Humboldt reloaded?
28. – 30. März 2019
TagungInhalt
BILDUNG KOMMT VON BILDSCHIRM UND NICHT VON BUCH, SONST HIESSE ES JA BUCHUNG.
Dieter Hildebrandt
Unsere Gesellschaft und unser Alltag unterliegen einem rasanten Wandel und längst ist klar, dass die voranschreitende Digitalisierung Einfluss auf alle Lebensbereiche hat – auch auf die Bildung. Was wir wissen, wie wir lernen und wann wir als gebildet gelten dürfen, ist immer auch eine Frage der jeweiligen Zeit.
So war in Europa weit über ein Jahrhundert lang das Modell der Humboldt’schen Bildung das Ideal. Es meinte allumfassende Bildung, die das Ziel hatte, „so viel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln" – sich also möglichst umfassend mit der Welt und ihren großen Themen zu beschäftigen und sich in diesem Prozess als Individuum zu entfalten. Eine Allgemeinbildung, die eine Schulung in den Künsten ebenso wie in den Naturwissenschaften umfasst, die Entwicklung von Urteilskraft sowie die Fähigkeit, das eigene Leben zu gestalten, sind genauso Bestandteile dieses Ideals wie Weltbürgertum und Mündigkeit.
Schon damals grenzte Wilhelm von Humboldt sein Konzept von dem bis dahin vorherrschenden utilitaristischen, also auf Nützlichkeit für den Beruf hin ausgerichteten, Bildungsverständnis ab. Genau dieses war es jedoch, das sich im Zuge der Globalisierung und mit dem Beschluss der Bologna-Reformen Ende der 90er Jahre wieder seinen Platz in Köpfen, Schulen und Universitäten eroberte.
Die rasch voranschreitende Digitalisierung und die daraus resultierenden Umwälzungen werfen nun erneut und dringlicher denn je die Frage auf, wie Bildung in Zukunft aussehen muss, damit der Mensch den anstehenden Herausforderungen gewachsen ist. Dazu gehört fraglos, die Bildungseinrichtungen technisch auszustatten, das Lehrpersonal entsprechend zu schulen und Informatik in den Lehrplan aufzunehmen. Aber ist es mit solcherlei Maßnahmen getan? Schließlich geht es nicht nur um das eigene Bestehen angesichts unumkehrbarer Veränderungen im Kontext von Arbeit 4.0 und Künstlicher Intelligenz. Die Umwälzungen, die die Digitalisierung hervorbringt, sind viel umfassender: Sie stellen uns vor die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Sollte es deshalb nicht zuallererst das Ziel von Bildung sein, Menschen dazu zu befähigen, ihr Leben und dessen Bedingungen selbst zu bestimmen? Gerade trotz der rasanten Entwicklungen aktiv eine lebenswerte Zukunft gestalten zu können – für sich selbst und die Gesellschaft im Ganzen?
Könnte dabei ein Rückgriff auf die Humboldt‘schen Ideale hilfreich sein? An welcher Stelle müssen aktuelle Ziele und Auffassungen digital re-formuliert werden? Wo braucht es ganz neue Ansätze? Zur Diskussion laden wir Sie herzlich nach Tutzing ein.
Judith Stumptner, Evangelische Akademie Tutzing
Eva Stolpmann, Stiftung Bildungspakt Bayern
Dr. Andrea Taubenböck, Stiftung Wertebündnis Bayern
Judith Stumptner
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Abendessen
19.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Judith Stumptner
und
Eva Stolpmann
und
Dr. Andrea Taubenböck
19.15 Uhr
Gestern, heute, morgen: Was kann und soll Bildung?
Matthias Leitner
21.00 Uhr
Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Judith Stumptner
Referierende
Referierende und Moderatoren
Dr. Astrid Carolus, Akademische Rätin, Institut Mensch-Computer-Medien, Projektleiterin, Digitalkompetenz (in) Schulen – DIKOM, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Dr. Babette Claas, Director business@school / b@s videochallenge, The Boston Consulting Group, München
Dr. Harald Henzler, Geschäftsführer, smart digits, München OStD
OStD Michael Hotz, Schulleiter, Staatliches Wilhelmsgymnasium, München
Prof. Dr. habil. Christoph Igel, Wissenschaftlicher Direktor, Educational Technology Lab, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI, Berlin
Matthias Leitner, Creative Director, Möglichmacher, freier Autor und Regisseur, München
Prof. Dr. Christoph Minnameier, Media Design Hochschule, München
Susanne Mitterer, Regisseurin, Kulturmanagerin und Systemische Beraterin, München
Andrea Pfundmeier, Gründerin und Geschäftsführerin, Boxcryptor, Augsburg
Paula Roswag, stellvertretende Landesschülersprecherin der Realschulen, Therese-Giehse-Realschule Unterschleißheim
Prof. Dr. Roland Rosenstock, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Religionspädagogik und Medienpädagogik, Universität Greifswald
Wolfgang Schmid, Serlo Education e.V., München
Bela Seeger, Projektleiter, Turing-Bus.de & DatenmachenSchule.de, Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Berlin
Sebastian Stoll, Flipped Classroom, Biberach
StD Thomas Ströse, Leiter der Medienabteilung, Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, München
Ilona Stütz, Projektmanagerin, medialepfade.org, Verein für Medienbildung e.V., Berlin
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de