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Globalisierung und Wachstumsgrenzen

09. – 11. März 2022

Tagung reise info Tutzing reise info Gesellschaft & Soziales, Wirtschaft
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Inhalt

Präsenz-Tagung

 
LIMITS, AND BEYOND       
     
Die aktuellen Wirtschafts- und Lebensweisen in den Industrienationen und aufstrebenden Volkswirtschaften geraten zunehmend in Konflikt mit den planetarischen Grenzen. Welcher Wirtschaftsbegriff verbirgt sich hinter der Diskussion um die Grenzen des Wachstums? Inwiefern sind sie Grenzen des Marktes oder Grenzen der Entbettung von Märkten, wie Karl Polanyi formulierte? Inwiefern lässt sich also fragen: Welche Bereiche menschlichen Handelns sollen der marktförmigen Vermessung unterworfen sein? Für welche dieser Bereiche kann es eine vernünftige Zurechnung von Verantwortung geben? Bestimmte Formen des Wachstums könnten mit den planetaren Grenzen vereinbar sein. Wenn etwa Sorgearbeit im großen Stil marktförmig wird, dann hat dies einen Anstieg der gemessenen Wirtschaftsleistung, also Wachstum, zur Folge. Was bedeutet es für Lebensqualität und Ressourcenverbrauch, wenn bisher öffentliche Funktionen oder auch private Aktivitäten marktförmig werden?
Zwischen den Grenzen des Wachstums und dem Ausmaß marktvermittelter Arbeitsteilung gibt es Zusammenhänge, die vermehrt diskutiert werden. Die rasante Expansion dieser Arbeitsteilung hat zu Globalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Diese Entwicklung scheint nun an ihre Grenzen zu kommen. Die politischen Entwicklungen der letzten Jahre zeigen die Probleme der Unterwerfung immer neuer Bereiche des Wirtschaftslebens unter die Logik des globalen Wettbewerbs. Der Nationalstaat, der lange als Auslaufmodell galt, erfährt eine Renaissance, die mit der globalen Natur wesentlicher Probleme unserer Zeit im Widerspruch steht. Zu beobachten sind globale Tendenzen der Deglobalisierung.
Der politische Umgang mit der Covid-19-Pandemie ist ein weiterer Ausdruck dieser Problematik. Vom Gesundheitswesen bis hin zur Stabilisierungspolitik wird klar: Wenn sich Akteure als handlungsfähig erweisen, so sind es am ehesten diejenigen, die an Nationalstaaten gebunden sind. Sie gewinnen an Status und Bedeutung. Im Lichte des Kooperationsbedarfs sowie der globalen sozial-ökologischen Probleme ist diese Entwicklung jedoch beunruhigend. 
Welchen Beitrag können die Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften in Anlehnung an bestehende Analysen von Entbettung und Einbettung liefern, um die losen Fäden unterschiedlicher Grenzziehungen zusammenzuführen? Mit welchen Modellen und welchen Instrumenten könnte ein Umsteuern gelingen, das den Zusammenhängen zwischen den Grenzen des Planeten, den Grenzen der Vermarktlichung, den Grenzen des Wachstums und den Grenzen der Globalisierung Rechnung trägt? Was können hierbei ökonomische Instrumente postfossiler Steuer- und Industriepolitik leisten? Inwieweit müssen sich Systeme und mentale Modelle ändern?
Wir laden alle Interessierten sehr herzlich zu dieser Präsenzveranstaltung nach Tutzing ein und bitten auch, den Call for Papers für den offenen Tagungsteil zu beachten und an Interessierte weiterzuleiten.
TAGUNGSTEAM
Dr. Martin Held, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Ulrich Klüh, Hochschule Darmstadt
Prof. Dr. Richard Sturn, Universität Graz

Programm

Mi, 09.03.2022 Do, 10.03.2022 Fr, 11.03.2022
icon button icon button Programm
12.30 Uhr
Dr. Martin Held

Beginn der Tagung mit Imbiss

11.30 Uhr

Anreise

13.30 Uhr

Begrüßung und Einführung

Dr. Martin Held
1. Globale Deglobalisierung? Wirtschaft und Gesellschaft in Zeiten von Corona
13.45 Uhr
Politische Ökonomie der globalen Arbeitsteilung und die Kräfte der Deglobalisierung
Prof. Dr. Dalia Marin
15.00 Uhr

Kaffeepause

15.30 Uhr
Herausforderung Public Health und Prozesse globaler Arbeitsteilung
16.45 Uhr
Globale Kapitalströme und Staatsverschuldung aus makroökonomischer Perspektive
Prof. Dr. Gerhard Illing
18.00 Uhr

Abendessen

2. Kontexte, Dynamiken und Grenzen der Globalisierung
19.00 Uhr
Dilemmata marktliberaler Globalisierung
Prof. Dr. Jakob Kapeller
20.30 Uhr

Informelle Gespräche in den Salons

Veranstaltungsleitung

Dr. Martin Held
Freier Mitarbeiter

Referierende

REFERIERENDE / TAGUNGSTEAM

Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO, Wien
Dr. Martin Held, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Sebastian Horn, Economist, Office Chief Economist, World Bank, Washington D.C.
Prof. Dr. Gerhard Illing, LMU München
Prof. Dr. Jakob Kapeller, Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Ulrich Klüh, Hochschule Darmstadt
Dr. Ortrud Leßmann, Universität Hamburg
Prof. Dr. Dalia Marin, Universität München
Prof. Dr. Irmi Seidl, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft – WSL, Zürich
Prof. Dr. Richard Sturn, Universität Graz

JAHRBUCH NORMATIVE UND INSTITUTIONELLE GRUNDFRAGEN DER ÖKONOMIK

Herausgeber-Beirat: Prof. Dr. Hans Albert, Heidelberg • Prof. Dr. Miriam Beblo, Hamburg • Prof. Dr. Adelheid Biesecker, Bremen • Prof. Dr. Bernhard Emunds, Frankfurt • Prof. Dr. Simon Gächter, Nottingham • Prof. Dr. Erik Gawel, Leipzig • Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Siegen • Dr. Martin Held, Tutzing • Prof. Dr. Gerhard Illing, München • Prof. Dr. Angela Kallhoff, Wien • Prof. Dr. Ulrich Klüh, Darmstadt • Prof. Dr. Lisa Knoll, Paderborn • Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke, Darmstadt • Prof. Dr. Andrea Maurer, Trier • Prof. Dr. Hans G. Nutzinger, Kassel • Prof. Dr. Notburga Ott, Bochum • Prof. Dr. Fabienne Peter, Warwick • Prof. Dr. Lucia Reisch, Cambridge • Prof. Dr. Michael Roos, Bochum • Prof. Dr. Michael Schmid, Augsburg • Prof. Dr. Johannes Schmidt, Karlsruhe • Prof. Dr. Irmi Seidl, Zürich • Prof. Dr. Andreas Suchanek, Wittenberg • Prof. Dr. Ulrich Witt, Jena

METROPOLIS / Jahrbuch Normative und institutionelle Grundfragen der Ökonomik

Jahrbuch 1 (2002) Gerechtigkeit als Voraussetzung für effizientes Wirtschaften
Jahrbuch 2 (2003) Experimente in der Ökonomik
Jahrbuch 3 (2004) Ökonomik des Wissens
Jahrbuch 4 (2005) Reputation und Vertrauen
Jahrbuch 5 (2006) Soziale Sicherung in Marktgesellschaften
Jahrbuch 6 (2007) Ökonomie und Religion
Jahrbuch 7 (2008) Macht in der Ökonomie
Jahrbuch 8 (2009) Bildungsökonomie in der Wissensgesellschaft
Jahrbuch 9 (2011) Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
Jahrbuch 10 (2011) Ökonomik in der Krise
Jahrbuch 11 (2012) Lehren aus der Krise für die Makroökonomik
Jahrbuch 12 (2013) Grenzen der Konsumentensouveränität
Jahrbuch 13 (2014) Unsere Institutionen in Zeiten der Krisen
Jahrbuch 14 (2015) Reformen und ihre politisch-ökonomischen Fallstricke
Jahrbuch 15 (2016) Politische Ökonomik großer Transformationen
Jahrbuch 16 (2017) Kapitalismus, Globalisierung, Demokratie
Jahrbuch 17 (2019) Freiheit und Kapitalismus
Jahrbuch 18 (2020) Blockchained? Digitalisierung und Wirtschafts-Politik
Jahrbuch 19 (2021) Der Staat in der großen Transformation

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de