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Bild Ménage à trois? – Das neue Arzt-Patienten-Algorithmus-Verhältnis
Medizin Theologie Symposium

Ménage à trois? – Das neue Arzt-Patienten-Algorithmus-Verhältnis

25. – 26. Juni 2021

Tagung reise info Tutzing reise info Digitale Welten, Ethik & Gesundheit, Gesellschaft & Soziales
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Inhalt

Wärst Du doch der alte Besen! Immer neue Güsse bringt er schnell herein!

                                                                                                                                Der Zauberlehrling
Medizinische „Datenpools“ – das war einmal. Sie sind längst zu gigantischen Datenseen angeschwollen. Und immer mehr Datenströme fließen zusammen. Biobanken halten eine Flut an Proben und Informationen von Millionen von Menschen vor – bis hin zu ihren genetischen Codes. Weltweit vernetzt durchforsten Algorithmen die Datenbanken systematisch nach Zusammenhängen, die dem ärztlichen Auge verborgen bleiben.
So lassen sich etwa Fälle seltener Erkrankungen schneller diagnostizieren und besser behandeln. Denn wo behandelnde Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall im Trüben fischen, findet der Algorithmus leicht einen ähnlichen seltenen Fisch im großen Teich. Mehr noch: aus dem sequenzierten Genom einer Person lassen sich Krankheitsrisiken herausfiltern, lange bevor Symptome auftauchen. Ist das Krebsrisiko erst einmal erkannt, muss der Tumor gar nicht erst wachsen, bevor er behandelt werden kann. Die Medizin verspricht so präventiv, personalisierter, partizipativer und präziser zu werden. Big Data macht’s möglich.
Längst unterstützt KI das medizinische Tagesgeschäft – etwa bei der Auswertung von MRT-Bildern. Schon heute macht der Algorithmus weniger Fehler als sein menschliches Pendant. Er arbeitet rund um die Uhr und verlangt keinen Tariflohn. Den Patientinnen und Patienten hilft derweil Dr. Google bei der Selbstdiagnose nach Feierabend. Wer im Netz nachliest, geht mit einer Flut an Informationen und reichlich Gesprächsbedarf in die Sprechstunde.
Die Potenziale der digitalen Medizin sind riesig. Aber auch ihre Risiken liegen auf der Hand. So oder so redet der Algorithmus zukünftig mit im Behandlungszimmer. Das klassische Arzt-Patienten-Verhältnis erweitert sich zu einer Dreiecksbeziehung. Wer hat hier zukünftig das Sagen? Mit Goethe: Lassen sich die Geister der digitalen Medizin für Ärztinnen und Ärzte wie auch für Patientinnen und Patienten gleichermaßen dienstbar machen? Oder werden wir alle in Zukunft als autonome Individuen in der Datenflut untergehen? Und mit Blick auf unser digitalisiertes Medizinsystem japsend hervorstoßen: Wärst Du doch der alte Besen!
Prof. Dr. med. Andreas Mackensen
Direktor der Medizinischen Klinik 5 -Hämatologie & Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Erlangen
Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB, Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg
Dr. theol. Hendrik Meyer-Magister
Studienleiter für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care, Evangelische Akademie Tutzing

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Programm

Fr, 25.06.2021 Sa, 26.06.2021
icon button icon button Programm
Prof. Dr. Arne Manzeschke
Prof. Dr. med. Andreas Mackensen
15.30 Uhr
Begrüßung
15.45 Uhr
Warum KI den Arztberuf nicht ersetzen, sondern verändern wird
Prof. Dr.-Ing. Horst Karl Hahn
16.30 Uhr

Rückfragen aus dem Publikum

16.45 Uhr

Pause

17.00 Uhr
Ethische Aspekte von Big Data und KI in der Medizin - was in Zukunft wichtig ist
Prof. Dr. med. Dr. phil. Eva Winkler
17.45 Uhr

Rückfragen aus dem Publikum

18.00 Uhr

Ende des ersten Tagungstages

Veranstaltungsleitung

Prof. Dr. Arne Manzeschke
Prof. Dr. med. Andreas Mackensen
Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

Prof. Dr.-Ing. Horst Karl Hahn
Physiker, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medizin MEVIS sowie Professor für „Medical Imaging“ an der Jacobs University in Bremen; 2019-2020 Vorsitzender der internationalen „SPIE Medical Imaging Computer-Aided Diagnosis“-Konferenz in den USA und seit 2018 Beiratsmitglied des „European Institute for Biomedical Imaging Research“, Bremen
Jürgen Kretschmer
Patientenberater und -vertreter im Gesundheitsladen München e.V. mit der Spezialisierung auf Digitalisierung im Gesundheitswesen; Mitglied im Beirat der gematik Gmbh, München
Prof. Dr. med. Dr. phil. Eva Winkler
Heisenbergprofessorin und Leiterin der Sektion für „Translationale Medizinethik“ und Oberärztin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, Abteilung für Medizinische Onkologie der Universität Heidelberg; Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin und Mitglied der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer, Heidelberg

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de