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Luxus

10. März 2014

Tagung reise info München reise info Gesellschaft & Soziales, Naturwissenschaft & Technik
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Inhalt

LUXUS – REICHTUM, ÄSTHETIK, STIL. EINE VON SIEBEN TODSÜNDEN?
 
Luxus, ja, gern, wenn man es sich leisten kann. Luxus steht für das Schöne, Exquisite, für Opulenz statt Sparsamkeit, ja, auch Verausgabung – im besten Sinne: Wenn Geschmack für Qualität mit Stil, mit einer Performance aus Anmut und Grazie zusammen fällt.
 
Doch Luxus ist immer auch verdächtig, anstößig, provokant, verschwenderisch, eine Anfechtung, wenn Neureich damit protzt. Nicht zufällig zitiert obszönes Schautum die alte theologische Lehre von den sieben Todsünden herauf: Superbia (Stolz), Avaritia (Geiz), Ira (Zorn), Invidia (Neid), Gula (Völlerei), Acedia (Trägheit) und eben Luxuria (Wollust).
 
Doch kann Luxus nicht auch anders gesehen werden? Die Automanufaktur Rolls Royce etwa hat versucht, in der Transformation von den Pferdekutschen zur motorisierten Automobilität ihre vertrauten Zuliefererpartner mitzunehmen. Die Integration bewährter Handwerksbetriebe war nicht nur ein Zeichen der Treue. Sie war auch ein Modell dafür, dass der Erfahrungsschatz des Handwerks im Ensemble neuer Techniken nachhaltig, sozial wie ökologisch, fruchtbar gemacht werden kann.

Die aktuelle Rolls Royce Ausstellung im Münchner BMW Museum wollen wir daher nutzen, Luxus in seiner extremen Spannbreite zu diskutieren. Luxurieren, seit alters her ein kulturgeschichtliches Datum, steht für qualitätsvolles Handwerk wie für ein gemeinsames Schaffen zeitloser Werte. Zeugt Luxus, anders als heißhungriger Konsum, auch für eine achtsamere Lebenshaltung aus Haben und Sein?

Zum Gespräch über den Luxus zwischen Dekadenz und Nachhaltigkeit
laden wir alle Interessierten sehr herzlich ein ins BMW Museum der
BMW Group München.

Dr. Andreas Braun, BMW Museum, BMW Group München
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Evangelische Akademie Tutzing

Programm

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Dr. Andreas Braun
9.00 Uhr

Kaffee und Tee

Erleben der Rolls Royce Ausstellung

9.30 Uhr
Luxus – Frevel oder Kunst der Nachhaltigkeit?

Begrüßung und Einführung

Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
10.00 Uhr
Rolls Royce – Luxus als Marke
Marc Mielau
10.45 Uhr
„Das Manufaktum-Auto“ – Handwerk im Automobilbau von Morgen?
Prof. Lutz Fügener
11.30 Uhr

Kaffeepause

11.45 Uhr
Logbuch MS Reichtum – Bericht einer Ausstellung
Dr. Daniel Tyradellis
12.30 Uhr
Affinitäten von Luxus und Kunst
Prof. Dr. Christine Weder
13.15 Uhr

Mittagessen im BMW Restaurant

14.30 Uhr
Give me the luxuries and I can dispense with the necessities (Oscar Wilde)

Zur ästhetischen Erziehung und zur Wirkmacht
des Schönen im Widerstreit

Prof. Dr. Günter Blamberger
15.15 Uhr

Kaffeepause

15.30 Uhr
Das Luxusauto – unerfüllbare Sehnsucht nach der heilen Welt?

Die projezierte Utopie und die Nichtnachhaltigkeit
der fossilen Welt

Jörg Schindler
Zwischen Sünde und Selbstwert

Luxus, Handwerk und Narzissmus

Dr. phil. Dipl. Psych. Wolfgang Schmidbauer
17.00 Uhr
Luxus – Aufscheinen der Nachhaltigkeits-Idee im Sinnlichen?
Dr. Andreas Braun

Erleben der Rolls Royce Ausstellung

Ende der Tagung

Veranstaltungsleitung

Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Ehem. Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Andreas Braun

Referierende

Prof. Dr. Günter Blamberger, Germanistik, Universität Köln, Präsident der Heinrich von Kleist Gesellschaft, Direktor des Internationalen Kollegs zu Morphomata (Center of Advanced Study in the Humanities, BMBF) an der Universität zu Köln
Dr. Andreas Braun, BMW Museum, BMW Group München
Professor Lutz Fügener, Transportation Design, Hochschule Pforzheim
Marc Mielau, Rolls Royce Motorcars General Manager Marketing, Goodwood, BMW Group, Great Britain
Jörg Schindler, eh. Geschäftsführer der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik, im Vorstand von ASPO Deutschland e.V. (Association for the Study of
Peak Oil and Gas), Autor, München
Dr. phil. Dipl. Psych. Wolfgang Schmidbauer, Psychoanalytiker, Supervisor, Autor, München
Dr. Daniel Tyradellis, Philosophie, Soziologie, Medienwissenschaft, Ausstellungskurator, Berlin
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. phil. Christine Weder, SNF Ambizione-Stipendiatin Neuere deutsche Literatur, Departement für Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften, Literatur- und Kulturwissenschaft, ETH Zürich