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Medizin – Roboter – Mensch

28. Oktober 2021

Tagung reise info Tutzing reise info Digitale Welten, Ethik & Gesundheit, Naturwissenschaft & Technik, Psychologie & Lebensfragen
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Inhalt

STELLE KONSTRUKTION UND ENTWICKLUNG IN DEN DIENST DER ERHALTUNG UND DES LEBENS IN EINER LEONARDO-WELT.   

Jürgen Mittelstraß
So lautet der leicht gekürzte technologische Imperativ, den der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Jürgen Mittelstraß aufstellt. Einfacher gesagt: In der „Leonardo-Welt“ braucht es nicht nur den technischen Fortschritt, sondern auch seine moralische Begleitung.
Wir leben längst in der genannten Leonardo-Welt. Der Mensch schafft sich seine Welt, er produziert künstliche Dinge. Er schafft sich Werkzeuge, um wiederum andere Dinge zu schaffen. Dabei bietet vielfältiges Wissen die nötige Orientierung. Der moderne Mensch ist Homo sapiens und Homo faber zugleich – wie der berühmte Leonardo da Vinci.
Da Vinci – so heißt auch ein Operationsroboter der modernsten Generation. Zufall oder List der Vernunft? Ein menschengemachtes Werkzeug, höchster Ausdruck menschlicher Ingenieurs- und Programmierkunst. KI-basierte High-End-Medizintechnik, von der Patientinnen und Patienten mehr und mehr auch abseits der Unikliniken profitieren: Leonardo at his best!
Kein Zweifel: OP-Roboter dienen dem Erhalt des Lebens. Mit ihnen lässt sich schonender, präziser und auch fehlerfreier operieren – bei gleichbleibender Sicherheit. Wer wollte nicht bei einem lebenswichtigen Eingriff mit der besten Technik operiert werden?
Und dennoch stellen sich Fragen: Was geschieht mit und zwischen den Menschen im OP, wenn die Chirurgin an der Konsole sitzt, während die Operationsarme sich wie von Geisterhand über die Patientin senken? Ihre einzige Verbindung: der Da Vinci-Hochleistungsrechner. Können wir noch sagen, dass der Roboter nur der verlängerte Arm der Chirurgin ist? Oder ist er nicht längst mehr als ein Werkzeug?
Was bedeutet es, wenn Da Vinci zukünftig nicht nur ausführt, was die Operateurin vorgibt, sondern auch aufgrund der gesammelten Daten die nächsten Schnitte vorschlägt? Gewinnt die Technik hier nicht längst eine ganz eigene Rationalität? Handelt und entscheidet dann noch der Mensch, der operiert, allein oder tut er das nicht längst gemeinsam mit der Maschine? Wird die KI den Menschen am Ende ganz ersetzen? Und wer trägt die Verantwortung, wenn die vom Roboter vorgeschlagene Behandlung doch fehlschlägt? Oder wenn die Chirurgin doch lieber ihrer Intuition und Erfahrung vertraut als den Algorithmen?
Wir möchten mit führenden Wissenschaftlern auf dem Feld der Operationsrobotik über diese und andere Fragen ins Nachdenken kommen. Seien Sie dabei!
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang, Krankenhaus Weilheim-Schongau
Pfr. Dr. Hendrik Meyer-Magister, Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
 

Programm

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Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang

Anreise ab 9.00 Uhr

9.30 Uhr

Empfang bei Brezen und Kaffee

10.00 Uhr
Begrüßung
Dr. Hendrik Meyer-Magister
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang
10.05 Uhr
Zur Einführung:
Dr. Thomas Löffler
Wie Roboter die Chirurgie verändern
10.15 Uhr
Intelligente Roboter in der Medizin und Pflege
Prof. Dr. Sami Haddadin
11.15 Uhr

Pause

11.30 Uhr
Zukunft Medizin: Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Operationssaal
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang
Prof. Dr. Dirk Wilhelm
12.30 Uhr

Mittagessen

14.00 Uhr
OP-Roboter – mächtige Werkzeuge in der Hand der Menschen? Anmerkungen aus einer anthropologischen Perspektive
Prof. Dr. Arne Manzeschke
15.00 Uhr
Entscheidungen und Verantwortung im OP der Zukunft
Prof. Dr. Michael Decker
16.00 Uhr

Kaffeepause

16.30 Uhr
Mensch und Maschine im OP:
Kooperation oder Konkurrenz?

Podiumsdiskussion mit Publikumsinteraktion

Prof. Dr. Michael Decker
Prof. Dr. Sami Haddadin
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang
Prof. Dr. Arne Manzeschke
Prof. Dr. Dirk Wilhelm
17.15 Uhr
Verabschiedung

Ende des Fachtages

Dr. Hendrik Meyer-Magister
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhold Lang
Leiter des Politischen Clubs

Referierende

Prof. Dr. Michael Decker
Professor für Technikfolgenabschätzung, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse und Leiter des Bereichs „Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft" am Karlsruher Institut für Technologie; Vorsitzender des Beirats „Innovations- und Technikanalyse" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung; Sprecher des Netzwerks Technikfolgenabschätzung sowie Mitglied im Aufsichtsrat des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation, Karlsruhe
Prof. Dr. Sami Haddadin
Professor für Robotik und Systemintelligenz an der Technischen Universität München und Direktor der Munich School of Robotics and Machine Intelligence; u.a. Mitglied in der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats; Sachverständiger der KI-Enquete-Kommission des Bundestages sowie Leibniz-Preisträger 2019, München
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Lang
Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Weilheim-Schongau, Leitung Robotikzentrum Oberland mit „da Vinci Xi", Weilheim i. OB
Dr. Thomas Löffler
Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Krankenhaus Weilheim-Schongau, Leitung Robotikzentrum Oberland mit „MAKO", Weilheim i. OB
Prof. Dr. Arne Manzeschke
Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelische Hochschule Nürnberg; Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB; Sprecher des Fachausschusses »Medizintechnik und Gesellschaft« der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technologie (DGBMT) sowie Präsident der europäischen Forschungsgesellschaft Societas Ethica, Nürnberg
Prof. Dr. Dirk Wilhelm
Geschäftsführender Oberarzt der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar, Technische Universität München; Bereichsleitung Navigation der CTAC und klinischer Leiter der interdisziplinären Forschungsgruppe MITI, München

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de