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Bild Leben geben: Anfänge zwischen Wunsch und Wirklichkeitinfo Icon© ZDF Richard Kranzin

Leben geben: Anfänge zwischen Wunsch und Wirklichkeit

19. – 20. Mai 2025

Tagung reise info Tutzing reise info Ethik & Gesundheit, Geschlechterfragen
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Inhalt

HÄTTE ICH IRGENDWAS ANDERS MACHEN SOLLEN?                            

Kathi hat gerade ihr zweites Kind per ungeplantem Kaiserschnitt entbunden. „Es tut mir leid, dass ich dir keinen besseren Anfang gebracht habe“ ist das erste, was sie zu ihrem Neugeborenen sagt. Der Vater macht ihrer Hebamme Vorwürfe, dass die gewünschte vaginale Geburt nicht geklappt hat. Kathi macht sich die Vorwürfe selbst: „Hätte ich irgendwas anders machen sollen?“ fragt sie Nalan, ihre Hebamme.
Mit dieser Episode beginnt die ZDF-Miniserie PUSH, die drei Hebammen durch ihren Alltag auf einer Geburtsstation begleitet. Sie wurde 2024 mit dem Deutschen Fernsehpreis für die beste Regie ausgezeichnet. Die Episode zu Beginn der Serie führt ins Zentrum unserer Frage nach „Wunsch und Wirklichkeit“ am Lebensanfang.
Menschen, die heute Eltern werden, planen und entscheiden vieles im Voraus: Welche Form der Geburt wünschen wir? Soll es in der Klinik sein, daheim oder im Geburtshaus, auf „natürlichem Weg“ oder per geplantem Kaiserschnitt? Glücklicherweise ist es heute für die meisten Menschen in Deutschland möglich, ihre Kinder den eigenen Wünschen und Vorstellungen entsprechend zur Welt zu bringen. Manche entscheiden sich heute auch bewusst für ein kinderloses Leben, während für andere ein Kind zum Lebensprojekt wird. Die Reproduktionsmedizin verschiebt hier die Grenzen des Möglichen. Nach der Geburt dann wollen der Lebensanfang des Kindes, die neue Rolle als Eltern und das neue Familienleben gestaltet werden.
Wo Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten sind, sind auch Verantwortung und Schuldgefühle nicht fern. Kathi konnte ihren Vorstellungen, wie der Lebensanfang ihres Kindes sein sollte, nicht gerecht werden. Dazu kommt: Kaum ein anderer Lebensbereich ist so mit Erwartungen durch andere überfrachtet, wie die Elternschaft. Wie eine gute Mutter und ein guter Vater zu sein haben – dazu haben offenbar alle eine Meinung. Die Ratgeberliteratur boomt und die sozialen Medien zeichnen Elternschaft und den Lebensanfang gerne in Pastelltönen. Doch wehe, wenn die eigene Wirklichkeit anders aussieht. Wie leicht drohen Gebärende und junge Eltern zwischen eigenen Wünschen, Wirklichkeit und fremden Idealen zerrieben zu werden. Mehr Selbstverständlichkeit, mehr Entspannung, mehr Akzeptanz des Unperfekten, mehr Selbstfürsorge tun Not!
Wir fragen: Wie können Schwangerschaft und Geburt, wie kann das neue Leben als Eltern und Familie gut gestaltet werden? Wie können Wunsch und Wirklichkeit in Balance gebracht werden? Wie kann Freiheit und Verantwortung, wie kann reproduktive Selbstbestimmung gefördert werden, ohne Menschen in Überforderung und Schuldgefühle zu bringen?
Eine Tagung für alle, die Eltern sind, werden oder es werden wollen, für die, die das bewusst nicht wollen sowie für alle, die Menschen am Lebensanfang in Familie, Freundeskreis, Beratung und Medizin begleiten.
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Stellvertretender Direktor und Studienleiter für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Maren Bienert
Professorin für Systematische Theologie, Universität Hildesheim
Inge Christensen
Geschäftsführerin des Evangelischen Fachverbandes für Beratung Schwangerschaft, Ehe, Familie, Leben, Erziehung bei der Diakonie Bayern, Nürnberg

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Programm

Mo, 19.05.2025 Di, 20.05.2025
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9.00 Uhr

Anreise

10.00 Uhr
Begrüßung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Prof. Dr. Maren Bienert
Inge Christensen
10.15 Uhr
Gebürtlichkeit und Verantwortung

Beziehungskonstellationen für das weiteres Leben

Prof. Dr. Christina Schües
11.15 Uhr

Pause

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ÜBERHAUPT KINDER BEKOMMEN?
11.30 Uhr
Lebensführung 2.0

Perspektiven ethischer Theologie auf Mutterschaft

Prof. Dr. Maren Bienert
12.30 Uhr

Mittagessen

14.00 Uhr
Ungewollte Kinderlosigkeit - Reproduktionsmedizin als Ausweg?
Ruth Denkhaus
15.00 Uhr

Kaffeepause

15.30 Uhr
Schwanger werden wollen, können und dürfen
Sabine Simon
Prof. Dr. Christina Schües
Ruth Denkhaus

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WIE KINDER BEKOMMEN?
16.30 Uhr
PUSH

ZDF-Miniserie über den Alltag auf einer Geburtsstation – Einführung und Sequenzen

Diana Kraus
Luisa Hardenberg
18.00 Uhr

Abendessen

19.30 Uhr
Lichtblicke und Missstände in der Geburtshilfe

Diskussion mit

Diana Kraus
Luisa Hardenberg
Mechthild Hofner
Dr. med. Katharina Volquarts
20.45 Uhr

Begegnungen und Gespräche in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care
Prof. Dr. Maren Bienert
Inge Christensen

Referierende

PD Dr. Christina Costanza, Rektorin des Theologischen Studienseminars der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Pullach
Ruth Denkhaus, Mag. Theol; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Gesundheitsethik in Hannover sowie Koordinatorin der AG „Ethische Fragen am Lebensanfang“ der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM), Hannover
Luisa Hardenberg, Absolventin der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ und Autorin für verschiedene Serien; kreativer Geist und Haupt autorin der Serie PUSH (ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis 2024 für die beste Regie, nominiert für den Grimme-Preis 2025), Berlin
Mechthild Hofner, Hebamme; Erste Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbandes, Dachau
Tamara Hübner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Evangelische Theologie der Universität Hildesheim
Diana Kraus, Leiterin der Redaktion Reihen und Serien beim ZDF sowie Redakteurin der Serie PUSH (ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis 2024 für die beste Regie, nominiert für den Grimme-Preis 2025), Mainz
Prof. Dr. Christina Schües, Professorin für Philosophie am Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck sowie außerplanmäßige Professorin am Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung, Künste der Leuphana Universität, Lüneburg
Sabine Simon, Dipl.-Sozialarbeiterin (FH); Leiterin der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen im Evangelischen Beratungszentrum München
Anne Theiss, Journalistin und langjährige Referentin von Dr. Hubert Burda, heute tätig in der Personalberatung, Tutzing
Dr. med. Katharina Volquarts, Oberärztin, Frauenklinik der München Klinik Neuperlach, München

Partner

Universität Hildesheim
Diakonie Bayern
Evangelischer Fachverband für Beratung Schwangerschaft, Ehe, Familie, Leben, Erziehung

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de