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Helden unserer Zeit?

01. – 03. Dezember 2017

Tagung reise info Tutzing reise info International, Kunst & Kultur, Politik
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Inhalt

"UNGLÜCKLICH DAS LAND, DAS KEINE HELDEN HAT … NEIN.
UNGLÜCKLICH DAS LAND, DAS HELDEN NÖTIG HAT."
Bertold Brecht
 
 
Nach zwei Weltkriegen, dem Kalten Krieg und einem postulierten Ende der Geschichte erleben wir nun Zeiten, in denen der Populismus blüht, soziale Ungerechtigkeiten wachsen und hybride Kriege geführt werden. Die  Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche schreitet rasch voran, die Grenzen zwischen Realität und Virtualität, zwischen Objektivität und Propaganda verwischen.
 
Vor diesem Hintergrund werden Helden der Vergangenheit reaktiviert. Das Heroische hat nichts an Aktualität eingebüßt. Dies lässt sich z.B.  gut an der Heroisierung der Roten Armee in Russland beobachten, wo imperiale Heldenmythen auf die Gegenwart projiziert werden. In der Ukraine verbreitet sich seit dem Krieg in Donbass ein national gesinnter Heldentypus, der seine Heimat gegen einen äußeren Feind verteidigt. In Deutschland werden Personen, die demokratische Werte vertreten, von Teilen der Gesellschaft zu Antihelden erklärt und unreflektiert als so genannte Gutmenschen verunglimpft.
 
In der Tagung „Helden unserer Zeit?“ nähern sich AutorenInnen, HistorikerInnen,  AktivistInnen, KünstlerInnen, und WissenschaftlerInnen aus der Ukraine, Belarus, Georgien, Deutschland und Russland dem Thema „Heldentum“ an. Es wird der Versuch  unternommen, die Konstruktion des Helden als zeit-, gruppen- und kulturgebundene Zuschreibung kri- tisch zu hinterfragen und zu diskutieren, ob wir gegenwärtig Helden brauchen und wenn ja, welche Funktionen sie haben, welche Rollen sie übernehmen und welche Werte sie vertreten sollten.
 
Im Zentrum der Diskussion und des Austausches stehen folgende Themenschwerpunkte:  Wie entsteht ein Held und was trägt zu seiner Glorifizierung bei? Welche Arten von Helden gibt es? Wie werden Heldenerzählungen und -narrative transportiert und mit welchem Zweck? Welche Werte vermitteln historische und zeitgenössische Helden? Taugen sie als universelle Vorbilder? Warum werden in unseren Gesellschaften vorwiegend Helden konstruiert? Besitzen Heldinnen weniger Legitimität? Und welche Funktionen erfüllen Helden in Kriegen und Krisen?
 
Zu Diskussion, Gespräch und Begegnung laden wir Sie herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein!
Judith Stumptner, Evangelische Akademie Tutzing
Kateryna Stetsevych, Kulturgenossenschaft e.V.
 

Programm

Fr, 01.12.2017 Sa, 02.12.2017 So, 03.12.2017
icon button icon button Programm
Judith Stumptner

Anreise ab 16.30 Uhr

18.00 Uhr

Beginn der Tagung mit dem Abendessen

19.00 Uhr
Begrüßung

Judith Stumptner & Kateryna Stetsevych

19.15 Uhr
Postheroisches Zeitalter oder Rückkehr zum Heldentum?

Einführender Vortrag, Lesung und Gespräch mit Ulrich Bröckling & Frank Witzel

Moderation: Jenny Friedrich-Freksa

21.00 Uhr

Gespräche in den Salons

Veranstaltungsleitung

Judith Stumptner

Referierende

Beteiligte
Melinda Nadj Abonji, Schriftstellerin, Zürich
Dr. Zaal Andronikashvili, Literaturwissenschaftler, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
Mag.a (FH) Almud Auner, MSc, Digitalstrategin, Wien
Dr. Jan Claas Behrends, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Roman Bondarchuk, Regisseur, Cherson (Ukraine)
Prof. Dr. Ulrich Bröckling, Institut für Soziologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Dr. Vasyl Cherepanyn, Kulturwissenschaftler, Kurator, Kiew
Claudia Dathe, Übersetzerin, Kuratorin, Jena
Jenny Friedrich-Freksa, Journalistin, Chefredakteurin der Zeitschrift „Kulturaustausch“, Berlin
Alissa Ganijewa, Autorin, Moskau
Dr. Volja Hapeeva, Lyrikerin, Minsk
Anja Kampmann, Lyrikerin, Schriftstellerin, Hamburg
Dr. Olesya Khromeychuk, Historikerin, University of East Anglia, Norwich
Dr. Stefanie Lethbridge, Englische Literaturwissenschaft, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Viktoria Lomasko, Künstlerin, Grafikerin, Aktivistin, Moskau
Prof. Dr. Giorgi Maisuradze, Director of the Institute for Social and Cultural Studies, University of Tbilisi (Georgien)
Dr. Viktor Martinowitsch, Schriftsteller, Vilnius/Minsk
Kateryna Mishchenko, Kulturwissenschaftlerin, Kiew
Dr. Christian Neef, Autor (für) Russland und Osteuropa, Hamburg
Prof. Dr. Tanja Penter, Professur für Osteuropäische Geschichte, Universität Heidelberg
Nadia Parfan, Kulturologin und Kuratorin, Kiew
Katharina Raabe, Lektorin, Suhrkamp Verlag, Berlin
Sascha Reh, Schriftsteller, Berlin
Kathrin Röggla, Schriftstellerin, Berlin
Dr. Lerke von Saalfeld, Kulturjournalistin, Literaturkritikerin, Stuttgart
Ostap Slyvynsky, Lyriker, Lemberg/Lviv (Ukraine)
Kateryna Stetsevych, Kulturmanagerin und Kuratorin, Berlin
Judith Stumptner, Studienleiterin, Evangelische Akademie Tutzing
Frank Witzel, Schriftsteller, Offenbach
Serhij Zhadan, Schriftsteller, Charkiv (Ukraine)
b&b Project: Serhij Shamray und Tetyana Mazur (Ukraine)

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de