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Pflegenotstand – Notstandspflege?

25. – 27. Oktober 2019

Tagung reise info Tutzing reise info Ethik & Gesundheit, Gesellschaft & Soziales
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Inhalt

Jeder will es – keiner will es tun                     
 
Es ist wirklich ein Dilemma: Jeder Mensch wird irgendwann pflegerische Hilfe benötigen, die meisten von uns sogar professionelle und aufwändige Pflege. Das Lebensende gleicht dem Lebensanfang und findet uns hilfsbedürftig und abhängig vor. Gleichzeitig wollen immer weniger (junge) Deutsche diese Pflege leisten und diesen Beruf erlernen. Fachkräfte verschweigen privat verschämt, dass sie in einem Pflegeheim arbeiten. Doch gepflegt werden will später jeder von uns – und zwar am liebsten kostenneutral oder gar billig. Aber bitte von einer liebevollen Pflegerin und ja nicht von einem Roboter. Das alles kann nicht gut gehen!
 
Eine ernsthaft sorgende Gesellschaft in Zeiten demografischer Verschiebungen und dominanter Singularisierung zu entwickeln und dauerhaft zu gewährleisten, ist eine große Herausforderung. Der Pflegenotstand und anders kann man die Situation nicht benennen – droht gravierende Ausmaße anzunehmen. Wir erleben derzeit nur seine Vorboten. Er wird Städte, Kommunen, Landkreise und letztlich den Staat noch viel Geld, Phantasie und Entscheidungsstärke kosten. Dazu gehören vor allem: die hochwertige Ausbildung von ausreichend Fachpflegekräften, die angemessene Finanzierung von Pflege auf fachlich hohem Niveau (und zwar überall: von daheim bis im Heim) und die Gewährleistung von Medizin und Pflege bis ins hohe Alter – auch bei beschränkten Ressourcen.
 
Was muss sich ändern, um diese Herausforderung zu bestehen? Wie kann die Berufsgruppe der Pflegenden ihre Interessen wirkmächtiger als bisher vertreten? Welche fachlichen Anforderungen muss das Gesundheitssystem aufrechterhalten, selbst wenn Pflege knapp ist, damit nicht Masse auf Kosten von Qualität geht? Was können wir lernen, wenn wir die Gesundheitssysteme anderer Länder vergleichen, in denen Pflege ein deutlich höheres Ansehen und deutlich bessere Bedingungen vorfindet? Was muss geschehen, damit junge Menschen diesen Beruf ergreifen? Und was schließlich ist nötig, damit wenigstens ein Teil der fehlenden Ressourcen durch Elemente einer „sorgenden Gemeinschaft“ in unseren Städten und Dörfern kompensiert wird – also damit es sich wieder lohnt, sich umeinander zu sorgen? Denn: Nur eine umfassende Kultur von Sorge wird den Pflegenotstand dauerhaft lindern.
 
Diskutieren werden wir bei dieser Tagung Themen aus Technik, Pflegewissenschaften und Pflegepädagogik ebenso wie politische, ethische und wirtschaftliche Forderungen. Wir laden dazu herzlich an den Starnberger See in die Evangelische Akademie Tutzing ein!
 
Pfr. Frank Kittelberger, Pfarrer und Pastoralpsychologe, Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoralpsychologie und Spiritual Care, Evangelischen Akademie Tutzing

Programm

Fr, 25.10.2019 Sa, 26.10.2019 So, 27.10.2019
icon button icon button Programm
Pfr.i.R. Frank Kittelberger

Anreise ab 14.00 Uhr

14.30 Uhr

Kaffee im Foyer

15.00 Uhr

Begrüßung

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
15.30 Uhr
Sorge und Pflege und Profit - wie geht das zusammen?

Ein Dialog zwischen

Stefanie Renner

und

Dr. Johannes Rückert

Moderation:

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
16.45 Uhr
Neue intelligente Technik in der Pflege - auch eine Lösung!

Präsentation zum Auftakt

Sebastian Hoftstetter, M.A.
18.00 Uhr

Abendessen

19.30 Uhr
Zwischen Hype und Verdrängung: Mensch oder Roboter - Wer oder was berührt mich? Der Pflegenotstand in der öffentlichen Wahrnehmung
Prof. Johanna Haberer
20.30 Uhr

Gespräche und Begegnungen in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Freier Mitarbeiter

Referierende

Ass. Prof. Pia Dreyer RN MScN PhD, Department of Public Health – Department of Science in Nursing, Institut for Folkesundhed, Health Aarhus Universitet, Aarhus DK
Prof. Dr. Constanze Giese, Krankenschwester, Theologin, Professorin für Ethik und Anthropologie in der Pflege an der Fakultät für Gesundheit und Pflege an der Katholischen Stiftungshochschule München
Vanessa Grau, Projektleitung Zukunft.Diakonie.Netzwerk, Diakonie Bayern, Nürnberg
Prof. Johanna Haberer, Professorin für Christliche Publizistik, Fachbereich Theologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Claudia Hauck, M.Sc., Gesundheits- und Krankenpflegerin für Rehabilitation, Pflegepädagogin B.A. (FH), Pflegewissenschaftlerin M.Sc. (Univ.), Geschäftsführerin der Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e. V., München
Sebastian Hofstetter, M.A., Krankenpfleger, Japanologe, Gesundheits- und Pflegewissenschaftler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Dorothea Erxleben Lernzentrum (DELH)Halle
Prof. Dr. habil. Thomas Klie, Rechts- und Verwaltungswissenschaften, Gerontologie, Evangelische Hochschule Freiburg, Institutsleitung AGP und ZZE im FIVE e.V., Freiburg
Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, Berlin
Katharina Matic, M.Sc., Schulleitung Evangelische PflegeAkademie München
Gerhard Prölß, Geschäftsführer der Hilfe im Alter gGmbH der Inneren Mission München
Stefanie Renner, Stellvertretende Geschäftsführerin, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Südost, Bayern und Mitteldeutschland e.V., München
Dr. Johannes Rückert, Konzerngeschäftsführung Augustinum Seniorenresidenzen und Pflege der Augustinum gGmbH, München
Stefan Schönstein, B.Sc., Gesundheits- und Krankenpfleger, B.Sc. Pflege (dual), Regensburg
Frank Straub, M.A., Gerontologe, Pflegepädagoge, Gesundheits- und Krankenpfleger, staatlich geprüfter Sozialbetreuer, stellver-tretende Schulleitung Evangelische PflegeAkademie München
Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege, Berlin

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de