Gleichberechtigung als kulturelle Aufgabe
08. – 10. Oktober 2021
TagungInhalt
DIVERSITÄT HEBT DIE KÜNSTLERISCHE QUALITÄT.
Olaf Zimmermann*
Frauen und Männer sind in der Kultur sehr unterschiedlich präsent: Während Künstler den Kunstmarkt dominieren, arbeiten Künstlerinnen überwiegend in der kulturellen Bildung. Die Chefetagen der Institutionen, die Medien und Jurys sind meist männlich besetzt, während weibliche Kulturschaffende als organisierende Kräfte hinter den Kulissen arbeiten. Die traditionelle Rollenverteilung hält sich in der Kultur zäh und beständig – trotz Anti-Diskriminierungsgesetzen und Geschlechterdiversität. Auch bei der Nutzung von Fördergeldern geht es bei weitem nicht paritätisch zu. Deutlich ist zudem der Gender Pay Gap: Publizistinnen, Künstlerinnen und Frauen in den Creative Industries verdienen im Durchschnitt 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, wie die Studie „Frauen in Kultur und Medien“ des Deutschen Kulturrats 2016 ermittelte*.
Der Kultur- und Kreativsektor ist von einer Gleichberechtigung noch immer weit entfernt. Corona hat dieses Ungleichgewicht noch verstärkt. Vorwiegend Frauen waren durch Kita- und Schulschließungen belastet und wurden zurück in alte Rollenmuster gedrängt. Wo liegen die Ursachen hierfür? In Geschlechterbildern, die sich auch im Kunst- und Kulturverständnis fortsetzen? Welche Rolle spielen die Strukturen unserer Kulturinstitutionen? Welche das Management?
Auf der anderen Seite können gerade künstlerische Ausdrucksformen Stereotype anprangern und Sensibilität für Geschlechterfragen stärken. Wie wird dieses Potenzial genutzt und wie wirkt es auf den Kulturbetrieb zurück?
Um Geschlechtergerechtigkeit und kulturelle Vielfalt zu stärken, so die Unesco in ihrem Konzeptpapier „Kulturpolitik Neu/Gestalten 2020″, gilt es, „von einer Agenda des reinen Empowerments zu einer Agenda des tatsächlichen Wandels, also der Transformation, überzugehen“. Wie kommen wir in der Kulturbranche zum trans-formativen Handeln? Welche Veränderungen sind nötig, um eine größere Sichtbarkeit der weiblichen Arbeit und gleichen Zugang im Kulturbereich herzustellen? Wie ist die aktuelle Lage, international und in der EU? Was lässt sich von anderen Ländern lernen?
Geschlechtergerechtigkeit ist eine kulturelle Aufgabe. Die Tagung will die kultur-politischen Dimensionen diskutieren, Wege für eine gute Praxis aufzeigen und einen Beitrag zur Vernetzung leisten. Sie richtet sich an alle, die in Kulturpolitik, Kulturvermittlung und Kulturwirtschaft tätig sind sowie an alle Interessierten.
Nachdem die Tagung im vergangenen Jahr verschoben werden musste, freuen wir uns nun umso mehr auf die Begegnung mit Ihnen.
Dr. Christine Fuchs & Christina Madenach
STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V.
Alix Michell
Evangelische Akademie Tutzing
STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V.
Alix Michell
Evangelische Akademie Tutzing
*Gabriele Schulz, Carolin Ries, Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat), Frauen in Kultur und Medien. Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungenund Lösungsvorschläge, Berlin 2016
Alix Michell
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.00 Uhr
Begrüßung
Alix Michell
&
Dr. Christine Fuchs
19.30 Uhr
Gendergerechtigkeit in der internationalen Kulturpolitik – Praxis und nächste Ziele
Christine M. Merkel
20.15 Uhr
Good Bye Gender?
Ein Praxisbericht aus dem Schwulen Museum Berlin
Dr. Birgit Bosold
21.15 Uhr
Gespräche in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Alix Michell
Studienleitung für Kunst, Kultur, Digitales und GenderReferierende
Dr. Emília Barna, Assistant Professor im Fachbereich Soziologie
und Kommunikation der Universität für Technologie und Wirtschaft, Budapest, Ungarn
Dr. Birgit Bosold, Finanzexpertin, Kuratorin und Vorstandsmitglied im Schwulen Museum Berlin
Halina Dyrschka, Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin
Jürgen Enninger, Kulturreferent der Stadt Augsburg
Viola Hasselberg, Chefdramaturgin der Münchner Kammerspiele, München
Dr. Cornelie Kunkat, Referentin für Frauen in Kultur & Medien, Deutscher Kulturrat, Berlin
Modupe Laja, Bildungspolitische Veranstaltungskuratorin und Initiatorin des Mentoringprojekts FirmaMENT, Mitglied im Vorstand EineWeltHaus München e.V.
Laura Lang, Kunsthistorikerin, Kuratorin und freie Autorin, Initiatorin von ART+FEMINISM Edit-a-thons in München
Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturbürgermeisterin, Stadt Nürnberg
Prof. Dr. Birgit Mandel, Geschäftsführende Direktorin und Leiterin des Studienbereichs Kulturvermittlung und Kulturmanagement, Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim
Christine M. Merkel, Mitglied des weltweiten UNESCO/EU Expertenpools Cultural Governance, Beauftragte für Kultur und nachhaltigen Entwicklungsstrategien im Rahmen der EU, Köln
Susanne Mitterer, Regisseurin, Kulturmanagerin und Systemische Beraterin, Leitungsteam Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft München
Barbara Mundel, Intendantin der Münchner Kammerspiele, München
Christina Preisler Schedin, Schwedisches Filminstitut, Stockholm, Schweden
Christina Stausberg, Hauptreferentin für Kultur, Dezernat für Bildung, Kultur, Sport und Gleichstellung, Deutscher Städtetag, Köln
Christian Steinau, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften, Nachwuchsforschungsgruppe Kreativität & Genie, LMU München
Dr. Helga Trüpel, Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), ehem. Senatorin für Kultur und Ausländerintegration der Freien Hansestadt Bremen, ehem. MdEP (Die Grünen/Europäische Freie Allianz), Bremen
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de