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Bild „Ich bin’s, bin Faust, bin Deinesgleichen“ – Faust II aktuell – Geld, Technologie und Beschleunigung

„Ich bin’s, bin Faust, bin Deinesgleichen“ – Faust II aktuell – Geld, Technologie und Beschleunigung

29. Juni – 01. Juli 2018

Tagung reise info Tutzing reise info Kunst & Kultur, Wirtschaft
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Inhalt

ZUM AUGENBLICKE DÜRFT ICH SAGEN: VERWEILE DOCH, DU BIST SO SCHÖN!
 
In einer der ersten Szenen in Goethes Faust II hält der Kanzler ein einfaches Stück Papier in die Luft und erklärt: „Zu wissen sei es jedem, der’s begehrt: der Zettel hier ist tausend Kronen wert". Auch heute schöpfen Banken Geld aus dem Nichts. Und wo bei Goethe die Erfindung des Papiergelds Erstaunen hervorrief, sind es nun Bitcoins, die uns nach Herkunft und Wert des Geldes fragen lassen.
 
Neben den Veränderungen des Geldsystems sah  Goethe im zweiten Teil seines Gelehrten-Dramas aber auch weitere gesellschaftliche Entwicklungen voraus, die heute Realität sind: Wachstumsstreben, der Glaube an Technologie und die Beherrschbarkeit von Natur.
 
Faust kann als erster global denkender, moderner Unternehmer in einem kapitalistischen System  verstanden werden. Wo er Deiche baut, um dem Meer Land abzuringen, fallen heute die Schlagworte „Geoengineering" und „Carbon Capture and Storage". Auch hier versucht  der Mensch mit-hilfe neuer Technologie Herr über die Natur zu werden. Und wenn Fausts ehemaliger Schüler Wagner einen Menschen im Reagenzglas erschafft,  ist auch die aktuelle Debatte über Genmanipulation und die Grenzen des wissenschaftlich Möglichen nicht weit.
Gleichzeitig ist im Faust II auch die Rede von den stärkenden Kräften der Natur, die dem Gelehrten neuen Lebensmut gibt, und vom Handeln zum Wohle der Menschen. Ein Ziel, dem sich Faust letztlich verschreibt und dessen Erreichen ihn nach all seinem Streben vielleicht sogar zur Zufriedenheit führen könnte: „Zum Augenblicke dürft ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!"
 
Die Frage, ob es Faust gelingt, die menschliche Vergänglichkeit zu überwinden – ob mithilfe von Wissenschaft, Kunst oder aber der Wirtschaft – ist zentral in Goethes Werk. Dabei sieht Goethe weit voraus und antizipiert die Ungeduld und Beschleunigung, welche die Moderne bestimmen werden.
 
Kann Goethes Drama uns helfen, auch unsere Zeit besser zu verstehen? Welches Verständnis von Mensch, Gott und  Natur steht hinter Faust II? Und wie lässt sich die Faustsche Frage nach dem Sinn des Lebens heute deuten?
 
Diskutieren Sie mit Künstlerinnen und Wirtschaftswissenschaftlern, mit Literaturwissenschaftlern, Theologen und Journalistinnen!
Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!
 
Katharina Hirschbrunn, Studienleiterin für Wirtschaft und Arbeitswelt, Nachhaltige Entwicklung, Evangelische Akademie Tutzing
Judith Stumptner, Studienleiterin für Kunst, Kultur, Bildung & Digitales,
Stellvertretende Akademiedirektorin, Evangelische Akademie Tutzing

Programm

Fr, 29.06.2018 Sa, 30.06.2018 So, 01.07.2018
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Judith Stumptner

Anreise ab 16.30 Uhr

18.00 Uhr

Beginn der Tagung mit dem Abendessen

19.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Katharina Hirschbrunn

und

Judith Stumptner
19.15 Uhr
Faust I und II – leicht gekürzt
Michael Sommer
20.15 Uhr
Faust II und das Projekt der Moderne
PD Dr. Michael Jaeger
21.30 Uhr

Gespräche in den Salons

Veranstaltungsleitung

Judith Stumptner

Referierende

Dr. Anna-Sophie Borges, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin des Forschungsverbands Marbach Weimar Wolfenbüttel an der Klassik Stiftung Weimar, Teil des Kuratoren-Teams der Ausstellung „Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst" in der Kunsthalle München
Prof. em. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Professor em. für Volkswirtschaftslehre, Statistik und Kreativitätstechniken an der FH Würzburg, Mitglied des Lehrkörpers der Hochschule für Politik in München, Gröbenzell
Dr. Thomas Fatheuer, ehemaliger Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Brasilien, freier Autor und Berater, Berlin
Ulrike Herrmann, Autorin und Wirtschaftskorrespondentin, Ausgebildete Bankkauffrau, taz, Berlin
Prof. Dr. Peter Hofmann, Lehrstuhl für Systematische Theologie, Katholisch-theologische Fakultät, Universität Augsburg
PD Dr. Michael Jaeger, Autor, Redakteur und Publizist. Privat-dozent am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, FU Berlin
Prof. Dr. Manfred Osten, Autor, Kulturhistoriker, ehemaliger Diplomat und Generalsekretär der Alexander von Humboldt- Stiftung, Berlin
Jörg Petzold, Schauspieler und Synchronsprecher, Mitbegründer von Haus Bartleby, Berlin
Michael Sommer, Theatermacher und YouTuber, Künstler hinter dem Projekt „Sommers Weltliteratur to go", München
 
… und Mitglieder des Neuen Künstlertheaters Berlin

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de