Kanzelreden
Die Kanzelrede ist eine Sprachform, die zwischen Predigt und Vortrag angesiedelt ist. Nichtordinierte „Laien“ sprechen zu einem Thema ihrer Wahl.
Die Kanzelrede – so sagt es die Definition – ist eine Sprachform, die zwischen Predigt und Vortrag angesiedelt ist. Ihr Ort ist nicht der Gottesdienst, wohl aber der Kirchenraum. Nichtordinierte sprechen zu einem Thema ihrer Wahl. Der besondere Ort der Kirche zeigt den ethischen Umkreis und die theologische Dimension an, der sich die Kanzelredner:innen verpflichtet oder zumindest nahe fühlen, soweit sie sich auch von der formalen und inhaltlichen Bindung der Predigt entfernen möchten.
Die Gestaltung von Welt und Gesellschaft entspringt dem biblischen Auftrag. Jeder und jede ist unverzichtbar, den eigenen spezifischen Beitrag zu leisten.
DIE KANZELREDE ZEIGT: KIRCHE ÖFFNET SICH DER WELT.
So wie die kirchlichen Akademien in ihren Tagungen nicht zuletzt aus dem Spannungsbogen von Gott und Welt Funken schlagen, setzt die Kanzelrede einen kräftigen rhetorischen Einzelakzent. Dabei können ihr die deutliche Sprache und der Bekennermut der protestantischen Predigt-Tradition in besonderer Weise zugutekommen.
Die Kanzelrede ist seit 1997 ein viel beachtetes Format der Akademie. Zu den Rednerinnen und Rednern gehören u.a. Joachim Gauck, Gesine Schwan, Christian Stückl, Dieter Reiter, Harald Lesch, Dirk Ippen, Ulrich Wilhelm, Christian Springer, Charlotte Knobloch, Peter Küspert, Doris Dörrie, Mirjam Zadoff, Katja Wildermuth und Wolfgang M. Heckl. Ihre Themen finden die Kanzelreden in jedem ernsthaft diskutablen Feld unseres gegenwärtigen geistigen, politischen, sozialen und kulturellen Lebens. Als mediales Ereignis heben sich Kanzelreden schon deshalb vom Üblichen ab, weil sie sich als engagierte Darstellung einer Persönlichkeit präsentieren, die für ihre Sache einsteht und somit Verantwortung übernimmt.
Wir laden Sie herzlich ein in die Erlöserkirche!
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Brigitte Grande, M.A., Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing e.V.
in der Erlöserkirche an der Münchner Freiheit, München-Schwabing
Es spricht:
Umweltschützer und Gründer der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet
anschließend Diskussion
———————————-
Der Eintritt ist frei!
Felix Finkbeiner
Jahrgang 1997 – entwarf während eines Schulreferats in der dritten Klasse zum Thema „Klimakrise“ seine Vision: „Lasst uns in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen!“ Der damals Neunjährige war inspiriert von der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai († 2011), die zusammen mit vielen anderen Frauen über 30 Millionen Bäume in 30 Jahren in Afrika gepflanzt hat. Deshalb rief er alle Kinder der Welt auf mit zu pflanzen: Der Beginn der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet. Bis heute sind fast 96.000 Kinder aus 75 Ländern Felix‘ Vorbild gefolgt und engagieren sich als Botschafter:innen für Klimagerechtigkeit.
Mit 10 Jahren war Felix bereits Mitglied im Junior-Board des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Mit 13 Jahren sprach er vor den Vereinten Nationen in New York. Darin appellierte er an die Welt, gemeinsam 1.000 Milliarden Bäume (1 Trillion Trees) zu pflanzen, die einen großen Teil der menschengemachten CO2-Emissionen binden würden. Die UNEP übergab den Kindern 2011 die Verantwortung für die Billion Tree Campaign und den Weltbaumzähler, aus dem die Kinder die Trillion Tree Campaign machten. Von Regierungen, Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen wurden den Kindern und Jugendlichen schon über 15,1 Milliarden Bäume gemeldet.
2012 rief er als 15-Jähriger mit seinen jugendlichen Mitstreiter:innen die „Gute Schokolade“ ins Leben, die durch ihren Verkauf Bäume in der Nähe von Mexiko City finanziert und sehr erfolgreich in vielen Supermärkten vertrieben wird.
Nach seinem Abitur studierte Felix in London Internationale Beziehungen und absolvierte Praktika u.a. im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen-arbeit und Entwicklung. Ein weiterer Meilenstein ist die TreeMapper App, die 2019 gelauncht wurde: Dabei werden gespendete Bäume mit Geodaten verknüpft, die das Monitoring sowohl für Baumpflanzinitiativen als auch für Spender:innen erheblich vereinfacht.Felix promoviert neben seinen Tätigkeiten für Plant-for-the-Planet an der ETH Zürich im Fach Umweltwissenschaften. Im Rahmen dessen initiierte er auch ein Forschungsprojekt auf der Halbinsel Yucatán, dass das Wachstum und die Bindung von CO2 in der Biomasse der Bäume unter Beigabe von Microbiomen aus gesunden Wäldern bei der Pflanzung untersucht.
Weitere Informationen: www.plant-for-the-planet.org/de/
In München mit der U-Bahn U 3 und U 6, dem MetroBus 53 und 54, der Tram 23
oder mit dem Stadtbus N40, N41, N42 bis Haltestelle Münchner Freiheit.
Die Kirche ist von der Ungererstraße her für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Isabelle Holzmann
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
holzmann@ev-akademie-tutzing.de