Peak, Oil, Gas und Geopolitik
19. Oktober 2015
TagungInhalt
Die fossile Geopolitik ist zurück. Aktuelle Beispiele hierfür sind der Ukraine-Konflikt, die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Europäischen Union sowie den USA, die Konflikte im Mittleren Osten und Nordafrika.
Der Peak Oil konventionell geförderten Erdöls war nach verfügbaren Daten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) etwa um das Jahr 2006. Danach konnte durch das unkonventionelle Förderverfahren Fracking der einsetzende Rückgang kompensiert werden. Das sowohl für die Öl- als auch die Gasförderung in den USA eingesetzte Fracking wurde anfänglich als Beginn einer „Energierevolution“ gedeutet, so beispielsweise die IEA in ihren World Energy Outlook 2012 und 2013.
Damit verbunden kam insbesondere in den USA und manchen westeuropäischen Staaten die Hoffnung auf, dass dadurch einerseits die Abhängigkeit von den Lieferländern reduziert werden könnte. Andererseits wurde insbesondere geopolitisch auf einen Machtanstieg der USA spekuliert und von einer deutlichen Schwächung Russlands ausgegangen, das wirtschaftlich nach wie vor extrem vom Export der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas abhängig ist. Der Verfall der Ölpreise seit Sommer 2014 gab diesen Einschätzungen zusätzlichen Auftrieb.
Die Verwerfungen ließen nicht lange auf sich warten: Wenn die auf dem Markt erzielbaren Preise immer weiter unter Grenzkosten abrutschen, und wenn die Preise trotz wieder steigender Tendenz noch einige Zeit unter den Grenzkosten liegen sollten, dann gefährdet dies die wirtschaftliche Existenz auch der westlichen Unternehmen, zuerst die mit den besonders hohen Förderkosten (Fracking). Das heißt: Die ökonomischen Grundlagen des derzeitigen fossilen Ölsystems brechen zusammen.
Die aktuelle Entwicklung im Jahr 2015 in den USA zeigt, dass die Hoffnungen auf eine (fossile) „Energierevolution“ unbegründet waren. Die erwarteten geopolitischen Verschiebungen fallen aus. Dies hat Rückwirkungen auch auf Europa und den Rest der Welt.
Die Veranstaltung will in diesen turbulenten fossilen Zeiten Orientierung geben, die Zusammenhänge beleuchten sowie mögliche Entwicklungspfade analysieren und diskutieren.
Alle energiepolitisch Interessierten und alle an der Ausgestaltung des Übergangs in das postfossile Zeitalter in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.
Dr. Martin Held, Evangelische Akademie Tutzing und Vorstandsmitglied ASPO Deutschland
Jörn Schwarz, Vorsitzender ASPO Deutschland
Dr. Ulrike Wunderle, Vereinigung Deutscher Wissenschaftler
Programm
11.30 Uhr
Registrierung
12.00 Uhr
Beginn der Jahrestagung mit Imbiss und Getränken
13.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
durch Prof. Dr. Ulrich Bartosch und Jörn Schwarz
13.20 Uhr
Keynotes
mit anschließender Diskussion
Das neue Great Game - Russland, Innerasien und die strategische Bedeutung der fossilen Ressourcen
Dr. Behrooz Abdolvand
USA und Naher Osten - Erdöl, Erdgas und geostrategische Verschiebungen
Prof. Dr. Andreas Goldthau
14.50 Uhr
Kaffeepause
15.10 Uhr
Keynote
mit anschließender Diskussion
Verschnaufpause von Peak Oil durch Fracking? Konventionelles Erdgas und Fracking
Dr. Werner Zittel
15.55 Uhr
Keynote
mit anschließender Diskussion
Vorsorgende Energieaußenpolitik: Wie kann das inhärente Krisenpotenzial fossiler Energieträger begrenzt werden?
Prof. Dr. Peter Hennicke
16.40 Uhr
Diskussion mit einführenden Stellungnahmen
Die Rolle des fossilen Erdöls und Erdgas in einer Transformationsstrategie zu einer postfossilen Welt und ihre geopolitischen Konsequenzen
Prof. Dr. Claudia Kemfert und Jörg Schindler
18.00 Uhr
Ende der Veranstaltung
Veranstaltungsleitung
Dr. Martin Held
Freier MitarbeiterReferierende
Dr. Behrooz Abdolvand, Forschungsdirektor Berlin Centre for Caspian Region Studies, Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Ulrich Bartosch, Vorsitzender Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und Universität Eichstätt Prof. Dr. Andreas Goldthau, Fellow Global Public Policy Institute, Berlin, Professor of Public Policy, Central European University, Budapest und Associate Geopolitics of Energy Project, Harvard University Dr. Martin Held, Studienleiter Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, Evangelische Akademie Tutzing Prof. Dr. Peter Hennicke, langjährig Präsident Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und VDW Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung und VDW, Berlin Jörg Schindler, langjährig Geschäftsführer Ludwig-Bölkow-Systemtechnik und ASPO Deutschland, Neubiberg Jörn Schwarz, Vorsitzender Association for the Study of Peak Oil and Gas Deutschland (ASPO), Rühlow Dr. Ulrike Wunderle, Geschäftsführerin Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, Berlin Dr. Werner Zittel, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik und ASPO Deutschland, OttobrunnOrt & Infos
Kontakt
Susanna Satzger
Telefon: 08158 / 251-142
Fax: 08158 / 251-137
satzger@eatutzing.de