
Geschlossene Gesellschaft?
03. Dezember 2025
AbendveranstaltungInhalt
Empathie mit Geflüchteten sinkt
Auf dem Meer gibt es Pushbacks, ehe Boote europäisches Terrain erreichen, und im Falle einer Landung werden die Ankommenden mittlerweile in geschlossene Lager in Griechenland transportiert. Asylverfahren, die europarechtlich an den Außengrenzen durchgeführt werden müssten, werden teilweise ausgesetzt oder finden nicht mehr statt. Die italienische Regierung hat Lager außerhalb der EU in Albanien gebaut, in die Flüchtlinge mit geringen Anerkennungschancen gebracht werden sollen, doch Gerichte verbieten diese Praxis.
Die Lage ist komplex: Die Migrationsfrage in Europa ist inzwischen vor allem innenpolitisch geprägt, im Versuch, das Erstarken rechtsextremer Parteien einzudämmen. Das gelingt bislang nicht. Immer mehr geraten Rechtsstaatlichkeit und Abwehrversuche gegen Migration in Konflikt. Die aufnehmenden Gesellschaften fühlen sich überfordert, zugleich sinkt die Empathie mit den Geflüchteten.
Der Ökumenische Unterstützerkreis Tutzing hält seit 2015 Kontakt mit Nichtregierungsorganisationen auf Lesbos, die noch immer Geflüchtete juristisch, medizinisch und mit Bildung unterstützen.
In unserer Veranstaltung wollen wir ins Gespräch kommen über den aktuellen Stand der Dinge und mögliche Perspektiven.
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Claudia Steinke, Koordination, Ökumenischer Unterstützerkreis Tutzing
Programm
Einlass ab 18.30 Uhr
Podiumsdiskussion mit
Costas Gianacacos
Prof. Dr. Volker M. Heins
Tobias Zick
Moderation: Akademiedirektor Udo Hahn
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Pfr. Udo Hahn
AkademiedirektorReferat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Referierende
UNSEE GÄSTE
Costas Gianacacos, ehemals Leiter des Griechischen Hauses in München und SPD-Stadtrat, organisiert regelmäßig Reisen dorthin, um die Veränderungen der griechischen und europäischen Politik konkret deutlich zu machen.
Tobias Zick berichtet für die Süddeutsche Zeitung aus Südosteuropa. Zuvor war er vier Jahre lang Korrespondent der SZ in Afrika.
Prof. Dr. Volker M. Heins ist Politologe und Permanent Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Als Gastwissenschaftler war er unter anderem in Harvard, Jerusalem und Yale tätig. 2021 erschien sein für den NDR-Sachbuchpreis nominiertes Buch „Offene Grenzen für alle. Eine notwendige Utopie“. Er untersucht, welche Wirkung Mauern und die Abwehr von Migration „nach innen“ entfalten.