Im Heim zuhause sterben (Tutzinger Hospizgespräch)
19. – 20. Mai 2020
TagungInhalt
Diese Veranstaltung entfällt aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus.
Happy End!
Mit diesem provokanten Ausruf startete in den späten 1990er Jahren die Diakonie in Düsseldorf eine öffentlich sichtbare und nachhaltig wirksame Aktion zum Thema Sterben im Pflegeheim. Damit begann eine erfolgreiche Phase der Veränderungen in Kultur und Anspruch der stationären Altenpflege in Deutschland, an der diakonische Träger maßgeblich Anteil hatten und bis heute haben. Die Veränderungen im Klientel zwingen Pflegeheime seit über 20 Jahren zum radikalen Umdenken, denn de facto sind solche Einrichtungen nicht mehr nur ruhige Alterswohnsitze, sondern Orte des Sterbens. Mittelfristig werden 30 bis 40 Prozent aller Menschen im Heim und ebenso viele im Krankenaus sterben: Der Traum vom „Sterben daheim“ wird somit für viele unerfüllt bleiben.
Mit diesem provokanten Ausruf startete in den späten 1990er Jahren die Diakonie in Düsseldorf eine öffentlich sichtbare und nachhaltig wirksame Aktion zum Thema Sterben im Pflegeheim. Damit begann eine erfolgreiche Phase der Veränderungen in Kultur und Anspruch der stationären Altenpflege in Deutschland, an der diakonische Träger maßgeblich Anteil hatten und bis heute haben. Die Veränderungen im Klientel zwingen Pflegeheime seit über 20 Jahren zum radikalen Umdenken, denn de facto sind solche Einrichtungen nicht mehr nur ruhige Alterswohnsitze, sondern Orte des Sterbens. Mittelfristig werden 30 bis 40 Prozent aller Menschen im Heim und ebenso viele im Krankenaus sterben: Der Traum vom „Sterben daheim“ wird somit für viele unerfüllt bleiben.
Ein Glücksfall war und ist die Begegnung zwischen Akteuren der Altenhilfe und weitsichtigen Protagonisten der Hospizidee in Europa. Seit der Jahrtausendwende wird das Diktum der Pionierin der modernen Hospizbewegung, Dame Cicely Saunders, aus den 1990er Jahren ernst genommen: „Die Hospizbewegung zog aus dem Gesundheitswesen aus und entwickelte eigene Modelle. (…) Es gilt nun, die Haltungen, die Kompetenzen und die Erfahrungen in die Regelversorgung zu reintegrieren, damit die Haltung und das Wissen zurückfließen können.
„Die Erfolgsgeschichte der Integration der Hospizidee in die Kultur und Alltagsrealität von Pflegeeinrichtungen ist beeindruckend. Hier wurde vieles erreicht und verändert: Im Heim (wie) zuhause sterben zu dürfen – das ist heute kein unerfüllbarer Wunsch mehr. Dabei muss die stationäre Altenpflege mit wesentlich engeren und knapperen Rahmenbedingungen und Ressourcen auskommen als etwa stationäre Hospize. Die dennoch erreichte Professionalisierung in der End-of-life-care zeigt aber auch kritische Ergebnisse, wie z.B. den Rückzug von ehrenamtlichen und rein nachbarschaftlich-sorgenden Strukturen zugunsten hochwertiger Palliativversorgung. Kritiker mahnen ob dieser Entwicklung eine Rückbesinnung auf die Grundidee der Hospizarbeit an, die Cicely Saunders so formulierte: „low tech but high touch“.
Fazit: Es ist viel erreicht, manches zu feiern, manches zu beklagen und vieles auch noch offen. Zeit für eine Zwischenbilanz beim 7. Tutzinger Hospizgespräch. Eingeladen sind alle interessierten Sterblichen!
Univ. Prof. Mag. Dr. Andreas Heller M.A.
Vorsitz des wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbandes (DHPV); Professor an der Abteilung für Palliative Care und Organisationsethik am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Karl-Franzens Universität Graz
Pfarrer Frank Kittelberger
Pfarrer Frank Kittelberger
Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care Evangelische Akademie Tutzing
12.00 Uhr
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Prof. Dr. Andreas Heller
Zwischenbilanz im Plenum
9.45 Uhr
Begegnung & Kaffee im Foyer
10.15 Uhr
Begrüßung & Einführung
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
10.30 Uhr
Das Heim als Sterbeort – Was haben wir erreicht? Was haben wir noch vor uns?
Dipl. theol. Dipl. Soz.Päd. Sepp Raischl
11.15 Uhr
Engagement – Beteiligung – Gerechtigkeit: Sterben im Alter als soziale Frage
Prof. Dr. Thomas Klie
12.30 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Im Heim zuhause sterben dürfen – Herausforderungen für die Politik
Staatsministerin Melanie Huml MdL
15.00 Uhr
Kaffeepause
15.30 Uhr
Kirche und Caring Communities – Ein Bericht über die Bewegung in der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich
Eva Niedermann MAS
16.15 Uhr
Innehalten: Moderierte Reflexionsgruppen als Angebot
17.15 Uhr
Wir sind doch alle Profis! Warum also brauchen wir das Ehrenamt?
Prof. Dr. Werner Schneider
18.00 Uhr
Abendessen
19.15 Uhr
Wer sorgt hier wie für wen? Ein philosophischer Blick auf die moderne End-of-life-care
Dr. phil. Galia Assadi
20.30 Uhr
Gespräche in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Prof. Dr. Andreas Heller
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Freier MitarbeiterReferierende
Dr. phil. Galia Assadi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg
Univ. Prof. Mag. Dr. theol. Andreas Heller M.A.,Vorsitz des wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbandes (DHPV); Professor an der Abteilung für Palliative Care und Organisationsethik am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Karl-Franzens Universität Graz
Staatsministerin Melanie Huml, MdL, Bayerische Gesundheitsministerin; Ärztin
Pfarrer Frank Kittelberger, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. jur. habil. Thomas Klie, Rechts- und Verwaltungswissenschaften, Gerontologie; Evangelische Hochschule Freiburg; Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbandes (DHPV); Institutsleitung AGP und ZZE im FIVE e.V., Freiburg
Eva Niedermann MAS, Pflegefachfrau, MAS Palliative Car; Fachmitarbeiterin Alter & Generationen, Bereich Diakonie, Abt. Kirchenentwicklung der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich
Dipl. Theol. Dipl. Soz. Päd. Sepp Raischl, Palliativfachkraft; Fachlicher Leiter Christophorus-Haus München u.a. mit einem Palliativ-Geriatrischen Dienst, Christophorus Hospiz Verein e.V. München; Mitglied im Ethikbeirat der Hilfe im Alter der Inneren Mission München, Dachau
Prof. Dr. phil. Werner Schneider, Vorsitz des wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbandes (DHPV); Professor für Soziologie an der Universität Augsburg
Mag. Dr. phil. Patrick Schuchter, Stellv. Leiter des Bildungsbereichs Hospiz, Palliative Care, Demenz im Kardinal-König-Haus, Wien; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie und Mitglied der Age-and-Care-Research-Group der Karl-Franzens Universität Graz
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de