Neue Kollegen? Intelligente Technische Systeme im Gesundheitswesen
09. – 10. Mai 2019
TagungInhalt
Pflegefachkräftemangel? Nein danke! Alter? Ja, aber bitte gesund und mobil!
Auch im Gesundheitswesen hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Neben die menschliche Zuwendung tritt ein intelligenter und passgenau konstruierter Maschinenpark, der die Behandlung und Pflege alter und kranker Menschen sicherstellen, verbessern und erleichtern soll. Durch die Digitalisierung werden etablierte Praktiken und Organisationsformen, Rollenbilder und das berufliche Selbstverständnis irritiert.
Es ist fast ein Kulturkampf entbrannt: Die einen bedauern, dass durch neue technische Entwicklungen menschliche Zuwendung verloren zu gehen droht. Der Untergang jeglicher Sorge-Kultur scheint am Horizont auf. Die anderen jubeln, dass der technische Fortschritt ungeahnte Möglichkeiten denen bietet, die bisher auf Teilhaben und Lebensqualität weitgehend verzichten mussten. Die einen glauben, wir gehen einen faustischen Pakt ein, bei dem wir unserer Seele verkaufen. Die anderen beteuern, dass wir in naher Zukunft zu Gunsten der Hilfebedürftigen über uns hinauswachsen werden.
Zwischen diesen moralischen Extrempositionen scheint jegliche ernsthafte ethische Abwägung auf der Strecke zu bleiben. Sie ist aber unerlässlich, denn die technische und digitale Entwicklung muss verantwortlich gestaltet werden. Immer häufiger fragen inzwischen Forscherinnen und Entwickler selbst nach ethischer Reflexion. Die Herausforderung, einen verantwortlichen Umgang mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu finden und Grenzen der Technisierung begründet festzulegen, berührt aber nicht nur professionelle Akteure im Gesundheitswesen. Die Transformation der Arbeitswelt durch Digitalisierung und die Veränderung von Erwerbsarbeitsmodellen stellt auch etablierte Modelle der gesellschaftlichen Organisation von Pflege in Frage und birgt die Herausforderung, das Verhältnis von professioneller Pflege und sog. Laienpflege im Zeitalter der Digitalisierung neu zu bestimmen.
Wir laden zum Gespräch und zur Horizonterweiterung ein. Mit dem Tagungsformat „Technik-Ethik-Gesundheit“ bedienen wir diese Fragestellung jetzt zum vierten Mal in Nürnberg in enger Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Akademie. Eingeladen sind alle an der Zukunft interessierten Zeitgenossen!
Pfr. Frank Kittelberger
Studienleiter, Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
Leiter Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB, Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe, Evangelische Hochschule Nürnberg, Präsident der Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik Societas Ethica
Prof. Dr. Arne Manzeschke
Dr. phil. Galia Assadi
Maximilian Heinkele, B.A.
Anreise ab 9.00 Uhr
Workshops Durchlauf 3
10.00 Uhr
Irritationspotential von Transformationen – Soziologische Anmerkungen zu technisch-sozialen Herausforderungen
Prof. Dr. Michael Bayer
11.15 Uhr
Kaffeepause
11.45 Uhr
Das Ethos fürsorglicher Praxis in der Pflege: Herausforderungen durch die Digitalisierung
Prof. Dr. Christel Kumbruck
13.00 Uhr
Mittagessen
14.00 Uhr
Vorstellung der Workshops
• W1: Pflegepraxiszentrum Nürnberg
Marlene Klemm
• W2: Der neue Kollege BILLIE – Ethische Reflexion des Einsatzes von virtuellen Assistenten
Dr. Melissa Henne
• W3: Einsatz eines Dekubitus-Prophylaxe-Systems in der Pflege – Welche ethischen Aspekte sind im Hinblick auf die Privatheit der Patientinnen und Patienten zu beachten?
Sandra Korge M.Sc.
• W4: Moderne Medizintechnik im Altenheim Ethische Fragen und Dimensionen der Mitbestimmung
Dr. Julia Inthorn
&
Tina Drechsel
• W5: Projekt GUARDIAN (FAU)
Dr. Christoph Heidl
14.30 Uhr
Workshops Durchlauf 1
15.15 Uhr
Workshops Durchlauf 2
16.00 Uhr
Kaffeepause
17.15 Uhr
Zusammenführung
Dr. phil. Galia Assadi
17.45 Uhr
Tagesabschluss
Veranstaltungsleitung
Prof. Dr. Arne Manzeschke
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Freier MitarbeiterDr. phil. Galia Assadi
Maximilian Heinkele, B.A.
Ort & Infos
Kontakt
Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de