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Bild Nicht vergessen! Gemeinsam sorgen für Menschen mit Demenz (Kaufbeuren)
Nicht vergessen! Demenz

Nicht vergessen! Gemeinsam sorgen für Menschen mit Demenz (Kaufbeuren)

19. April 2024

Tagung reise info Kaufbeuren
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Inhalt

DAS THEMA „DEMENZ“ WIRD GRÖSSER, DENN DIE ZAHL DER BETROFFENEN WÄCHST.  

                                                                                                                                        Reimer Gronemeyer

An der Supermarktkasse kramt der alte Herr lange im Portemonnaie, steckt dann den Zwanzigeuroschein wieder weg und zahlt seine Packung Toastbrot mit einem Fünfziger. Die Banknachbarin im Gottesdienst singt kräftig und schön mit wie eh und je. Beim zweiten Blick fällt auf: sie hält das Gesangbuch auf dem Kopf. Zum Kaffee der Seniorinnen- und Seniorengruppe der Nachbarschaftshilfe steht Salz und Pfeffer auf dem Tisch.

Nicht alles deutet gleich auf eine Demenz. Aber die Zahl der Menschen mit demenziellen Veränderungen nimmt zu und wird weiter zunehmen, wenn in unserer alternden Gesellschaft zukünftig immer mehr Menschen bei guter körperlicher Verfassung immer älter werden. Das Zusammenleben mit demenziell veränderten Menschen wird Alltag werden, auch abseits spezialisierter Angebote – und das soll auch so sein! Menschen mit Demenz gehören in die Mitte, nicht an den Rand unserer Quartiere, Nachbarschaften, Kommunen und Gemeinden.

Umso mehr braucht es Aufmerksamkeit im täglichen Miteinander, um menschenfreundlich und lebensdienlich mit Demenz umzugehen, als selbst betroffene, als pflegende oder als angehörige Person, als Nachbarn oder in der Gemeindegruppe. Denn eins ist sicher: Auch wenn sich Verhaltensweisen verändern, die kognitiven Fähigkeiten, die Orientierung im Alltag und die verbale Ausdrucksfähigkeit abnehmen, bleiben Betroffene auf Kontakt, Austausch und Beziehungen angewiesen. Zugleich werden die hergebrachten Sorgestrukturen brüchig: Familien leben nicht mehr über Generationen zusammen, besonders in den Städten werden Nachbarschaften anonymer. Demenz verstärkt die Einsamkeit schnell, und das Leben im angestammten Umfeld ist bald nicht mehr möglich.

Kirche und Diakonie engagieren sich besonders für die Schwachen und Vulnerablen in unserer Gesellschaft. Es gibt bereits viele hervorragende und professionelle Angebote für Menschen mit Demenz, nicht nur – aber auch – in kirchlicher und diakonischer Trägerschaft. Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen können ein wichtiger Baustein in den regionalen und lokalen Sorgenetzwerken für Menschen mit Demenz sein. Dafür bedarf es der Vernetzung mit anderen Akteuren in den Sozialräumen und eine Sensibilität in allen Arbeitsbereichen für das Thema „Demenz“! Wie kann gemeinsam für Menschen mit Demenz gesorgt werden? Was kann hier der spezifische Beitrag von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen sein?

In einer Reihe von Veranstaltungen fragen wir nach Erfahrungen mit Demenz, lassen Menschen zu Wort kommen, die am jeweiligen Ort in Projekten engagiert sind und stellen weitergehende ethische und kirchentheoretische Reflexionen zur Sorge für Menschen mit und um Demenz an. Wir laden Sie herzlich ein, damit Menschen mit demenziellen Veränderungen, ihre Angehörigen und Pflegenden in unseren Quartieren, Gemeinden und Einrichtungen nicht vergessen werden!           

Dr. Hendrik Meyer-Magister, stellv. Direktor und Studienleiter an der Evangelische Akademie Tutzing Stadtdekanin i.R.
Stadtdekanin i.R. Barbara Kittelberger, Leiterin des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing in München
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB, Nürnberg   

Mehr zum Thema

Programm

icon button icon button Programm
9.30 Uhr

Ankommen

9.45 Uhr
Begrüßung
Gerd F. Thomae
Felix Franke
Dr. Hendrik Meyer-Magister
10.00 Uhr
Grußworte
Regionalbischof Axel Piper
Bürgermeisterin Dr. Erika Rössler
10.30 Uhr
„Das Herz wird nicht dement.“

Erfahrungen einer Seelsorgerin

Stadtdekanin i.R. Barbara Kittelberger
11.00 Uhr
Meine Erfahrungen mit Demenz

Austausch in Kleingruppen

11.30 Uhr
Sorgen für Menschen mit und um Demenz, Ethische und ekklesiologische Perspektiven
Prof. Dr. Arne Manzeschke
12.30 Uhr

Mittagspause

13.45 Uhr
DemenzGuide für Angehörige und Pflegende

Eine digitale Unterstützung für Angehörige dementiell Erkrankter

Michael Thoma
14.15 Uhr
Geschlossene Türen im geöffneten Sozialraum?

Gemeinsame Gratwanderung von Menschen mit und ohne Demenz in der Hospitalstiftung

Felix Franke
Wolfgang Scupin
15.15 Uhr

Kaffeepause

15.30 Uhr

Austausch im Plenum, Erkenntnisse, offene Fragen, bleibende Herausforderungen

16.15 Uhr

Verabschiedung

Veranstaltungsleitung

Dr. Hendrik Meyer-Magister
ehem. Stellvertretender Akademiedirektor / Studienleitung für Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Spiritual Care

Referierende

BETEILIGTE
Felix Franke, studierter Sozialwirt; Leiter des Seniorenbüros der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist im Auftrag der Stadt Kaufbeuren, dortiger Seniorenbeauftragter sowie Vorsitzenden des Netzwerks Altenhilfe & Gerontopsychiatrie Kaufbeuren – Ostallgäu e.V., Kaufbeuren
Stadtdekanin i.R. Barbara Kittelberger, Seelsorgerin im Altenheim, Lehrsupervisorin (DGfP), Paar- und Familientherapeutin (GaG); bis 2019 Vorsitzende des Unterausschusses für Ethik in Medizin und Biotechnik der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Leiterin des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing in München
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Professor für Ethik und Anthropologie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg; Mitglied des Unterausschusses für Ethik in Medizin und Biotechnik der Synode sowie Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Nürnberg
Michael Thoma, Pfarrer; Beauftragter für Beauftragter für Altenheimseelsorge in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, München
Oberkirchenrat Axel Pieper, Regionalbischof des Kirchenkreis Schwaben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Augsburg
Dr. Erika Rössler, dritte Bürgermeisterin der Stadt Kaufbeuren
Wolfgang Scupin M.A., Krankenpfleger, Dipl. Sozialpädagoge (FH), Master of ethical management; Leiter Senioreneinrichtungen der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist, Kaufbeuren
TAGUNGSLEITUNG:
Dr. Hendrik Meyer-Magister, Stellv. Direktor und Studienleiter an der Evangelische Akademie Tutzing
Felix Franke, Leiter des Seniorenbüros der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist und Seniorenbeauftragter der Stadt Kaufbeuren
Gerd F. Thomae, Leiter des Freundeskreises der Evangelischen Akademie in Kaufbeuren
KONZEPTION UND PLANUNG
Dr. Hendrik Meyer-Magister, stellv. Direktor und Studienleiter an der Evangelische Akademie Tutzing
Stadtdekanin i.R. Barbara Kittelberger, Leiterin des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing in München
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen der ELKB, Nürnberg
Kirchenrätin Dr. Tanja Stiehl, Beauftragte für ethische Fragestellungen im Landeskirchenamt der ELKB, München

 

Ort & Infos

 Alten- und Pflegeheim Hospitalstiftung zum Hl. Geist, Gartenweg 9, 87600 Kaufbeuren
Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de