Gewalt Freiheit Recht
26. – 28. Mai 2023
TagungInhalt
WER SICH ZUM LAMM MACHT, LOCKT DIE WÖLFE.
Weisheit nach Machiavelli
Krieg, Krieg und nochmals Krieg: Die Vernichtung Anderer als letzter vitaler Impuls, die eigene Sterblichkeit zu verleugnen? Gewalt seit jeher: Kain erschlägt Abel, seinen Bruder. Zum Himmel schreit jedes Verbrechen. Doch dessen Einspruch, gar Schutz vor Gewalt ist selten. Soll Abel auf ewig Opfer, Kain auf ewig Täter bleiben? Was hülfe selbst ein jüngstes Gericht: Denn was Menschen Menschen antun, kann nicht rückgängig gemacht werden.
Was ist unsere Freiheit? Der Hang zum Bösen, dessen Banalität ja nicht an Bestialität spart, scheint immer schon mit der Anlage zum Guten im Menschen zu ringen. So alt die Gewalt, so jung das Recht. Seine Erfindung war und ist eine soziale Revolution. Dem vermeintlich natürlichen Recht des Stärkeren stellt sie den Schutz und die unantastbare Würde eines jeden Menschen gegenüber. Bis schließlich ein Gewaltmonopol des Staates die zerstörerische Triebstruktur des Menschen zu zivilisieren sucht.
Gewalt ist alltäglich. Und wie oft wird noch das Recht gebeugt! Auch wenn wir den Krieg als Vater aller Dinge heute nicht mehr verherrlichen: Als Unterhaltung genießt Gewalt in TV, Kino und Literatur den höchsten Rang. Ja, noch im Kinderspiel „Räuber und Gendarm“ bis hin zu „Fort-nite“ oder „Counter-Strike“ trügt der Schein raufender Unschuld gewaltig. Was ist das nur, was in uns lügt, stiehlt und mordet?
Augenscheinlich geht der Kampf von Gewalt und Recht, Prävention und Krisenintervention weiter. Evident unterliegt das noch so gute Argument im Streit oft der bloßen Faust oder einer Waffe. Der Waffenhandel indes gilt, ungeachtet der Zerstörungen, Wunden, Schmerzen und Qualen für die Opfer, als unverzichtbar für Arbeitsplätze und Bruttosozialprodukt. Gewalt, ein Menschheitsverhängnis? Wie fängt sie an, wo geht sie hin – die Bildung zum humanen Subjekt, so dass Natur durch Erziehung der Gerechtigkeit dienen kann? Eine Frage nicht zuletzt von Religion und Politik?
Herzliche Einladung zum Diskurs in der Evangelischen Akademie Tutzing!
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Gero Kellermann
Akademie für Politische Bildung, Tutzing
Die Evangelische Akademie Tutzing ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) e.V., Berlin
Anreise ab 16:00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
und
(digital zugeschaltet)
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Gewalt ohne Ende? Filmangebot in der Rotunde (optional)
Veranstaltungsleitung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Ehem. Studienleiter, Evangelische Akademie TutzingDr. Gero Kellermann
Referierende
Jörg Albert, Leiter AG Altfallermittlungen, Kriminalpolizei Aschaffenburg
Friedrich Ani, Schriftsteller, Kriminal(film)-Autor, München Prof. Dr. Helmut Heit, Philosophie, Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche, Klassik Stiftung Weimar Stefan Hirsch, Bezirksheimatpfleger von Oberbayern a.D. Autor, Psychologe, Kulturstudio Schondorf am Ammersee Moritz Holfelder, Journalist, Redakteur, Film- und Kinokritiker, Bayerischer Rundfunk, Autor, Fotograf, München Bernd Holthusen, Leitung der Fachgruppe für Kinder- und Jugendhilfe, Deutsches Jugendinstitut e.V., München Dr. Gero Kellermann, Studienleiter für Staats- und Verfassungsrecht, Rechtspolitik, Akademie für Politische Bildung, Tutzing Sebastian M. Knell, Staatsanwalt, Staatsanwaltschaft Darmstadt Dr. Isabel Kratzer-Ceylan, Rechtsanwältin und Traumaberaterin, Augsburg Prof. Dr. Bernd Scheffer, Germanistik und Medienanalyse, LMU München, Paartherapeut, Kaufbeuren Dipl. Psych. Dr. phil. Wolfgang Schmidbauer, Psychoanalytiker, Supervisor und Schriftsteller, München Dr. Bettina Stepanek-Bühringer, LL.M. (Brügge), Akademische Rätin a.Z. am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Staatsphilosophie, LMU München Prof. Dr. Klaus Theweleit, Autor, Kulturwissenschaft, Psychoanalyse der Gewalt, Hochschule der Künste/Karlsruhe, Freiburg im BreisgauOrt & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Anja Böhm
Telefon: 08158 / 251-123
Fax: 08158 / 99 64 0
boehm@eatutzing.de