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Gott und Mensch im Kosmos der KI

26. – 28. Juni 2026

Tagung reise info Tutzing reise info Digitale Welten, Naturwissenschaft & Technik, Religion, Spiritualität
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Inhalt

BESTEHT NOCH EIN WESENSUNTERSCHIED?

Max Scheler
 
Der Philosoph und Anthropologe Max Scheler konnte dem Menschen vor gut einhundert Jahren noch eine Sonderstellung im Kosmos attestieren. Die Frage, ob ein Wesensunterschied zwischen Mensch und Tier bestehe, beantwortete er in seiner klassisch gewordenen Anthropologie mit einem klaren Ja.
Der Kosmos, von dem Scheler spricht, war klar geordnet. Neben Pflanzen und Tieren stand der Mensch. Darüber ein absolutes, metaphysisches Sein: „Gott“ eben. Die Theologie betrachtet diesen Kosmos klassischerweise spiegelbildlich – aber in den gleichen Kategorien. Die Grundunterscheidung des ersten Schöpfungsberichtes ist die von Schöpfer und Geschöpf: Gott ist Gott und Mensch ist Mensch – Geschöpf inmitten von Geschöpfen und doch hervorgehoben und ausgezeichnet mit besonderer Verantwortung.
Die Künstliche Intelligenz wirbelt diesen wohlgeordneten Kosmos durcheinander. Die Sonderstellung des Menschen wird prekär: Wenn die Maschine „denkt“, spricht und sogar als Roboter einen Körper bekommt – was macht dann den Menschen noch aus? Werden wir intelligente Roboter zukünftig als Personen behandeln müssen? Mehr noch: Wenn KI komplexe Aufgaben wesentlich schneller, akkurater und fehlerfreier als der Mensch erledigt, wird dieser dann nicht überflüssig? Was viele besorgt, ist für andere Programm: Post- und Transhumanismus sehen in der Technik gerade die Steigerung und Übersteigerung des Menschlichen, das im Maschinellen endlich seine wahren Potenziale entfaltet.
Doch nicht nur die Kategorie des Menschlichen verschwimmt. Künstliche Intelligenz scheint überall verfügbar. Generative Sprachmodelle sind jederzeit ansprechbar zu allen Sorgen und Nöten des Lebens und gleichzeitig unserer Alltagswahrnehmung entzogen. KI verrichtet ihre eigentliche Arbeit „in der Cloud“, aus der heraus sie scheinbar allwissend zu uns spricht. Dass eine geradezu allmächtige Superintelligenz die Geschicke der Welt den Menschen aus der Hand nehmen könnte, ist für viele eine Dystopie. Manche setzen dagegen gerade auf sie als eine religiöse Erlösungshoffnung. Kann KI die Menschheit frei machen und uns ins Technikparadies auf Erden führen? Wird KI allmächtig und taugt sie zum neuen Gott?
Wir freuen uns, diese und weitere Fragen mit Ihnen zu debattieren und sind gespannt auf Ihre Gedanken, Erfahrungen und Überlegungen!
 
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Rektor des Theologischen Studienseminars der VELKD in Pullach (bis Ende 2025 Studienleiter Gesundheit, Künstliche Intelligenz, Spiritual Care und stellvertretender Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing)
Prof. Dr. Thomas Zeilinger
Beauftragter für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Programm

Fr, 26.06.2026 Sa, 27.06.2026 So, 28.06.2026
icon button icon button Programm

Anreise ab 16:00 Uhr

18.00 Uhr

Beginn der Tagung mit dem Abendessen

19.00 Uhr
Begrüßung & thematische Einführung
Alix Michell
Prof. Dr. Thomas Zeilinger
19.30 Uhr
Freierer Herr oder doch dienstbarerer Knecht?

Anfragen von KI an Vorstellungen von Gott und Mensch

Prof. Dr. Peter Dabrock
21.00 Uhr

Begegnungen und Gespräche in den Salons

Veranstaltungsleitung

Alix Michell
Studienleitung für Kunst, Kultur, Digitales und Gender

Referierende

Dr. Lukas Brand, Theologe; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Algorithm Accountability Lab der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität KaiserslauternLandau, Dissertation: „Simulacrum Hominis. Die Reproduktion des Menschen im Medium der Technik“
Prof. Dr. Peter Dabrock, Theologe; Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Vorsitzender des Dt. Ethikrates (2016-2020), Präsidiumsmitglied von acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, und Mitglied im Steuerungsboard des Kammernetzwerkes der EKD
Prof. Dr. Michael Decker, Physiker; Generaldirektor des Deutschen Museums sowie Inhaber des Oskar-von-Miller-Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation und Technikfolgenabschätzung an der Technischen Universität, Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, München
Prof. Dr. Anne Foerst, Theologin und Informatikerin; vormals u.a. Leiterin des Forschungsprojekts „God and Computers“ am Zentrum für KI des Massachusetts Institute of Technology der Harvard Divinity School, seit 2001 Professorin für Computerwissenschaften an der St. Bonaventure University, New York (USA)
Prof. Dr. Armin Grunwald, Philosoph und Physiker; Lehrstuhl für Technikphilosophie und Technikethik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung (ITAS) und des Büros für TechnikfolgenAbschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), Mitglied im Präsidium von acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Prof. Dr. Martina Heßler, Historikerin; Professur für Technikgeschichte an der Technischen Universität Darmstadt, aktuelle Forschung u.a. zu einer Ideengeschichte des fehlerhaften Menschen sowie zur Geschichte technologischer Fehler
Prof. Dr. Florian Höhne, Theologe; Lehrstuhl für Medienkommunikation, Medienethik und Digitale Theologie (MMDT) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Vorsitzender der deutschsprachigen Sektion der internationalen Bonhoeffer Gesellschaft (ibg)
Prof. Dr. Toni Loh, Philosoph:in; Professur für Angewandte Ethik, insbesondere Ethik und Transformation an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit Forschungsschwerpunkten u.a. in der Roboterethik und in der kritischen Reflexion des Transund Posthumanismus
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Theologe; Leiter des Instituts für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik (IPGE) sowie der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Forschungsschwerpunkte u.a. im Bereich der Medizin und Technikethik
PD Dr. Claudia Paganini, Philosophin und Theologin; Privatdozentin am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck; Gutachterin in Fragen der Medien-, Medizin- und Tierethik und Mitglied des Kuratoriums Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF)
Dr. Yannick Schlote, Theologe; Akademischer Rat am Lehrstuhl Systematische Theologie I der Ludwig-Maximilian-Universität München. Mitarbeit am Zentrum für Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN), Dissertation: „Konvergenz und Überwältigung. Die Mythen der KI aus theologisch-ethischer Perspektive“
Prof. Dr. Stefan Selke, Soziologe; Forschungsprofessur für „Transformative und Öffentliche Wissenschaft“ an der Hochschule Furtwangen, aktuelle Forschung u.a. zu Techno-Utopien, Künstliche Intelligenz, Weltraumexploration und Zukunftseuphorie

Preise & Infos

Vortragsgebühr

(zzgl. Kaffee/Tee/Kuchen auch bei Teilnahme ohne Verpflegung)

75,00 €

Vollpension

– im Einzelzimmer 203,00 €
– im Zweibettzimmer 159,00 €
– im Zweibettzimmer als EZ 227,00 €

Verpflegung

–  ohne Übernachtung/Frühstück 66,00 €

Auszubildende, Schüler:innen, Studierende (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitssuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 %.

Medienschaffenden wird die Tagungsgebühr erlassen, wenn der Presseausweis zusammen mit dem Auftrag zur Berichterstattung von einer ausstellungsberechtigten Organisation vor Veranstaltungsbeginn vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.

Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte.
Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.

Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Sollten Sie an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 19. Juni 2026 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung. Unsere Stornobedingungen entnehmen Sie unseren AGBs.

Teilnehmende Menschen mit Beeinträchtigungen mögen sich bitte direkt schriftlich an die Tagungsorganisation wenden. Die Evangelische Akademie Tutzing ist nur bedingt barrierefrei. Da der Besuch für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson eine enorme Erleichterung darstellt, ist der Besuch für die betreffende Begleitperson ermäßigt, d.h. die Unterbringung der Begleitperson erfolgt im Doppelzimmer kostenlos. Teilnahmebeitrag und Verpflegung werden erhoben.

Kontakt

Birgit Mayer
Telefon: 08158 / 251-125
Fax: 08158 / 99 64 0
mayer@eatutzing.de

Stiftung Schloss Tutzing / Schlosseuro

Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Mit dem Schlosseuro (bereits in der Vortragsgebühr enthalten) unterstützen Sie deren Projekte. Möchten Sie der Stiftung darüber hinaus einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S-Bahn S6 bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße.

Mit dem Pkw
Von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.

E-Mobilität
Die E-Ladesäulen der Akademie befinden sich auf dem Parkplatz P2. Die Karten dafür erhalten Sie an der Rezeption.

Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 60 €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!