Paul Klee und Willi Baumeister
16. – 18. Oktober 2015
TagungInhalt
KUNST, EINE BESONDERE KRAFT, DIE SPIELT, MALT, FORMT, WAS SIE TRÄUMT: DIE KOMMENDE WELT?
Paul Klee (1879-1940) und Willi Baumeister (1889-1955), grad zehn Jahre auseinander, gehören zwei Generationen an: Klee der frühen Avantgarde des 20. Jahrhunderts, Baumeister dem Neubeginn der Moderne nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie haben sie, Trümmerlandschaften vor Augen, Visionen und Strukturen für ein neues Sein gewinnen?
Gemeinsames verbindet Unterschiedliches – Differenzen unterscheiden Gemeinsames: wie im Leben, in der Liebe, im Glauben. So haben Klee und Baumeister ihr Kunstschaff en diskutiert: Was kann Kunst vorstellen, darstellen, herstellen? Wie kann sie aufklären, befreien, mündig, kreativ machen? Wie aber auch trösten, ermutigen, entwaffnen, politisch sein?
Beide suchten nonkonform das Neue. Suchten es mit Kubismus, Konstruktivismus, Surrealismus: in organischen Formen der Natur wie in technischen Mitteln. Sie abstrahierten vom Vertrauten, phantasierten ins Ungewohnte, hofft en auf Überraschungen und Geheimnisvolles.
Neugierig experimentieren, wild assoziieren – das braucht Mut auf unsicherem Terrain. Bis Ideen im Kopf mit Farben, Wasser, Gips, Sand und Leim konkrete Gebilde werden. Wie Kinder beim Basteln lösen Rausch und Traum strenge Geometrien in runde, ovale, weiche Formen auf. Bilder werden Gegenwelten zum offi ziellen Getriebe. Normal ist, was alle aus Angst tun? Dann rufen Klee und Baumeister „Komm ins Offene, Freund!“ (Hölderlin).
„Wenn mich die Jungs im Fußballverein ärgern, geh‘ ich lieber kreativ malen“ (Annabelle, 9)
Ja, wir Heutige in einem vielfach betreuten Dasein brauchen andere Augen-Blicke, Anstöße, Fingerzeige und Spuren zu einem achtsameren Leben, zu einer sensibleren, mit Vielfalt und Freiheit sympathisierenden Existenz. Mitten im Unendlichen endlich sein dürfen? „Theoria“, griechisch „Schau!“, eint Sinnlichkeit und Nachdenken, Erleben und Verstehen.
Wir laden alle Interessierten herzlich ein, in Tutzing und Kochel mit Klee und Baumeister die Welt anders wahrzunehmen.
Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy, Franz Marc Museum Kochel am See
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Studienleiter, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Abendessen
19.00 Uhr
Paul Klee und Willi Baumeister: Struktur und Vision
Begrüßung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Paul Klee und Willi Baumeister - Zwischenreiche
Zur Einführung
Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy
19.30 Uhr
Willi Baumeister und Paul Klee
Felicitas Baumeister
21.30 Uhr
Gespräche in Gruppen & Geselligkeit in den Salons
20.30 Uhr
Willi Baumeister
Film von Ottomar Domnick, Deutschland 1954
Veranstaltungsleitung
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner
Ehem. Studienleiter, Evangelische Akademie TutzingDr. Cathrin Klingsöhr-Leroy
Referierende
Felicitas Baumeister, Baumeister-Archiv, Stuttgart
Gabi Czöppan, Journalistin, Redakteurin bei „Focus“ für Kunst, Architektur und Design, München
M.A. Hanna Holtz, Kunstgeschichte, Universität Hamburg/Zentralinstitut für Kunstgeschichte München
Dr. Christine Hopfengart, Kunsthistorikerin, Berlin
Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy, Direktorin, Franz Marc Museum, Kochel am See
Susn Kohl, Kunstgeschichte, Studierende aus dem Seminar “Kuratieren und Schreiben“, LMU München
Prof. Dr. Marcus Llanque, Politikwissenschaft en, Politische Ideengeschichte, Universität Augsburg
Dr. phil. Dipl. Psych. Wolfgang Schmidbauer, Psychoanalytiker, Autor, Supervisor, München
PD Dr. hab. Annette Vowinckel, Philosophie; Zentrum für zeithistorische Forschung, Potsdam
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Evangelische Akademie Tutzing
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
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