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Recht in ökologischen Krisenzeiten

16. – 18. Oktober 2026

Tagung reise info Tutzing reise info Nachhaltigkeit, Politik
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Inhalt

ZUKUNFT DES RECHTS
RECHT AUF ZUKUNFT

Durch das turbulente politische Weltgeschehen rücken die vielfältigen ökologischen Krisen dieser Welt immer wieder in den Hintergrund der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während der Problemdruck wächst, schwinden in Politik und Gesellschaft die Bereitschaft und der Mut zum Umlenken. Selbst die offenkundigen Zusammenhänge zwischen ökolo-gischer Krise und den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen finden kaum Beachtung.

Was bleibt – angesichts dieses „rasenden Stillstands“ (Paul Virilio)? Welche Rolle könnte in Zeiten ökologischer Umbrüche dem Recht zukommen? Es stabilisiert zwar einerseits bestehende (fossile) Macht- und Besitzverhältnisse, andererseits bietet es auch vielfältige Ansatzpunkte für transformative Prozesse – etwa durch Gesetzgebung, strategische Klagen im Bereich des Klima- und Biodiversitätsschutzes oder Rechtsprechung.

Weltweit nehmen Gerichte eine zunehmend aktive Rolle ein, indem sie staatliches Handeln überprüfen, unternehmerische Verantwortung einfordern und Grundrechte im Kontext ökologischer Gefährdungen neu auslegen. Wir wollen in der Tagung nach den Erfolgsbedingungen und Grenzen solcher Verfahren fragen: Welche Strategien verfolgen Kläger:innen? Inwiefern tragen gerichtliche Entscheidungen tatsächlich zu effektiven Reduktionen der Umweltbelastungen bei? Und welche demokratietheoretischen Fragen wirft die zunehmende Verlagerung politischer Konflikte in den Gerichtssaal auf?

Außerdem widmen wir uns der zurzeit intensiv geführten Debatte um die Anerkennung von Eigenrechten der Natur. In verschiedenen Rechtsordnungen weltweit werden Flüsse, Wälder oder ganze Ökosysteme bereits als Rechtssubjekte anerkannt. Welche normativen Grundlagen liegen diesen Entwicklungen zugrunde? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Verständnis von Recht, Verantwortung und Schutzpflichten? Und lassen sich solche Ansätze in bestehende Rechtssysteme integrieren oder erfordern sie ein grundlegendes Umdenken? Auch darüber hinaus befassen wir uns mit weiteren Ideen, Recht neu zu denken.

Die Tagung bietet Raum, um in Workshops und Vorträgen über die vielfältigen Potenziale des Rechts zu diskutieren und um Allianzen zu stärken. Durch die schöne Lage am See und körperorientierte Programmpunkte wollen wir auch unsere innere Resilienz stärken.

Wir laden alle Interessierten, auch die juristisch nicht vorgebildeten, herzlich ein, gemeinsam im Angesicht ökologischer und weiterer Krisen über die Zukunft des Rechts nachzudenken – und über unser aller Recht auf Zukunft.

Katharina Hirschbrunn, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Ulrike Jürschik, Lawyers for Future e.V.
Henrike Lindemann, Green Legal Impact Germany e.V.
Dr. Manuel Schneider, Selbach-Umwelt-Stiftung

Programm

Fr, 16.10.2026 Sa, 17.10.2026 So, 18.10.2026
icon button icon button Programm

Anreise ab 14.30 Uhr

15.30 Uhr

Beginn der Tagung mit Kaffee, Tee und Kuchen

16.00 Uhr
Katharina Hirschbrunn
Begrüßung & Einführung

Katharina Hirschbrunn, Dr. Ulrike Jürschik, Henrike Lindemann & Dr. Manuel Schneider

16.15 Uhr
Tiefenökologische Übung
Katharina Hirschbrunn
16.45 Uhr
Keine Zukunft ist auch keine Lösung: Die Rolle des Rechts im ökologischen Wandel
Baro Gabbert
18.00 Uhr

Abendessen

19.15 Uhr
Wer ist im Raum? Das Feld abstecken

Perspektiven der Teilnehmenden

Moderation:

Henrike Lindemann
20.30 Uhr

Begegnungen und Gespräche in den Salons und Park

Optional: Gehmeditation unter Bäumen am See

Katharina Hirschbrunn

Veranstaltungsleitung

Katharina Hirschbrunn
Studienleitung für Wirtschaft und Arbeitswelt, Nachhaltige Entwicklung

Referierende

Nela Adam, Gestalttherapeutin, Tanz- und Theaterpädagogin, Weiterbildungen in Körper und Traumatherapie, Trauerbegleitung, Contact Improvisation, Schlehdorf
Christine Ax, M.A., Erste Vorsitzende des Netzwerk Rechte der Natur e.V., Friedrichstadt
Claus Biegert, Autor und Filmemacher, Initiator und Vorstand vom Loisach-bündnis e. V., Uffing
Dr. Isa Bilgen, Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Potsdam, Promotion zu „Dialektik der Würde", Habilitationsprojekt zu Nachhaltigkeitsaspekten im Sozialrecht, Berlin
Dr. Karoline Borwieck, Partnerin bei GEULEN & KLINGER Rechtsanwälte, u.a. Klimaklagen gegen BMW und Mercedes, Berlin
Daniel Dermitzel, M.A. Urban Planning, Mitgründer von Cultivate Kansas City, Mitbegründer der Happy Farm im Plum Village Monastery, heute urbaner Gärtner, Mediator und Achtsamkeitsanleiter, Berlin
Peter Emorinken-Donatus, freier Journalist und Bildungsreferent, Initiator der Bewegung „Bündnis Ökozidgesetz", im Aufsichtsrat von Greenpeace Deutschland und Preisträger des taz Panter-Preises, Köln
Baro Vicenta Ra Gabbert, Juristin und bei Greenpeace Sprecherin für sozial-ökologische Gerechtigkeit, Mitgründerin der Climate Clinic e.V., Hamburg
Katharina Hirschbrunn, Studienleiterin für Wirtschaft und Arbeitswelt, Nach-haltige Entwicklung an der Evangelischen Akademie Tutzing, Co-Facilitatorin von Meditationsgruppen, Tutzing
Yannis Haug-Jurgan, Associate bei GEULEN & KLINGER Rechtsanwälte, u.a. Klimaklagen gegen die Bundesregierung, Berlin
Dr. Ulrike Jürschik, Vorsitzende von Lawyers for Future e.V., Syndikusrechtsanwältin mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsrecht bei einem Genossenschaftsverband, Promotion zu „Suffizienz und Recht", Münster
Henrike Lindemann, Juristin und Umweltaktivistin, Geschäftsführerin von Green Legal Impact, nominiert für den DUH-Engagementpreis als Umweltjuristin des Jahres 2025, Berlin
Prof. Dr. Herrmann E. Ott, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Leiter des deutschen Büros der internationalen Umweltrechtsorganisation ClientEarth, heute Honorarprofessor an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Berlin
Dr. Jenny García Ruales, Postdoktorandin an der Universität Marburg, Fellow im EU-Projekt EDGES (Entangling Indigenous Knowledges in Universities), Mitglied im Max Planck Law Forum Latin America und wissenschaftliche Koordinatorin des „Amazon of Rights"-Projekts, Marburg
Emmanuel Schlichter, LL.M. (Kent), Vorstandvorsitzender Rechte der Natur e.V., Mitbegründer Initiative für die Rechte der Spree und der ersten EU-weiten Bürgerinitiative für die Rechte der Natur, Zwickau
Dr. Jula Zenetti, LL.M., Promotion zum Thema „Eigenrechte der Natur", heute Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Leipzig
Stefanie Zoche, Bildende Künstlerin, Vorständin vom Loisachbündnis e. V., München

Preise & Infos

ORGANISATION & INFORMATION
Rita Niedermaier, E-Mail: niedermaier@eatutzing.de; Tel. 08158 251-121.
Ihre Anfragen zu der Veranstaltung erreichen uns in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir über das Online-Formular auf unserer Homepage. Sie wird von uns bestätigt, ist verbindlich und Voraussetzung
für die Teilnahme. Anmeldeschluss ist der 2. Oktober 2026.
Abmeldung
Sollten Sie an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 9. Oktober 2026 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung. Unsere
Stornobedingungen entnehmen Sie unserer Homepage.
Preise pro Person für die gesamte Veranstaltungsdauer (in Euro):
Vortragsgebühr                                                                                                 65.–
(zzgl. Kaffee/Tee/Kuchen auch bei Teilnahme ohne Verpflegung)
Vollpension
– im Einzelzimmer                                                                                         210.–
– im Zweibettzimmer                                                                                     166.–
– im Zweibettzimmer als EZ                                                                          234.–
Kurzzeitzuschlag für eine Übernachtung                                                         10.–
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück)                                                 73.–
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte. Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht
rückvergütet werden.
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
Preisnachlass
Auszubildende, Schüler:innen, Student:innen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitsuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. Journalist:innen
wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn ein aktueller Presseausweis einer ausstellungsberechtigten Organisation zusammen mit dem Auftrag zur Berichterstattung vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.
 
Stipendien für Menschen unter 40 Jahren mit wenig Geld. (begrenzte Anzahl)
Der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing fördert junge Menschen mit wenig Geld durch Bildungsstipendien, die eine kostenlose Teilnahme ermöglichen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der zuständigen Studienleitung bis spätestens 12. Oktober 2026 per E-Mail an: hirschbrunn@eatutzing.de

In Kooperation mit:

Green Legal Impact Germany e.V., Selbach-Umwelt-Stiftung und Lawyers for Future e. V.
Weitere Informationen zu
Schlosseuro / Datenschutz / AGB / E-Mobilität und Anreise finden Sie unter dem Titel der Tagung auf unserer Homepage: www.eatutzing.de
 
 
Bildnachweis: © Das Bild ist KI generiert und für die Nutzung freigegeben.
Kontakt

Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de

Stiftung Schloss Tutzing / Schlosseuro

Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Mit dem Schlosseuro (bereits in der Vortragsgebühr enthalten) unterstützen Sie deren Projekte. Möchten Sie der Stiftung darüber hinaus einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S-Bahn S6 bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße / Marienstraße.

Mit dem Pkw
Von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.

E-Mobilität
Die E-Ladesäulen der Akademie befinden sich auf dem Parkplatz P2. Die Karten dafür erhalten Sie an der Rezeption.

Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 60 €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!

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