Sprache(n) der Liebe
06. – 09. April 2020
TagungInhalt
ALPHABET DER LIEBE
Kommt ein Mensch zur Welt, können ihm Blicke, Berührungen und leise Lieder naher Menschen frühe Erfahrungen von Geborgenheit ermöglichen. Erste Buchstaben im Alphabet der Liebe sind das. Nie ist diese Sprache ausgelernt. Worte gehören zu ihr, Gesten und Gaben: Eine Schüssel Reis und ein Kunstwerk, ein zärtliches Lächeln und das Pflaster auf einer Wunde… Jede Lebenszeit findet sich in einer doppelten Rolle: Die Zeichen zu entdecken und zu deuten, sie aber auch aktiv anzuwenden. Diese Tagung macht sich auf die Suche bei den Ärmsten der Armen, in Liebesszenen der Weltliteratur, im Kosmos der Klänge, in der psychotherapeutischen Reflexion und in spirituellen Texten aus drei Jahrtausenden. Sie versucht dies bescheiden und ehrlich. Eigentlich gibt es ja nur „Fragmente einer Sprache der Liebe“ (Roland Barthes). Deshalb widmet sich ein eigener Vortrag dem Verstummen und der Erblindung im Blick auf Liebesspuren.
Vor zweitausend Jahren reihten sich schlimme Erfahrungen in der „Karwoche“ aneinander: Verrat, Verhaftung, Verhöre, Verspottung, Verurteilung. Oft wird seitdem von einer „Passion“ gesprochen, wenn ein einzelner oder ein Volk unter die Räder kommt. Und doch erzählt das Neue Testament darin auch eine Art Liebesgeschichte. Die Tagung widmet sich einigen Stationen dieses Weges. Das „Neue Künstler Theater“ berichtet den Teilnehmenden an mehreren Orten des Geländes der Akademie von Petrus und Judas, von Pilatus und Maria … Zu den Sprachen an der Grenze des Sagbaren zählen auch Gespräche mit Sterbenden. Hat Liebe auf einer Palliativ-Station noch Platz? Behutsam werden wir uns darin gemeinsam einhören. Das Bode-Museum auf der Museumsinsel in Berlin zeigt aktuell „Spielarten der Liebe“. Unserer Tagung geht es um einen möglichen „Ur-Code“ im Spiel und im Ernst.
Der Genuss gemeinsamer Mahlzeiten, das Erlebnis bedeutender Musik, Filmkunst, Theater und Malerei, der nächtliche Sternenhimmel über dem See, Diskussionen in den Salons und Uferwege – vielleicht werden sie zu Momenten aus dem Alphabet der Sprachen der Liebe. Gönnen Sie sich eine Zeit des Hinhörens und inspirierender Momente im Klang und im Schweigen. Wir freuen uns auf Sie!
Pfr. Udo Hahn, Direktor, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. med. Elisabeth Kohler, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin
Dr. phil. Oliver Kohler, Schriftsteller und Historiker
Pfr. Udo Hahn
Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.30 Uhr
Begrüßung und Erläuterungen zum Programm der Tagung
Pfr. Udo Hahn
19.45 Uhr
"Was ich gewonnen habe, ist Freiheit" – Ruth Pfau oder eine Sprache der Liebe!
Ein Film von
Prof. Dr. Michael Albus
Einführung und Gespräch mit dem Regisseur
21.00 Uhr
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Pfr. Udo Hahn
AkademiedirektorReferat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Referierende
MITWIRKENDE
Prof. Dr. Michael Albus, bis 1998 Leiter der Hauptredaktion „Kinder, Jugend und Familie“ beim ZDF, seit 2002 Honorarprofessor für Religionsdidaktik der Medien an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau, Mainz
Pfr. Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Dr. med. Elisabeth Kohler, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin, Mainz
Dr. Oliver Kohler, Historiker und Schriftsteller, Mainz
Ulrich Koneffke, Konzertpianist und Dozent, Mainz
Prof. Susanne Stoodt, Violinistin, seit 1994 Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main
NEUES KÜNSTLER THEATER
Marcel Kohler
Philipp Kronenberg
Llewellyn Reichman
Linn Reusse
Sebastian Schneider
Lukas Schrenk
Nati Soroko
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Isabelle Holzmann
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
holzmann@ev-akademie-tutzing.de