtredaktion der „Zeit“, Autorin „Hat das Zukunft oder kann das weg? Der Fortschrittskompass“ und Host des freundlichen Krisen-Podcasts „Auch das noch“, Berlin
Mascha Schädlich, Imagination gesellschaftlicher Utopien, Bildungs- und Pressearbeit für die sozial-ökologische Transformation unserer gesellschaftlichen Wirtschafts-, Lebens- und Arbeitsweise, Konzeptwerk Neue Ökonomie, Leipzig
Dr. Tareq Sydiq, Promotion „Autoritäre Interessenaushandlung. Wie Iraner*innen Politik innerhalb autoritärer Rahmenbedingungen gestalten“, Zentrum für Konfliktforschung (ZfK), Koordinator Forschungsnetzwerk „Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict“, Buch „Die neue Protestkultur“, Philipps-Universität Marburg
Irina Vavitsa, Tochter griechischer Widerstandskämpfer*innen, migrierte 1971 nach Deutschland, arbeitete beim Automobilzulieferer Hella und war dort als Betriebsrätin engagiert und organisierte den spontanen Streik 1973, aktives Mitglied der IG Metall und engagiert für Frieden, Lippstadt
Dr. Raul Zelik, ehem. Professor für Politikwissenschaften an der Nationaluniversität Kolumbiens, Buch „Wir Untoten des Kapitals“ (Suhrkamp), „Die Linke im Baskenland“ (Mandelbaum) und Hörfunk-Features für WDR und Deutschlandfunk, Berlin